25.05.2012 10:25 | Meine Presse Merkliste 0

Plagiatsverdacht gegen Schaumburg-Lippe

02.09.2010 | 17:50 |   (DiePresse.com)

Dem Medien-Prinz Mario-Max Schaumburg-Lippe wird vorgeworfen, seine Dissertation systematisch abgeschrieben zu haben. Es gäbe "Plagiatsstellen von der allerersten bis zur allerletzten Zeile".

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Plagiatsverdacht gegen Mario-Max Schaumburg-Lippe wegen dessen Dissertation: Die Universität Innsbruck hat ein behördliches Verfahren eingeleitet, bestätigte man am Mittwoch. Dafür würden Gutachten eingeholt. Ausgangspunkt der Erhebungen dürfte ein der APA vorliegendes Gutachten des österreichischen Medienwissenschafters Stefan Weber sein.

Weber hat im Auftrag einer Anwaltskanzlei die Buchfassung der Dissertation von Mario Wagner - so der bürgerliche Name von Schaumburg-Lippe - mit dem Titel "Kann der Papst die Krise beenden?" überprüft. Sein Urteil: Die Plagiatsstellen würden sich "von der allerersten bis zur allerletzten Zeile Fließtext" ziehen.

Wer kann die Krise beenden?

Schaumburg-Lippe hat laut Weber 2003 an der Uni Innsbruck in Rechtswissenschaften zum Thema "Die Sozialphilosophie von Joseph Kardinal Höffner" dissertiert, das darauf basierende Buch ist 2009 im "Lulu Verlag Deutschland" unter dem Titel "Kann der Papst die Krise beenden?" erschienen. Betreuer der Dissertation war laut Weber der Jurist Theo Mayer-Maly.

Gutachten ist vernichtend

Weber hat den Auftrag zur Überprüfung der Dissertation von einer deutsch-österreichischen Anwaltskanzlei erhalten. Nach Angaben des Medienwissenschafters ist die Doktorarbeit "wortident" mit den mittlerweile zwei Ausgaben des Buches. Er hat die Buchfassung der Dissertation mit Hilfe der Suchmaschine "Google" auf mögliche Übereinstimmungen mit Texten aus dem Internet untersucht. Sein Urteil in dem Gutachten fällt vernichtend aus.

Von der allerersten bis zur allerletzten Zeile

Der Verfasser habe aus mehreren Enzykliken des Papstes, von Joseph Höffner selbst sowie Sozialwissenschaftern bzw. -ethiker plagiiert. "Auffällig ist, dass sich die Plagiatsstellen - im Umfang von einem Einzelsatz bis zu eineinhalb Seiten Fließtext am Stück - durch die gesamte Arbeit ziehen, von der Kurzfassung am Textanfang bis zum Schlusskapitel, und sogar im wahrsten Sinne des Wortes von der allerersten bis zur allerletzten Zeile Fließtext." Dies lasse den Schluss zu, "dass der Autor 'methodisch' vorgegangen ist", so Weber, der auf 74 Buchseiten 37 plagiatorische Einzelübernahmen identifiziert hat.

Aberkennung des Doktortitels

Weber hält "hochschulrechtliche Konsequenzen" für "unvermeidlich", wie er im Gutachten schreibt, das er der Uni Innsbruck im April 2010 übermittelt hat und die ihm im Mai versichert habe, dass sie die Vorwürfe gewissenhaft prüfen werde. "Der Fall ist klar, das muss zu einer Aberkennung des Doktortitels führen, alles andere wären sizilianische Verhältnisse", sagte der Medienwissenschafter gegenüber der APA.

Schaumburg-Lippe war vorerst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

19 Kommentare
Gast: Ph. Gudenus, Paris.
03.09.2010 09:23
0 1

vernichtend

Spielte hier Adelsfreserei mit, die sich letztich gegen einemsgleichen richtete

Antworten Gast: johnzi
03.09.2010 09:48
0 0

Re: vernichtend

"einemsgleichen", wirklich großartig, da tritt die geschliffene bildung in rechten kreisen wirklich deutlich hervor. köstlich! :-)

Antworten Antworten Gast: Graf Gudenus, Paris
03.09.2010 11:36
0 0

vernichtend

geschliffene bildung in rechten kreisen [tritt deutlich] wirklich deutlich hervor. köstlich!

Ob diesen Kreisen nicht zuviel zugeschrieben wird?

Gast: xxl
03.09.2010 08:58
0 1

Müll...

...Schwachsinn und Volksverblödung hoch3 !
Selbst die Presse ist keine Aunahme in der Verbreitung von Müll !

Antworten Gast: uibel
03.09.2010 10:55
0 0

Re: Müll...

Zusammenhang?
Oder einfach Verbaldiarrhoe?

0 0

Na wenn er es schon im

Lulu Verlag publizieren muss..

Gast: Whothe
02.09.2010 23:22
1 0

Wer ist Herr Schaumburg-Lippe?

War bereits zu irgendeiner Zeit vorher über ihn in der PRESSE zu lesen? Ich habe noch nie vorher über ihn gehört.

Antworten Gast: Philipp Gudenus
03.09.2010 11:39
0 0

Wer ist Herr Schaumburg-Lippe?

Ein nemand mit dem bürgerrlichen Namen Wagner bzw. ex stirpe?

vondelpark
02.09.2010 22:40
1 1

Orden für Weber!!

Und da soll noch einmal wer über Doz.Dr. Weber schimpfen! Was täten denn die unifähigen Unis ohne Aufdecker von Außen??

Blitzky
02.09.2010 21:37
3 0

Warhscheinlich hat er sie nicht einmal selbst abgeschrieben...

sondern sie von irgend jemanden abschreiben lassen. Ich wrde schwer vermuten, dass er dieses unter seinem Namen eingereichte Plagiat nicht einmal selbst gelesen hat.
So gehts heutzutage eben an den österreichischen Unis zu.

Antworten Gast: Graf Gudenus, Paris
03.09.2010 08:24
0 0

So gehts heutzutage eben an den österreichischen Uni... zu!.

Nihiliten bringen nur solche hervor;

Ex nihilo nihil.

Immerhin hat man zu loben, die im zehnten Hieb erscheinende ... hat die Neue Freie Presse dankenswerterweise überlebt.
- Gott sei Dank ? - gibt es Leute wie Mayer-Maly, etc!

Antworten Antworten Gast: Ph. Gudenus, Paris.
03.09.2010 09:21
0 0

wie ...

Hoffentlich hat man Humor!

Gast: ein mündiger
02.09.2010 19:39
1 0

dafür gibts inzwischen tools

durch lesen wurden selten plagiate entdeckt. seit jahren muss man eine soft-copy abgeben und es werden tools eingesetzt, die den text scannen und farblich nach übereinstimmungen mit anderen quellen markiert.
so sind plagiate leicht aufzufinden… sieht nicht gut aus für ihn. wenn alle dissertationen und diplomarbeiten digitalisiert sind, werden wohl noch zahlreiche solcher fälle auftauchen.

Antworten Gast: hans2
02.09.2010 23:05
0 1

Re: dafür gibts inzwischen tools

Ach ja, diese Tools. Das kenne ich aus eigener Erfahrung: der erste programmierte Verdachtsfall ist die ehrenwörtliche Erklärung (weil von der Uni im Wortlaut vorgegeben), die letzte Häufung ist die Literaturliste (sofern die Quellen formal korrekt angegeben sind). Jede in der Literaturdatenbank des Tools bereits aufgetretene Abfolge mehrerer Wörter ist bereits ein Verdachtsfall (besonders komisch bei Überschriften oder inhaltslosen Überleitungsfloskeln). Die Betreuer von Abschlussarbeiten sind in der Regel schon ziemlich angepi**t (Bitte um Entschuldigung für den angemessenen Ausdruck!) von diesen Wundertools. Vor allem, wenn sie stundenlang Literatur nachsuchen müssen und dann draufkommen, dass der entsprechende Sachverhalt nach den Regeln der verwendeten Sprache gar nicht anders ausgedrückt werden kann.

Da wünsche ich mir eine akademische Kultur, die mehr auf echte Innovation und weniger auf möglichst umfangreiches Text-Produzieren fokussiert ist...

Antworten Antworten Panda
03.09.2010 07:18
0 0

Re: Re: dafür gibts inzwischen tools

Also meine Arbeit hat sehr stark auf andere Arbeiten aufgebaut. Eine Anaylsenmethode die noch nie fuer sowas eingesetzt wurde, wurde mit traditionelle Methoden verglichen.
Dh. Die Haelfte der Arbeit waren die abgeschriebenen Methoden, natuerlich mit Quellenangabe. Ich denke in Geisteswissenschaften ist noch viel mehr Uebereinstimmung wenn man nur Wortfolgen vergleicht.

Gast: adfasdgdghagg
02.09.2010 18:49
2 0

also kurz

das geschreibsel hat niemand ernsthaft durchgelesen, sonst wären die unterschiedlichen vorlagen wohl erkannt worden.

Euler
02.09.2010 18:41
1 0

Ist ja üblich bei den "Herrschaften" ...


Antworten Gast: Graf Gudenus, Paris
03.09.2010 07:42
0 0

Ist ja üblich bei "den" Herrschaften

Addendum!

Antworten Gast: Graf Gudenus, Paris
02.09.2010 21:30
0 0

Ist ja üblich bei den

Stimmt behauptete Herrschaft?

Wer isr diese? Diese überhaupt der Rede wert?