Die Schräglage geraderücken

„Presse“ und Molden-Verlag luden zur Vorstellung des ersten gemeinsamen Projekts. Zwei Minister debattierten dabei mit, wie schräg die Lage der Nation ist.

Buchherausgeber Rainer Nowak mit seiner Frau Petra Schenk-Nowak und Styria-Vorstandsvorsitzendem Markus Mair (v. l.).
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Buchherausgeber Rainer Nowak mit seiner Frau Petra Schenk-Nowak und Styria-Vorstandsvorsitzendem Markus Mair (v. l.).
Buchherausgeber Rainer Nowak mit seiner Frau Petra Schenk-Nowak und Styria-Vorstandsvorsitzendem Markus Mair (v. l.). – (c) Mirjam Reither

Wie schief hängt der Segen in Österreich wirklich? Geht es nach Innenminister Wolfgang Sobotka, kommt es immer auf die Position des Betrachters an. Die Betrachter, um die es geht, sind 20 Redakteure der „Presse“, die eine Bestandsaufnahme des Landes in Buchform gebracht haben – „Zur Schräglage der Nation“, das am Donnerstagabend im Wiener Theatermuseum präsentiert wurde. Es sei ja die Frage, meinte der Minister, ob eine Schräglage nicht auch etwas Gutes beschleunigen könne. „Eher nicht“, glaubt „Presse“-Chefredakteur Rainer Nowak, der bei der Präsentation mit Sobotka und Medienminister Thomas Drozda auf dem Podium saß.

„Ich finde den Titel gut“, meinte Drozda, er sei halt eine journalistische Zuspitzung. Aber auch er brachte die Perspektive ins Spiel – dass Österreich nämlich vom Ausland aus weit positiver wahrgenommen werde als im Land selbst. Doch der Politikjournalismus in Österreich habe sich eben darauf festgelegt, „dass die Politik schlecht ist, nicht funktioniert“, so Drozda. Eine Diagnose, der Nowak, einer der Herausgeber des Buchs, widerspricht. Im Buch gebe es nämlich auch Texte, „die sehr wohl einen positiven Zugang zur Welt haben“.

Interesse hat der Sammelband jedenfalls schon einiges geweckt. Neben den beiden Ministern – ein roter, ein schwarzer – war auch Styria-Vorstandsvorsitzender Markus Mair dabei, die beiden „Presse“-Geschäftsführer Herwig Langanger und Rudolf Schwarz, der frühere Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad mit seiner Frau Rotraut und Kollegen aus der Verlagsbranche, etwa „Furche“-Chefredakteur Rudolf Mitlöhner.

Das Buch selbst ist das erste sichtbare Ergebnis der Kooperation zwischen der „Presse“ und dem Molden-Verlag, beides Häuser unter dem Dach der Styria-Mediengruppe. Eine Kooperation, die für die Autoren auch sehr lehrreich war – „es ist ein Riesenunterschied, ob man etwas für die Zeitung schreibt oder für ein Buch“, meinte der zweite Herausgeber, Norbert Mayer. Weil niemand „yesterday's papers“ lese, wie schon die Rolling Stones sangen, ein Buch aber länger halten muss.

Genau diese Frage, ob denn ein Buchbeitrag, der über einen längeren Zeitraum entsteht und dann über Monate in den Buchhandlungen liegt, so lange aktuell bleibt, hätten sich viele der Autoren gestellt, die den Tagesrhythmus gewohnt sind. Hier könne er jedenfalls Entwarnung geben, sagte Mayer. Denn als er die Beiträge am Nachmittag vor der Präsentation noch einmal durchging, habe er festgestellt: „Die Geschichten haben gehalten.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.04.2017)

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