Feminismus: "Was haben meine Brüste damit zu tun?"

Ein grobmaschiges, weißes Bolero-Jäckchen von Burberry - damit hat es angefangen. Das Bild entstand im Rahmen eines Fotoshootings für das Magazin "Vanity Fair" und wurde der Auslöser für einen kleinen Sturm gegen die Schauspielerin Emma Watson. Sie musste sich gegen den Vorwurf, antifeministisch zu sein, verteidigen.

Instagram (Vanity Fair)

Obwohl sich Watson als UN-Botschafterin mit dem Themenschwerpunkt Feminismus und der begleitenden Gleichberechtigungskampagne "HeForShe" engagiert, äußerten viele ihren Ärger über das freizügige Foto, darunter auch die bekannte britische Radiojournalistin Julia Hartley-Brewer.

(c) REUTERS

Watson, die gerade für ihren neuen Film "Die Schöne und das Biest" wirbt, wehrte sich nun in einem Gespräch mit der BBC und Reuters gegen die Kritik. Diese Aussagen würden belegen, wie viel Irrglauben es noch über Feminismus gebe, sagte die 26-Jährige.

(c) REUTERS (Neil Hall)

"Im Feminismus geht es darum, Frauen eine Wahl zu geben. Feminismus ist kein Stock, mit dem man andere Frauen schlagen kann", sagte Watson. "Es geht um Freiheit, um Befreiung, um Gleichberechtigung. Ich weiß wirklich nicht, was meine Titten damit zu tun haben."

Reuters

Das Ganze sei verwirrend, sagte Watson. Brüste und Feminismus schlagen sich nicht.

Frauenbilder und Feminismus waren auch bei der Pariser Modewoche wieder Thema. Die Augen der Modeszene waren dabei vor allem auf die Show von Dior gerichtet.

Reuters

Denn Maria Grazia Chiuri, die neue Chefdesignerin des Hauses, ist die selbst erklärte Feministin der Branche. "We should all be feminists" hieß der Slogan ihrer letzten Kollektion.

Instagram (dior)

Diesmal stand auf einem weißen Baumwoll-Halstuch, was eine Feministin eigentlich ist: "A person who believes in the social, political and economic equality of the sexes". (Eine Person, die an die soziale, politische und wirtschaftliche Gleichheit der Geschlechter glaubt).

Twitter (meenavoguee)

Ihre Forderung nach Gleichberechtigung machte Chiuri auch in ihren Entwürfen deutlich. Ihre Frauen schickte sie als selbstbewusste Partisaninnen über den Laufsteg.

APA/AFP (FRANCOIS GUILLOT)

Das Model Ruth Bell mit raspelkurzen Haaren und lederner Baskenmütze auf dem Kopf machte den Auftakt in einem dunkelblauen Matrosenanzug mit breiter Kapuze.

Reuters

Danach folgten blaue Arbeiteroveralls, Plisseeröcke aus rigiden Baumwollstoffen und maskuline Cabanjacken. Die neue Dior-Frau zeigt sich tough und kämpferisch.

REUTERS

Anthony Vaccarello hatte dagegen für Saint Laurent ein anderes Frauenbild im Kopf. Seine Röcke, die gerade einmal die Pobacken bedecken, sorgte am Auftaktabend der Fashion Week für heiße Ohren.

REUTERS