Kevin ganz allein: Verfemt und geschnitten

Skandal um Spacey: Star verschwindet von Leinwand.

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Kevin Spacey.
Kevin Spacey. – (c) APA/AFP/NICHOLAS KAMM (NICHOLAS KAMM)

Wien/Los Angeles. Sony Pictures hatte die Oscar-Kampagne für Kevin Spacey in der Nebenrolle des Öltycoons J. Paul Getty in dem Film „All the Money in the World“ fix und fertig in der Schublade. Als Starttermin war der 22. Dezember fixiert. Doch dann kam der Skandal um dutzendfache sexuelle Belästigung und schwerwiegende Vorwürfe gegen den Hollywood-Star auf. Netflix stellte die Dreharbeiten für die Erfolgsserie „House of Cards“ ein und erzwang ein Ende für die Spacey-Rolle. Spacey begab sich in die Suchtklinik „The Meadows“ in Arizona, wo Filmmogul Harvey Weinstein Zuflucht gesucht hatte.

Um den Film um die Entführung des Getty-Enkels 1973 in Italien (die Mafiakidnapper schnitten dessen Ohr als Beweis ab) noch zu retten und rechtzeitig vor der Oscar-Saison zu Weihnachten in den USA herauszubringen, entschloss sich Regisseur Ridley Scott zu einer radikalen Maßnahme: Er wird alle Spacey-Szenen – insgesamt nur acht Minuten – aus dem Film schneiden. Als Spacey-Ersatz heuerte er Christopher Plummer an, der seinen Durchbruch in Hollywood als Baron von Trapp in „Sound of Music“ gefeiert hatte. Spaceys fast abgedrehter Film über den homosexuellen Schriftsteller Gore Vidal wird wohl ganz im Orkus verschwinden. (vier)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.11.2017)

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