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Otto Habsburg: Ehefrau starb im Familienkreis

03.02.2010 | 17:30 |  Von HANS WERNER SCHEIDL (Die Presse)

Regina Habsburg ist im 86. Lebensjahr in ihrem Haus in Pöcking am Starnberger See gestorben. Am Mittwoch wird sie in der Familiengruft in Thüringen beigesetzt.

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PÖCKING/WIEN. Regina, die Ehefrau von Otto Habsburg-Lothringen, ist am Mittwoch nach langer schwerer Krankheit im 86. Lebensjahr in ihrem Haus in Pöcking am Starnberger See gestorben. „Sie ist friedlich im Kreis ihrer Kinder eingeschlafen“, berichtet Eva Demmerle, die Büroleiterin Habsburgs. „Mit meiner Mutter verlieren wir eine großartige Persönlichkeit, die uns durch ihren unerschütterlichen Glauben und ihre positive Lebenseinstellung geprägt hat“, erklärt ihr ältester Sohn Karl.

Regina wurde am 6. Jänner 1925 als Prinzessin von Sachsen-Meiningen (aus dem Haus Wettin) in Würzburg geboren. Ihr Vater starb 1946 in russischer Gefangenschaft im Alter von 53 Jahren.

Da sie aus einem „ehemals regierenden Hause“ stammte, kam sie für eine Hochzeit mit dem um 13 Jahre älteren Otto Habsburg in Frage, dem ältesten Sohn des letzten österreichischen Kaiserpaares. Nicht nur seine Mutter Zita, sondern auch die Monarchisten sahen in ihm lange Zeit den österreichischen Thronprätendenten.

Hochzeit in Nancy

Am 10. Mai 1951 fand die Hochzeitszeremonie im Beisein des europäischen Hochadels in Nancy statt. Denn die „Habsburgergesetze“ von 1919 verwehrten Otto, seiner Mutter und den drei Brüdern (die vor 1918 geboren waren) die Einreise und den Aufenthalt in ihrer Heimat. Auch Ottos schriftliche Loyalitätserklärung 1961 änderte nichts daran, weil sich ÖVP und SPÖ uneinig waren und die Große Koalition gefährdet schien. Erst ab 1972 nach dem „historischen Handschlag“ mit SP-Kanzler Bruno Kreisky wurde die Anwesenheit Ottos und seiner Frau in Österreich zur Selbstverständlichkeit.

Aus der gemeinsamen Verbindung gingen zunächst fünf Töchter hervor: Andrea, Monika, Michaela, Gabriela, Walburga; erst dann – 1961 – wurde mit Karl der „Stammhalter“ geboren. Als „Erzherzog von Österreich“ wurde er ins Pöckinger Taufregister eingetragen. Es folgte als siebtes Kind Georg, der heute vornehmlich in Ungarn tätig ist. Nur eines der sieben Nachkommen hat „bürgerlich“ geheiratet.

Ottos Ehefrau konzentrierte ihr Leben auf die große Familie (22 Enkelkinder, ein Urenkel) und karitative Aufgaben. Eine Stellungnahme zur Politik ist nicht bekannt – ganz nach dem Rollenbild einer habsburgischen Erzherzogin. Das überließ sie ihrem heute 97-jährigen Mann, der, wie Familienangehörige am Mittwoch der „Presse“ berichteten, tief getroffen ist. Regina übernahm alle Ehrenfunktionen, die ihre Schwiegermutter Zita, die letzte Kaiserin von Österreich und gekrönte Königin von Ungarn, innehatte: „Höchste Ordensschutzfrau“ des Sterkreuzordens, „Ehren- und Devotionsgroßkreuzdame“ des Ritter- und Hospitalorden vom Hl. Johannes zu Jerusalem (Malteser), „Großmeisterin“ des Elisabeth-Orden (Österreich-Ungarn).

Schwere Erkrankung

Aber auch ganz „moderne“ Aufgaben nahm sie wahr: Mit Claus Hipp teilte sie sich die Schirmherrschaft über „Münchens Tafel“, die Bedürftige mit Essen beliefert.

Am 2. Dezember 2005 erlitt sie einen Hirnschlag und wurde in ein Hospital von Nancy eingeliefert. Davon erholte sie sich nie mehr zur Gänze. 2006 konnte sie noch an der Überführung der sterblichen Überreste ihrer Mutter und ihres Bruders teilnehmen. Danach trat sie kaum mehr in der Öffentlichkeit auf.

Späte Restitution

Eine Genugtuung konnte sie erleben: 2007 bekam sie 47 Gemälde zurück, die aus der Sammlung ihres Vaters stammen und nach 1945 in der sowjetischen Besatzungszone enteignet worden waren.

Vom Samstag bis Montag wird die Verstorbene in Sankt Ulrich in Pöcking aufgebahrt, am Dienstag leitet Bischof Mixa in Pöcking ein feierliches Requiem, am Mittwoch erfolgt die Beisetzung auf dem Friedhof in Heldburg (Landkreis Hildburghausen, Thüringen) in der Familiengruft.

Habsburg: Eine europäische Familie im 21. Jahrhundert

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.02.2010)

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91 Kommentare
 
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Gast: Lea05
06.02.2010 03:03
1 0

Tiefstes Beileid!

Mein tiefstes Beileid dem gesamten Hause Habsburg-Lothringen, und besonders Dr. Otto von Habsburg für diesen schweren Verlust.

Gast: Beobachter
05.02.2010 02:51
1 1

Regina von Oesterreich, R.I.P.

DANKE fuer alles was IHR fuer Oesterreich getan habt.

An des Kaisers Seite waltet,
Ihm verwandt durch Stamm und Sinn,
Reich an Reiz, der nie veraltet,
Uns're holde Kaiserin.
Was als Glück zu höchst gepriesen
Ström' auf sie der Himmel aus:
|: Heil Otto, Heil Regina,
Segen Habsburgs ganzem Haus! :|

Meine Loyalitaet wird ewig dem Haus Oesterreich gehoeren. Die illegitime Putsch-Republik ist nur ein kurzes Zwischenspiel und hat sich durch den EU-Beitritt de facto sowieso selbst aufgeloest.

Antworten Gast: Graf Gudenus
05.02.2010 11:42
1 0

wohl dem Hause

Oesterreich (dieses Wort richtig geschrieben)

Gast: sviadnov
04.02.2010 18:15
1 0

an die presse: wo bleibt die nettiquette??

online-kommentare zu einem todesfall sollten von der redaktion der presse gesperrt werden.

im orf heisst es in diesem falle "zu diesem tragischen ereignis kann nicht gepostet werden".

das wäre nettiquette!

Gast: Vernunft
04.02.2010 09:56
3 0

Die Nazis

haben die Juden vertrieben und sich Rassengesetze geschaffen. Europa ist auf den jüdisch-christlichen Wurzeln aufgebaut und ist dabei Gott und den Menschen abzuschaffen. Österreich hat die Habsburger vertrieben und seine Feigheit in den Habsburgergesetzen festgeschrieben. Großartig! Wer führt da die Regie?

Gast: Nico
04.02.2010 08:17
5 0

@Reformer weiter unten

Ich möchte hier mal 2 Dinge anführen um Ihrer Unkenntnis etwas die Luft aus den Segeln nehmen:

Monarchie ist eine Staatsform
Demokratie eine Regierungsform

Das heisst, dass das eine das andere nicht ausschliessen muss.

Halb Europa wird demokratisch durch einen König repräsendiert und die halbe Welt wird als Republik diktatorisch regiert wie zb die DDR.

Erst informieren, denken und dann schreiben!

Gast: Graf Gudenus
04.02.2010 08:02
0 0

Im Republikanischen Osten, Républicain Est,

in Nancy erschenende Zeitung - Nancy wähl socialistisch - elegantere Bezeichnung der Verstorbenen. Andersw kann man sich halt benehmen

In der Familiengruft der Wettiner nehme ich an,

obschon es im Artikel nicht klar wird.
Überaus seltsam.

Mein Beileid an

Otto von Habsburg

Gast: Arnot
03.02.2010 23:12
2 0

Nur noch wenige denken in Generationen

Bis zum nächsten Wahltermin, bis zur nächsten Haupversammlung und bis dahin die meisten Wählerstimmen sammeln oder die höchsten Boni abkassieren. Was danach kommt, egal. Und deshalb geht alles langfristig vor die Hunde, so wie wir es gerade mit unserer bankrotten Republik sehen.

Die Erbmonanarchie hat sehr viele Deppen hervorgebracht und kann nicht als als Idealmodell gelten. Aber ein wenig mehr Kontinuität und Mut, auch unangenehme Dinge umzusetzen, wenn sie langfristig uns weiterbringen wäre sehr wünschenswert.

Re: Nur noch wenige denken in Generationen

Wer mit der Zahl der hervorgebrachten Deppen argumentieren moechte, steht als Verteidiger der II. Republik wohl auf verlorenem Posten.

1 0

Re: Nur noch wenige denken in Generationen

Wenn man sich die Deppen in der heutigen Politik anschaut, die (angeblich) demokratisch gewählt wurden, wobei es eigentlich nur durch Manipulation der Bevölkerung durch die Medien gelingt...

... der Leser möge für sich seine Schlüsse ziehen.

Antworten Gast: Graf Gudenus
04.02.2010 10:32
1 0

Depp(en), als solcher gilt Ferdiand I, + 1875

Auch beste Durchschnittsösterreicher haben seine Sprach-, technische, zeichnerische Kenntnisse nicht.

Mein Neid gilt allerdings nur den ersteren.


Gast: FK
03.02.2010 22:08
2 6

Monarchie = knallharte Diktatur,

so hart das das Volk von England, Spanien und Schweden mit Peitschen durch die Straßen geknechtet wird.

Mein Beileid an die Familie.

Besonders an Otto von Habsburg. Ich bin zwar kein Monarchist, doch hätten wir ihn als Kaiser, würd ich einer werden. Er gründete und organisierte den österreichischen Widerstand zur NS-Zeit. Diese hatte im Weißen Haus so großen Einfluss, dass die US-Regierung den Staat Österreich während des Krieges wieder anerkennte.

So ziehmlich keiner weiß was er für die Repuplik getan hat. Eine Frechheit wie die Sozis mit ihm umgegangen sind!

Zu einigen lächerlichen Besserwisser-Beiträgen zu Geschichte: Es gab in den Tausend Jahren viele schlechte aber auch einige gute Politiker der Habsburger.

Ich bin ein rießen Fan von ihm. Ich hoffe wir werden ihn noch lange bei uns haben. Würde ihn gerne mal kennen lernen. Man soll seine Idole treffen!

Mein Beileid an die Familie.

Besonders an Otto von Habsburg. Ich bin zwar kein Monarchist, doch hätten wir ihn als Kaiser, würd ich einer werden. Er gründete und organisierte den österreichischen Widerstand zur NS-Zeit. Diese hatte im Weißen Haus so großen Einfluss, dass die US-Regierung den Staat Österreich während des Krieges wieder anerkennte.

So ziehmlich keiner weiß was er für die Repuplik getan hat. Eine Frechheit wie die Sozis mit ihm umgegangen sind!

Zu einigen lächerlichen Besserwisser-Beiträgen zu Geschichte: Es gab in den Tausend Jahren viele schlechte aber auch einige gute Politiker der Habsburger.

Ich bin ein rießen Fan von ihm. Ich hoffe wir werden ihn noch lange bei uns haben. Würde ihn gerne mal kennen lernen. Man soll seine Idole treffen!

Antworten Gast: Graf Gudenus
04.02.2010 09:26
0 0

Österreich während des Krieges wieder anerkennte,

anderer bewirkte dassselbe in Moskau.

Ein k.u.k. Officierssohn aus Graz, ein Kommunist, nach 1945 Regierungsmitglied, zugleich das kultivierteste Mitglied des Parlamentes, das die Zweite Republik hatte; ohne Jude zu sein.

Der Staats den niemand wollte, sagte man. Falsch! Die Legitimisten (Monarchisten) und Kommunisten wollten ihn!

0 1

Re: Österreich während des Krieges wieder anerkennte,

Mit Kommunisten in einen topf geworfen zu werden, find ich gar nicht nett.
Aber denken Sie einmal an die Alternativen: Aufsplitterung auf die Nachbarländer oder womöglich ein "Anschluss" an Russland?
Seien wir froh, dass es Österreich noch gibt. Wäre es nicht so, wer weiß denn welche Kriege um unser Land noch geführt worden wären.
Der sowjetische Nationalismus, der französizische, vielleicht noch der italienische waren mit dem Krieg jedenfalls noch lange nicht zu Ende.
Wer weiß, was uns erspart blieb!

Antworten Antworten Antworten Gast: Graf Gudenus
04.02.2010 15:08
1 0

Österreich,

Tatsache ist, dass Legitimisten (Monarchisten) und Kommunisten die einzigen waren, die diesen neuen Staat wollten.

Zahlreiche russ. Sowjetkommunisten bekennen sich zur russ. zarisischen Vergangenheit; dazu gehört auch das ehemalige Herrscherhaus.

Gast: FK
03.02.2010 21:42
1 6

Monarchie = knallharte Diktatur,

so hart das das Volk von England, Spanien und Schweden mit Peitschen durch die Straßen geknechtet wird.


Antworten Gast: digiworld
04.02.2010 13:21
1 0

Re: Monarchie = knallharte Diktatur,

in welchen horrorfilm haben sie den das gesehen? oder leben sie auf dem mond?

Gast: pk
03.02.2010 21:39
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Tod einer bemerkenswerten Frau

Wird das irgendjemand in hundert Jahren , denn Gott schenke ihnen langes Leben, von Frau Vranitzky sagen können? Von Frau Klestil-Löffler? Von Frau Prammer?
Wenn wir den Wendehals Renner, der Hitler und Stalin gleichermaßen enthusiastisch begrüßt hat, mit Otto Habsburg vergleichen?
Das einzige, was man sagen kann: die Republik hat nicht überzeugt.
Dass der/die Beste alles werden könne. Schöner Satz, gute Idee – nur völlig realitätsfremd
Die Republik hat einfach nur Funktionäre, Apparatschiks geschaffen. Und noch dazu, ungebildete.
Deswegen raus aus diesem System. Raus aus der repräsentativen Demokratie. Weg mit den Kasperln des Parlaments. Die Staatsbürger sollen selbst entscheiden. Sie zahlen, also sollen sie auch entscheiden.
Wir brauchen eine direkte Demokratie.
Allein, wenn man die Kosteneinsparung bedenkt.
Kann also der Tod dieser bemerkenswerten Frau, uns auf eine sinnvolle Schiene setzen?


Antworten Gast: xxx
04.02.2010 01:18
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Re: ein “von”

Danke!

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Re: Re: ein “von”

Beschämend, wie herablassend der ORF auf seinen Onlinemedien berichtet...
Rubrik: "Leute"
Titel: "Ehefrau von Otto Habsburg gestorben"
Position: ganz unten.
Nüchtern war der Artikel, dem Redakteur hätte das Gegenteil für etwas Respekt und Mesnschlichkeit sicher ganz gut getan.

 
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