Walk of Fame: Die Sterne der Österreicher

Star-Koch Wolfgang Puck ist Ende April mit dem 2608. Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood geehrt worden. "Für mich gibt es nichts Größeres, als hier auf dem Hollywood Boulevard verewigt zu werden, damit meine Enkelkinder sagen können: Das war unser Großvater", sagte er vor versammelter Presse.

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Puck ist einer von nur zwei Fernsehköchen (nach Bobby Flay) in der Geschichte des Walk of Fame, der auf diese Weise ausgezeichnet worden ist - und er ist einer von vielen Österreichern. 

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"Oooh, that's a bingo". Der Stern bei der Nummer 6667 am Hollywood Blvd. gehört dem österreichischen Schauspieler und Oscar-Preisträger Christoph Waltz. Seinen Wohnsitz hat der Vater von vier Kindern mittlerweile nach Los Angeles verlegt, wo er gerne mit seinem Außenseiterstatus als kultivierter Europäer kokettiert. Sein Können wurde in den vergangenen Jahren auch außerhalb der USA, wo er  gebührend honoriert: 2009 erhielt er für "Inglourious Basterds" in Cannes den Darstellerpreis, 2015 für seinen "Beitrag zum Weltkino" den Europäischen Filmpreis und 2012 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst. 

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Schauspieler, Bodybuilder und Politiker - in jeder Sparte hatte der Steirer Arnold Schwarzenegger harte Kritiker. Sein Rezept: "Erfolg ist die beste Rache". Am Walk of Fame gehört ihm seit 1987 der Stern mit der Nummer 1847.

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An ihn denkt man vielleicht auch noch, Billy Wilder, der als Drehbuchschreiber und als Regisseur viele der erfolgreichsten Filme Hollywoods schuf. In den 20er Jahren war der aus Wien stammende Wilder in Berlin Reporter gewesen und hatte bei seiner Mitarbeit am Drehbuch für "Menschen am Sonntag" ersten intensiven Kontakt zum Film gefunden. 1934 emigrierte er über Frankreich nach Amerika und schrieb dort zusammen mit verschiedenen Partnern die Drehbücher für die hochgerühmten Ernst-Lubitsch-Filme "Blaubarts achte Frau" (1938) und "Ninotschka" mit Greta Garbo (1939). Ersten Ruhm als Regisseur errang Wilder 1944 mit dem Kriminalfilm "Frau ohne Gewissen".

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"Meine beste Empfehlung war immer schon, dass ich nicht wie ein Schauspieler aussehe." Peter Lorre wusste sehr gut um das Geheimnis seiner Wirkung und seines Erfolgs. Der Schauspieler, der am 26. Juni 1904 geboren wurde, stellte alles andere als einen attraktiven Mann dar. Lorre war klein, rundlich und hatte, gewissermaßen sein Markenzeichen, sanft-traurige Basedow-Augen. Mit diesen Äußerlichkeiten konnte man nur als Komiker oder Bösewicht, aber keinesfalls als Liebhaber oder gar Held das Publikum gewinnen.

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Die Schauspielerin Vanessa Brown, bekannt als "Jane" in einem "Tarzan"-Film, ist 1999 im Alter von 71 Jahren gestorben. Brown wurde als Smylla Brind in Wien geboren. Im Alter von neun Jahren floh sie vor den Nationalsozialisten in die USA. Ihre Bühnenkarriere begann mit einem Aufruf von Produzenten, die ein Mädchen mit deutschem Akzent für Lillian Hellmans anti-nationalsozialistisches Drama "Watch on the Rhine" suchten.

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Otto Preminger wurde 1905 im österreichisch-ungarischen Wiznitz geboren und studierte Schauspiel und Theaterregie bei Max Reinhardt. In Österreich entstand 1931 sein erster langer Film, "Die große Liebe". 1934 ging er in die USA, wo er als Regisseur im Rahmen kleinerer Filmproduktionen für die 20th Century Fox zu arbeiten begann. 1944 entstand sein erstes Meisterwerk "Laura", ein Klassiker des Film Noir. 1953 beschloss Preminger, der fortwährenden Probleme mit der Zensur und den Studios müde geworden, seine Filme selbst zu produzieren. Es folgten erfolgreiche Meisterwerke wie "The Moon Is Blue", "River of No Return", "Bonjour Tristesse", "Anatomy of a Murder" und "Exodus". 1986 starb Preminger in New York.

Im Bild: 1954 "Fluß ohne Wiederkehr" mit Robert Mitchum und Marilyn Monroe.

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Erich Von Stroheim war Schauspieler, Autor und Regisseur, geboren 1885 blieb er seiner Heimat Wien sein Leben lang verbunden. Stroheim war 1909 in die USA emigriert und machte sich dort als Regisseur einen Namen. Sein auf "Blind Husbands" folgendes Werk "The Devil's Passkey" ist immer noch verschollen, seine fanatische Liebe zum Detail und seine Perfektionssucht führten dazu, dass seine Arbeiten von anderen umgeschnitten, fertig gedreht oder entschärft wurden. "Er hinterließ einen genialen Trümmerhaufen. Keiner seiner Filme ist in seiner ursprünglichen Version mehr erhalten", sagt das Filmarchiv. Als Regisseur 1934 ruiniert, widmete er sich danach nur mehr der Schauspielerei.

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Joseph Schildkraut war der Sohn des bekannten Schauspielers Rudolph Schildkraut und hatte damit die besten Anlagen. Er gewann 1937 den Oscar als Bester Nebendarsteller für seinen Auftritt als Alfred Dreyfus in Das Leben des Emile Zola. Schildkraut hatte in zwei Filmen die Rolle von Otto Frank gespielt und das Archiv über Jahrzehnte zusammengestellt, vieles stammt aus dem Besitz des Vaters. Es enthält unter anderem einen Brief von Otto Frank an die Tochter Anne Frank.

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Die österreichische Schauspielerin und Erfinderin Hedy Lamarr ging 1933 mit einer Nacktszene in die Filmgeschichte ein. Geboren wurde sie in Wien als Hedwig Eva Maria Kiesler. Der Vater war Bankdirektor, die Mutter Pianistin. Ende der zwanziger Jahre wurde Hedy Kiesler von Max Reinhardt für die Schauspielerei entdeckt. An der Seite von Hans Moser und Heinz Rühmann spielte sie 1931 ihre erste größere Rolle in dem Streifen "Man braucht kein Geld". 1933, knapp 18-jährig, sorgte sie für internationales Aufsehen, als sie in der tschechisch-österreichischen Koproduktion "Ekstase", die erste Nacktszene der Filmgeschichte spielte.

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Der gebürtige Wiener Fritz Kreisler war einer der größten Violinisten seiner Zeit. Kreisler galt weltweit als Verkörperung des Wiener Musikers und wurde nicht nur als Virtuose des Geigenspiels, sondern auch als Komponist geschätzt. Nach ihm ist der bekannte Fritz Kreisler Wettbewerb benannt, am Hollywood Walk of Fame findet man ihn auf Höhe der Nummer 6655.

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Der in Wien geborene Fred Zinnemann emigrierte 1929 in die USA, wurde Regieassistent, Kurzfilmregisseur und bald Studioregisseur. Bekannt wurde Zinnemann vor allem durch Filme wie "Menschen am Sonntag" (Ko-Regie, 1929), "The Seventh Cross" (1944), "Act Of Violence" (1948), "High Noon" (1952), "From Here to Eternity" (1953) und "A Man for All Seasons" (1966). Zinnemann, der fünf Oscars erhielt und sechs weitere Male nominiert war, starb 1997 im Alter von 89 Jahren in London an einem Herzanfall.

Im Bild: "Zwölf Uhr mittags", 1952.

 

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Der 1894 in Wien-Leopoldstadt geborene Regisseur Josef Von Sternberg kam bereits als Kind in die USA, wo er in billigen Hollywood-Produktionen jung als Regieassistent, Cutter und Autor zu arbeiten begann. Mit "Underworld" prägte er als einer der ersten Filmregisseure das neue Genre des Gangsterfilms. Sternbergs "Erfindung" war Marlene Dietrich, deren Mythos durch den "Blauen Engel" kreiert und in einer langen Reihe legendärer Inszenierungen verewigt wurde.

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Der in Wien geborene US-Schauspieler und Folk-Musiker Theodore Bikel musste 1938 mit seiner Familie vor dem Nazi-Terror flüchten und machte in den USA eine doppelte Karriere als Schauspieler und Folksänger. 1959 wurde er für "Flucht in Ketten" für den Oscar nominiert. Bei der Uraufführung des Broadway-Musicals "The Sound of Music", das die Geschichte der Trapp-Familie aus Salzburg erzählt und in den USA bis heute ein Publikumshit ist, spielte der Künstler den Captain Georg von Trapp. Bikel war viermal verheiratet.

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Auch ihm gehört ein Stern am Walk of Fame. Fritz Lang, laut dem Filmmuseum Österreichs wichtigster Beitrag zur "Filmklassik", wurde 1890 in Wien geboren und studierte an der Akademie der bildenden Künste Malerei. Bis 1919 wohnte Lang in der Zeltgasse in der Josefstadt, wo noch heute eine Gedenktafel an ihn erinnert - auch wenn er seine Filme in Berlin und Hollywood drehte.

In Deutschland entstanden expressive Meisterwerke wie "M" (1931) und "Das Testament des Dr. Mabuse", bevor er 1949 nach Hollywood emigrierte und dort nicht zuletzt gegen die Nazis agitierte. In den USA tat er sich als Sozialkritiker ("Fury", "You and Me"), als Vertreter des psychoanalytischen Kinos ("The Woman in the Window", "Rancho Notorious") und des Genrekinos ("The Big Heat", "Moonfleet") hervor.

Im Bild: "Dr Marbuse, der Spieler", 1922

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