Kinder mit Leidenschaft infizieren

Dan und Yana Bronstein lieben klassische Musik. Weil sie diese Liebe weitergeben möchten, ermöglichen sie Kindern den Besuch von Operncamps.

Das Ehepaar Dan und Yana Bronstein motiviert Kinder, sich aktiv mit Musik zu beschäftigen – indem sie unter anderem in Bildung und Kultur investieren.
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Das Ehepaar Dan und Yana Bronstein motiviert Kinder, sich aktiv mit Musik zu beschäftigen – indem sie unter anderem in Bildung und Kultur investieren.
Das Ehepaar Dan und Yana Bronstein motiviert Kinder, sich aktiv mit Musik zu beschäftigen – indem sie unter anderem in Bildung und Kultur investieren. – (c) SF/Anne Zeuner

Als Kind hat Musik im Leben von Dan Bronstein keine Rolle gespielt. Oper und Konzert kannte er nur vom Hörensagen. Doch das hat sich gründlich geändert. Seine Frau Yana, eine an der Londoner Royal Academy of Music ausgebildete Pianistin, hat ihn mit ihrer Begeisterung für klassische Musik angesteckt.

Das Ehepaar kennt die Opernhäuser dieser Welt und fliegt mit den drei Kindern ganz selbstverständlich für eine Nacht in eine Stadt, um eine interessante Produktion zu sehen. „Meine Frau hat mich mit dem musikalischen Virus infiziert“, scherzt Bronstein, Chairman of the Board und Gründer der Solway Investment Group.

Das internationale Unternehmen mit Sitz in der Schweiz ist in der Bergbau- und Metallindustrie tätig. Seit heuer gehört Solway dem Kreis des Sponsoren der Salzburger Festspiele an. Bronstein ermöglichte mit seiner finanziellen Unterstützung jene Oper, die heuer den Auftakt des Festivals bildete: Mozarts „La Clemenza di Titus“ unter dem russischen Dirigenten Teodor Currentzis, einem Freund der Familie Bronstein.

Der Kontakt zu den Salzburger Festspielen ist vor vier Jahren entstanden. Bei einer Veranstaltung in Russland lernten Bronstein und seine Frau die Präsidentin der Salzburger Festspiele Helga Rabl-Stadler kennen. Kurz darauf besuchten sie erstmals Salzburg. Beide geraten ins Schwärmen, wenn sie von den Vorstellungen erzählen, die sie seither besucht haben: „Der Babier von Sevilla“, „Don Giovanni“ oder „Norma“ mit Cecilia Bartoli.

 

Philharmoniker mit Kindern

Und auch die Kinder sind mittlerweile Salzburg-Fans. Polina und Elisabeth, die beiden 14 und zwölf Jahre alten Töchter des Paares, haben im Vorjahr ein Operncamp der Salzburger Festspiele besucht.

Musiker der Wiener Philharmoniker erarbeiten dabei mit Kindern und Jugendlichen eine Oper und bringen sie auf die Bühne. Die Teilnehmer singen im Chor, spielen im Orchester und entwerfen das Bühnenbild und die Kostüme.

Die Mädchen machten beim Operncamp zu Richard Strauss' „Die Liebe der Danae“ mit – und waren begeistert. Da entstand die Idee, auch Jugendlichen, die normalerweise keinen Zugang zur klassischen Musik haben, diese Ausbildung in Salzburg zu ermöglichen. Die Bronsteins entwickelten ein Fellowship-Programm für Kinder von Solway-Mitarbeitern in Guatemala, der Ukraine und Mazedonien. Die firmeninterne Ausschreibung stieß auf großes Interesse.

Es bewarben sich 148 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 17 Jahren um die sechs verfügbaren Plätze. Eine Jury wählte die besten Bewerber aus. Diese lernten acht Monate Englisch und wurden musikalisch gefördert.

 

„Wollen Infrastruktur schaffen“

Die Operncamps sind auf Deutsch und Englisch, die Sprache war die größte Hürde für die Teilnahme. „Die Bewerbungsvideos waren toll. Viele Kinder spielten mit traditionellen Instrumenten aus ihrer Heimat und zeigten, dass sie stolz auf ihre jeweilige Kultur sind“, erzählt Yana Bronstein. Sie will durch das Programm die Jugendlichen mit ihrer Leidenschaft für die Musik anstecken.

Die Teilnehmer kommen aus Gegenden, wo es sehr wenige Möglichkeiten gibt, eine Oper oder ein Konzert zu besuchen. „Wir wollen nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Infrastruktur schaffen“, sagt Dan Bronstein. Deshalb investiert das Unternehmen auch in Bildung und Kultur.

In der Ukraine hat Solway beispielsweise der Stadt, in der das Unternehmen einen Standort hat, eine Musikschule finanziert. Eines jener Mädchen, das dort ihre ersten Gesangsstunden hatte, ist an der Oper Connecticut engagiert, erzählt Bronstein. Und vielleicht ist ja auch das Operncamp in Salzburg für den einen oder anderen Jugendlichen der Beginn einer musikalischen Karriere.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.08.2017)

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