Sie können mit Sicherheit noch zu "Take Your Mama" und dem Nummer-Eins-Hit "I Don't Feel Like Dancing" mitsummen. Denn so lange ist es nicht her, als die Scissor Sisters Ohrwürmer wie eben jene sangen und damit weltweit Erfolge feierten. Von 2004 bis 2006 brachte die schrille Disco-Pop-Band zwei umjubelte, millionenfach verkaufte Alben - "Scissor Sisters" und "Ta-Dah" - heraus. Letzteres erklomm in einigen Ländern, darunter in Großbritannien, den Charts-Thron, in Österreich kam die New Yorker Formation immerhin auf das Stockerl.
Die Dead Lesbian and the Fibrillating Scissor Sisters, so hießen die Scissor Sisters ursprünglich, schafften den schwierigen Spagat zwischen Mainstream und Underground und waren sowohl in der Queer-Szene, hier liegen die Wurzeln der US-Band, und der "Hetero-Gesellschaft" gleichermaßen beliebt. So war es auch naheliegend, dass sie 2007 am Life Ball auftraten.
Ein flächendeckender Flop
Es mag an den größtenteils nicht jugendfreien Texten des bislang letzten Albums "Night Work" (2010) oder an der Veränderung der Musiklandschaft, konkret an der Electroisierung bzw. Dubstepisierung des Pop, liegen, dass der discolastige Longplayer fast flächendeckend floppte. Es wurde ruhig um die einstigen Pop-Superstars.
Im Vorjahr erlebten die Sisters ihren negativen Höhepunkt. Wegen "Finanzproblemen" mussten etliche Konzerte in ihrer einstigen Hochburg Europa abgesagt werden: "Es ist unmöglich geworden, dass die Tour finanziell funktioniert". Das sei "sehr enttäuschend, entzieht sich aber unserer Kontrolle", hieß es auf der offiziellen Website.
Electro, House und Stakkato-Gesang
So katastrophal das vergangene Jahr war, so vielversprechend könnte 2012 werden. Am 13. Februar erscheint die Vorab-Single "Shady Love" des neuen Albums (noch kein Release-Datum). Und diese ist wirklich neu: Der Disco-Pop ist einer zeitgemäßen Mixtur aus Electro, House und Stakkato-Sprechgesang gewichen. Verantwortlich dafür ist ihr neuer Produzent Alex Ridha, der Techno-Welt besser bekannt als Boys Noize. Auch die Tatsache, dass Azealia Banks, die zu den drei größten Pop-Versprechungen 2012 der BBC gehört, an der Comeback-Single mitgewirkt hat, spricht für das immer noch gute Pop-Näschen der New Yorker.
(mtp)
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