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Hollywood: Lindsay Lohan aus Klinik entlassen

25.08.2010 | 19:10 | Teresa Schaur-Wünsch (Die Presse)

Schon nach 22 Tagen wurde Lindsay Lohan am Dienstag aus der Entzugsklinik des UCLA Medical Center in Los Angeles entlassen. Auch diesmal: vorzeitig. Jetzt könnte ihr Tarantino zurück auf die Leinwand helfen.

Sie kam durch die Hintertür und sprang sofort in ein wartendes Auto: So hat Lindsay Lohan am Dienstag ihren verordneten Aufenthalt in der Entzugsklinik des UCLA Medical Center in Los Angeles beendet. Auch diesmal: vorzeitig.

Promi-Bonus kam dabei nur bedingt zum Einsatz. Bei der Haft im Juli waren es gute Führung und die Überfüllung der kalifornischen Gefängnisse gewesen, die die 90-tägige Haft der US-Schauspielerin auf schlanke 13 Tage verkürzt hatten. Dafür, dass die 24-jährige Alkoholsünderin nun auch die Entzugsklinik nicht erst nach drei Monaten, sondern schon nach gut drei Wochen verlassen durfte, sind andere Gründe verantwortlich. Offenbar steht es um die psychische Verfassung der Schauspielerin mit allseits bekanntem Hang zu Kokain und Alkohol nicht ganz so schlimm wie angenommen.

Eine seit Jahren bestehende Diagnose eines Aufmerksamkeitsdefizits habe sich als falsch erwiesen, meldet das Onlineportal TMZ. Auch eine angeblich diagnostizierte bipolare Störung soll nun von den Ärzten wieder verworfen worden sein. Zwar bleibt Lohan in Behandlung – ab sofort darf sie diese aber mittels ambulanter Besuche absolvieren.


Damit ist also wieder ein Kapitel im Fortsetzungsroman des Lebens der Lindsay Lohan abgeschlossen. Von Fans und Konfetti begleiteter Einzug ins Gericht, tränenreicher Auftritt dort, fast zwei Wochen in einer Zelle im Frauengefängnis und der Aufenthalt in einer geschlossenen Anstalt liegen hinter ihr. Offen ist, was genau nun vor ihr liegt. Möglich ist, dass Lohan nun einfach weitertut wie bisher, sprich: vergessen macht, dass sie einige ziemlich erfolgreiche (Disney-)Filme gedreht hat, dass sie Kritiker immer noch für eine talentierte Schauspielerin halten. Tatsächlich gibt es Stimmen, die ihr eine große Filmstaraura attestieren; die durch ihre Präsenz gar an Persönlichkeiten wie Elizabeth Taylor oder Marilyn Monroe erinnert werden.

Möglich, dass Lohan weiter mit bewährtem „business as usual“ die Presse füttert: keine Party auslassen, mit ihrer Manager-Freundin-Mutter Dina um die Häuser ziehen und dazwischen die Anonymen Alkoholiker frequentieren. Dort war sie schon Stammgast, bevor sie in Kalifornien überhaupt legal (mit 21) Alkohol konsumieren durfte. Mit all dem „unterhält“ Ex-Kinderstar Lohan seit Jahren und wirkt dabei wechselweise trotzig-wild und einfach unglücklich.

Alternativ könnte sich die 24-Jährige, die schon mit drei Jahren vor der Foto- und Fernsehkamera stand, aber auch auf ihr Talent besinnen und von Partygirl und Skandalnudel wieder auf Schauspielerin umschalten. Immerhin waren ihr in den letzten Jahren immer wieder seriöse Rollen abseits der Highschool-Komödien angeboten worden. Hilfe beim Leinwand-Comeback könnte dabei ausgerechnet von Kultregisseur Quentin Tarantino kommen – und der hat – siehe John Travolta– durchaus Erfahrung darin, abgehalfterten Mimen zurück ins Geschäft zu verhelfen.


Noch in diesem Jahr kommt Lohan jedenfalls in einer ersten Tarantino-Produktion ins Kino. „Machete“ war ursprünglich nur ein fiktiver Trailer in einem Filmdoppelpack von Tarantino und Robert Rodriguez namens „Grindhouse“ (in Europa: „Planet Terror“ und „Death Proof“). Weil der Trailer bei den Fans aber so gut ankam, hat „Sin City“-Regisseur Rodriguez nun einen echten Film daraus gemacht; Tarantino fungierte als Produzent. Dafür, dass Lohan in „Machete“ nur einen kurzen Auftritt hat, wird sie (samt Filmsujet als Nonne mit Colt) schon ziemlich gut beworben.

Auch dürfte sie bei den Dreharbeiten Eindruck gemacht haben, sodass es im Frühjahr Gerüchte gab, Tarantino habe für sie eine tragende Rolle in einem neuen Projekt vorgesehen. Ob das noch gilt, wird sich weisen.

Zurzeit hat Lohan ohnehin anderes zu tun: Noch während sie in Haft beziehungsweise in der Klinik saß, handelte ihre geschäftstüchtige Mutter neue Deals aus. Fürs erste Fernsehinterview nach der Entlassung soll es einen siebenstelligen Betrag aufs Konto geben.


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