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Ärger um Robbie Williams: Take That bald zu viert?

02.02.2011 | 18:20 |  Von Axel Reiserer (Die Presse)

Schon vor Beginn der Welttournee wackelt die Zukunft der wiedervereinigten Band. Dafür soll Robbie Williams' Leben zum Musical werden. Beobachter meinen, Williams habe ohnehin die Lust an Take That verloren.

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Als „Fünf Freunde“, frei nach Enid Blyton, wollten sie die Welt wiedererobern, aber die raue Wirklichkeit des Musikgeschäfts ist offenbar kein Kinderspiel. Noch vor Beginn der Welttournee von Take That im Mai schießt Gary Barlow, der Frontman der wiedervereinigten Popgruppe, scharf gegen den heimgekehrten Sohn Robbie Williams: „Ich sehe unsere Zukunft weiterhin als ein Quartett. Seit wir 2005 wieder zusammengekommen sind, haben wir bewiesen, dass wir es auch zu viert können.“

Take That war die erfolgreichste britische „Boyband“ der 1990er-Jahre gewesen. Nach dem Ausscheiden ihres exzentrischen Stars Robbie Williams 1995 zerbrach die Gruppe aber. Während Williams zu einer beispiellosen Solokarriere ansetzte, versanken die übrigen Bandmitglieder in der Vergessenheit. Sein weltweiter Erfolg bekam Robbie Williams aber nur finanziell gut: Die Plattenfirma EMI zahlte ihm 2002 für einen Vertrag für drei Alben 80 Millionen Pfund.

Doch alle drei Platten wurden Enttäuschungen. Die Fans goutierten Williams' Versuche nicht, sein musikalisches Repertoire zu erweitern. Von Robbie Williams will die ganze Welt Lieder wie „Angels“ oder „Feel“ hören und in seliger Ekstase unter Hunderttausenden mitgrölen dürfen. Williams, der immer schon mit Suchtproblemen zu kämpfen hatte, stürzte böse ab und entzog sich mit Medikamenten, Alkohol und manch anderen Substanzen der Erwartungshaltung seiner Fans.


Wie groß die Entzugserscheinungen waren, zeigte sich nach der Wiedervereinigung der vier Stammmitglieder von Take That – ohne Robbie Williams. Nicht nur eilten sie von einem ausverkauften Konzert zum nächsten, von den beiden Platten „Beautiful World“ (2006) und „Circus“ (2008) verkauften sie 40 Millionen Stück. Als im Oktober Robbie Williams dann seine Rückkehr zu Take That verkündete, hatte das immer ein wenig den Beigeschmack eines eingestandenen Scheiterns.

Natürlich konnte man sich damals in gegenseitigem Lob und Hudel kaum genug tun. „Es ist, als würde ich nach Hause zurückkehren“, sagte der verlorene Sohn Williams. Und Barlow erwiderte: „Es ist fantastisch, dass Robbie wieder dabei ist, ein Traum.“ Doch hinter den Kulissen dürfte es einen offenen Kampf der Egos geben, bei dem sich die vier Stammmitglieder gegen Williams zu stellen scheinen: Er war weder beim gemeinsamen Weihnachtsurlaub dabei noch bei Gary Barlows 40.Geburtstag vor Kurzem in London. Stattdessen sandte er eine Videogrußbotschaft aus LA – nackt und mit einem Hündchen unter dem Arm. Augenzeugen bezeichneten seinen Auftritt als „bizarr“.

Genug Stoff für weitere Verarbeitung bietet Robbie Williams' Leben jedenfalls genug. Wie die Zeitung „The Sun“ berichtet, soll seine Geschichte zu einem Musical verarbeitet werden. Angeblich habe der Sänger die Verwendung seiner Solo-Hits für die Show im Old-Vic-Theater im Londoner West End bereits genehmigt. Ob das seine Bandkollegen freut?

Manche Beobachter meinen, Williams habe ohnehin schon wieder die Lust an Take That verloren. Andere sehen den Versuch der übrigen Band, sich nicht noch einmal von ihm dominieren zu lassen. „Wir sind jetzt wieder mit Robbie zusammen“, betonte Barlow, mit Betonung auf „jetzt“. Buchmacher bieten bereits Wetten an, dass Williams noch vor der Tournee aussteigen wird. Sie startet am 27.Mai in Sunderland, innerhalb von zwei Tagen war sie mit mehr als einer Million verkaufter Tickets ausverkauft. Das Begleitalbum „Progress“ – mit Robbie Williams – war 2010 die bestverkaufte Platte Großbritanniens.

Während die Fans bangen, wagt die Wissenschaft einen tieferen Blick. Zeitgleich mit den Take-That-Konzerten im Juni in Manchester bietet die Universität der nordenglischen Metropole ein zweitägiges Seminar zum Thema „Making Things Whole Again: The Take That Reunion” an. Möglicherweise war das etwas voreilig.

Auf einen Blick

Take That wurde 1990 als britische „Boyband“ gegründet. 1995 verließ Robbie Williams die Band, im Jahr darauf gaben Take That ihre Trennung bekannt. 2005 fanden Gary Barlow, Mark Owen, Jason Orange und Howard Donald wieder zusammen. 2010 kehrte auch Robbie Williams zurück.

Am 12.Februar sind Take That bei „Wetten, dass...?“ zu Gast. Dort hätten sie schon im Dezember auftreten sollen, der Unfall des Wettkandidaten Samuel Koch war aber dazwischengekommen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.02.2011)

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6 Kommentare
Gast: Destiny15
06.02.2011 01:31
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Unnötiger Wirbel

Ich hab das Interview von Gary B. an seinem Geburtstag live auf Radio BBC 2 mitgehört und es ist immer wieder interessant, was die Presse daraus macht und wie alles aus dem Kontext gerissen wird. Gary hat kein schlechtes Wort über Robbie gesagt, schon gar nicht scharf geschossen. Er sagte, Rob ist Teil der Band, aber es war nie geplant, dass es für immer ist. Sie funktionieren super zu viert, Robbie ist nun wieder dabei und auch wenn er erneut solo singt, ist er jederzeit in der Band willkommen. Robbie selbst hat bei seinem Video-Auftritt (der in der Tat peinlich war) aber etwas wichtiges gesagt: niemand braucht sich Sorgen wegen der Tour zu machen. Und Gary wollte nur klarmachen, dass sich niemand Sorgen um die Band machen muss, auch wenn Rob wieder geht. Auch ich sehe die Band viel lieber zu viert, aber freu mich auch auf gemeinsame Auftritte. Die Presse muss wie immer was zu schreiben haben. Im übrigen ist dieses Interview bereits zwei Wochen alt und der Aufreger vorbei. Hier hat das wohl jemand arg spät aufgegriffen und das Interview noch nicht einmal gehört.

Ich wünsche den vieren mit und ohne Robbie alles Gute.

Gast: Taker :D
04.02.2011 17:49
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:O

War doch klar. Robbie kann sowas nicht -.-

Ich fande die zu Viert cooler. I.wie lustiger. Ich meine zu 5t sind sie auch gut, aber ich kenne sie nur zu viert da ich 14 bin :P

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Interessant

Ein kleines Gerüchtchen in die Welt gesetzt und schon gibts gratis Werbung in den Gazetten für die anstehende Tournee ...

Gast: KUGELSchreiberFan
03.02.2011 15:07
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erfolg?

vielleicht sollte man erwähnen, dass robbie williams tatsächlich nie wirklich einen "sagenhaften erfolg" hatte, sondern lediglich in europa, hauptsächlich uk und deutschland, anfangs erfolge verbuchen konnte. von einer weltkarriere war der weit entfernt.

Gast: Fer Luzi
03.02.2011 10:47
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Schon interessant...

...wie ein maximal durchschnittlicher Sänger, der wie ein (mittlerweile in die Jahre gekommene) trotziger Hooligan aus den Klamotten schaut, derart viel Erfolg haben kann. Völlig unverständlich. Ein Pop-Paradoxon sozusagen. Einer der überbewertetsten "Musiker" (echte Musiker verzeihen mir die Verwendung ihrer Berufsbezeichnung für diesen Kerl) aller Zeiten.

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Re: Schon interessant...

Nun, er ist eben Entertainer und kein Musicus.