Dienst am Fuß des Himalaja

Der 23-jährige Simon Rella leistete statt Bundesheer oder Zivildienst einen Auslandsdienst in Nordindien ab und lernte dabei viel über sich selbst.

Simon Rella auf dem Nachhauseweg von der Einsatzstelle Nishtha zu seinem einfachen Lehm- zimmer bei einer indischen Bauernfamilie.
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Simon Rella auf dem Nachhauseweg von der Einsatzstelle Nishtha zu seinem einfachen Lehm- zimmer bei einer indischen Bauernfamilie.
Simon Rella auf dem Nachhauseweg von der Einsatzstelle Nishtha zu seinem einfachen Lehm- zimmer bei einer indischen Bauernfamilie. – (C) Rejola-press.com

Die Berge des Himalaja erinnern mich an winterliche Kirchgänge: Kalte, starre Wände; man hört nur noch das Flussrauschen und hat das Gefühl, als dürfe man nur noch flüstern. Das hat etwas Sakrales“, sagt Simon Rella. Immer dann, wenn sein Gastbruder Arvind Nachtdienst hat, muss der österreichische Auslandsdiener im nordindischen Provinzdorf Rakkar allein zu Abend essen. Arvinds Ehefrau Anu und seine Mutter Kaanta Devi sitzen an der offenen Feuerstelle auf dem Boden ihrer Lehmküche neben Simon und warten schweigend, bis der Auslandsdiener vom Linseneintopf Dal und den frisch gebackenen Naanbroten gegessen hat. „Ich habe mich immer noch nicht daran gewöhnt, dass zunächst die Männer essen und dann die Frauen“, sagt der Niederösterreicher – so will es am Fuß des Himalaja die uralte Tradition, die am Land nach wie vor gelebt wird. Einmal fragte Simon die Frauen auf Hindi, ob sie denn wüssten, woher dieser archaische Brauch kommt? – „Nein, weißt du es denn?“, bekam der 23-Jährige zu hören.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.10.2017)

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