Wirtschaftsprüfung entlastet Life Ball-Organisator

02.09.2009 | 12:10 |   (DiePresse.com)

Nachdem dieses Jahr Gerüchte aufgetaucht waren, der Life Ball hätte Spendengelder verschwinden lassen, wurde Organisator Gery Keszler nun eine "ordnungsgemäße Finanzgebarung" nachgewiesen und das Spendengütesiegel überreicht.

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Der Life Ball verteidigt seine Unschuld: Nachdem eine deutsche Zeitung Vorwürfe in den Raum gestellt hatte, dass es bei der Buchhaltung der Veranstaltung nicht immer korrekt zugehe, unterzog sich der Verein einer Sonderprüfung - und erhielt die Absolution. "Nach eingehender Prüfung konnten wir eine ordnungsgemäße Finanzgebarung feststellen", sagte der Wirtschaftsprüfer Andreas Röthlin am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. Zudem wurde dem Life Ball das Spendengütesiegel verliehen.

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Nach dem Life Ball 2009 waren in einer deutschen Wochenzeitung "Zeit" Gerüchte aufgetaucht, die das ordnungsgemäße Finanzgebaren des Vereins "Aids Life", der den Life Ball ausrichtet, infrage stellten. So seien mehrere hunderttausend Euro verschwunden und großzügige Privatflüge von Supermodel Naomi Campbell aus der Vereinskasse gesponsert worden. Zudem würde sich Organisator Gery Keszler privat an dem Verein bereichern. Der konkrete Vorwurf lautete damals, dass Spendengelder in der Höhe von 670000 Euro verschwunden wären.

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Buchhaltung seit 1994 geprüft

"Um diese Vorwürfe zu entkräften, haben wir uns einer Sonderprüfung unterzogen", sagte Keszler. Dazu durchleuchtete die unabhängige Wirtschaftsprüfungskanzlei Kanzlei Hübner & Hübner in den vergangenen Monaten die gesamte Buchhaltung von 1994 bis 2008 und kam zu einem eindeutigen Ergebnis zugunsten des Life Balls. "Vorwürfe über vermeintliche Differenzbeträge konnten entkräftet werden und eine lückenlose Zurückverfolgung sämtlicher Zuwendungen und Abgänge hergestellt werden", so Röthlin.

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Spendengütesiegel verliehen

Auch Gery Keszler wurde von den Prüfern rein gewaschen. Neben einem monatlichen Gehalt von 2.600 Euro netto gebe es keinerlei weiteren Zuwendungen des Vereins Aids Life an den Obmann. Zudem betonte Röthlin, dass "'Aids Life' im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen sehr wirtschaftlich arbeitet, vor allem auch was Spesen betrifft". Um die Seriosität mit dem Umgang von Spendergeldern zu unterstreichen, wurde "Aids Life" am Mittwoch von Klaus Hübner, Präsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, das Spendengütesiegel verliehen.

Keine Klage gegen "Zeit"

Rechtliche Schritte gegen die deutsche Zeitung will Keszler trotz der Prüfung nicht unternehmen. "Ich sehe das positiv, wenn es den Artikel nicht gegeben hätte, hätte der Life Ball nicht zeigen können, wie korrekt er arbeitet", sagte der Organisator. Nun könne er sich aber wieder voll auf den kommenden Life Ball konzentrieren, der die Welt-Aids-Konferenz 2010 in Wien eröffnen wird. "Das wird riesig", freute sich Keszler.

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6 Kommentare
Gast: Zweifler
02.09.2009 19:56
0

Arbeitsbeschaffung für Wirtschaftstreuhänder

Wurde die Vergabe für das "Spendegütesiegel" (einziger Vergeber ist die Kammer der Wirtschaftstreuhänder) seit dem Skandal um einen dubiosen Blindenverein geändert?
Damals sind an die 90 % der Spendeneinnahmen für Reisen des Vereinspräsidenten und seiner Freunde (als Reise für blinde Jugendliche beschrieben), Luxusautos und "Beraterhonorare" ausgegeben worden, obwohl der Verein das "Spendegütesiegel" hatte. Auf Nachfrages hat die Kammer der Wirtschaftstreuhänder zugegeben, dass es für die Erteilung des "Spendegütesiegels" keine Richtlinien gibt. "Unabhängige" Wirtschaftsprüfer gibt es nicht, da alle Mitglied der Kammer sein müssen.
Offensichtlich ist das "Spendegütesiegel" nur eine Methode der Arbeitsbeschaffung für Wirtschaftstreuhänder, womit die Aussagekraft dahin ist. Nach diesen Patzern kommt jetzt sicher was neues: "Transparenzgütesiegel"?

Hübner&Hübner

Ist schon eine schiefe Optik, daß der eine Mitarbeiter der Kanzlei den Live-Ball prüft und der andere daraufhin das Gütesiegel verleiht. Daß da keine andere Kanzlei zur Prüfung gewählt wurde und daß die "Zeit" nicht geklagt wird, macht nicht gerade einen schlanken Fuß.

Pufferzeit


Wir leben in einer Pufferzeit.

Die Dekadenz der Alt-68er hat den Horizont im Westen erreicht und lässt letzte rosalila Abendröte aufflackern, während am östlichen Firmament bereits die alles wieder in natürliche Ordnung bringende Isla misierung erste Lichtstrahlen aufblitzen lässt.

Nachdem dieses Jahr Gerüchte aufgetaucht waren,

jo mei... gewoehnt di dran! so tickt die seele der meisten oesterreicher, diese kleinbruederlein der deutschen, aber mit den ganzen komplexen halt!

Gast: Blitzky
02.09.2009 13:52
1

Heißen eigentlich alle Wirtschaftstreuhänder im

deutschsprachigen Raum "Hübner"???
Eine Klage gegen die Zeitung, die da anscheinend rufschädigend berichtet hat, würde dem Life-Ball Verein nur Vorteile bringen:
1.) eine Entschädigung im wohl 6-stelligen Euro-Bereich.
2.) Eine wirklich stichhältige Widerherstellung des geschädigten Rufes.
Mir ist tatsächlich schleiderhaft, weshalb hier nicht geklagt oder zumindest auf einer öffentlichen Entschuldigung des Redakteurs bestanden wurde.
Solange das nicht geschieht, sind für mich die Vorwürfe des Redakteurs plausibler als die Ergebnisse eines Wirtschaftstreuhänders, der gleich heißt wie ein anderer Wirtschaftstreuhänder, der dann noch ein Gütesiegel ausstellt.

Hübner und Hübner und Klaus Hübner

Da prüft ein Hübner, und verleiht ein Hübner ...??
Sind die identisch?
Ist das der PRESSE nicht aufgefallen?

Wenn ja, dann sollte sofort ein neutraler Wirtschaftsprüfer nachprüfen!

Warum klagt man nicht die ZEIT, wenn alles so palletti ist?
Oder halten die links-Linken grenzüberschreitend zusammen?

Weiss jemand mehr darüber?

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