Das offizielle Pensionsalter hat sie schon vor 20 Jahren überschritten. Ihren Job macht sie jetzt fast so lange wie die britische Rekordhalterin Queen Victoria, die 64 Jahre (1837–1901) auf dem Thron saß. Aber statt ihr diamantenes Dienstjubiläum zu feiern, wird Königin Elizabeth II. am Montag das tun, was sie seit 60 Jahren fast täglich macht: lächeln, Hände schütteln, huldvoll winken, diesmal beim Routinebesuch in einer nordenglischen Kleinstadt.
„Business as usual“, meint Valentine Low, Königshaus-Korrespondent der Londoner „Times“. „Sie will damit nicht beweisen, dass sie den Job noch packt. Das hat sie gar nicht nötig. Aber es zeigt, was für ein starkes Pflichtbewusstsein sie hat.“ Zumal der Tag, an dem aus der jungen Mutter plötzlich Königin wurde, für Elizabeth auch traurig sei: „Es ist schließlich auch der Tag, an dem ihr Vater starb“, so Low.
Am 6. Februar 1952 war die 25-Jährige mit ihrem Mann Prinz Philip auf Safari in Kenia – ein Abstecher auf einer lang geplanten Reise nach Australien und Neuseeland, die Elizabeth für den krebskranken George VI. übernommen hatte. In seiner Biografie „The Diamond Queen“ beschreibt der renommierte BBC-Journalist Andrew Marr, wie Elizabeth, die ihren Vater sehr geliebt haben soll, auf die Todesnachricht reagierte: stoisch, ohne äußeres Zeichen von Trauer.
Auf den Thron, den sie erst im Juni 1953 offiziell bestieg, war sie längst vorbereitet: Schon seit ihrem zehnten Lebensjahr, als ihr Vater überraschend König wurde, war die kleine Elizabeth auf ihre künftige Rolle gedrillt worden. Zunächst mit Privatunterricht in Verfassungskunde, mit 15 Jahren dann mit ersten repräsentativen Verpflichtungen. An ihrem 21. Geburtstag versprach sie ihrem Volk per Radioansprache „mein ganzes Leben, mag es kurz oder lang sein, in euren Dienst“ zu stellen.
Daran hat sie sich gehalten – auch wenn es das Empire längst nicht mehr gibt. „Die Königin ist Königin einer Nation im Niedergang gewesen, und mancher würde sagen, dass ihr größtes Verdienst ist, diesen unvermeidlichen Prozess abzumildern und menschlicher zu machen“, schreibt Biograf Marr.
Ein harter Job. In sechs Jahrzehnten hat sie über 260 Besuche in über 130 Ländern absolviert. Sie ist Schirmherrin von mehr als 600 wohltätigen Einrichtungen. Und sie hat über 400.000 Adelstitel und Orden verliehen. Außerdem muss die Queen sehr viel lesen: täglich mehrere rote Schachteln voll mit Regierungsdokumenten. Gesetzestexte, Kabinettssitzungsprotokolle, Geheimdienstberichte.
Immer mittwochs empfängt sie „ihren“ amtierenden Regierungschef im Buckingham Palace zur Privataudienz – eine Art Therapiesitzung für gestresste Premiers. „Man offenbart ihr gegenüber, aber auch vor sich selbst, die tiefsten Gedanken und schlimmsten Sorgen. Und das kann manchmal dabei helfen, Antworten zu finden“, verriet Premier David Cameron jüngst über die streng vertraulichen Gespräche.
Das britische Staatsoberhaupt soll „ihre“ Regierung beraten und warnen, sich ansonsten aber heraushalten. Vor allem das Heraushalten hat die Queen immer praktiziert. Kritiker werfen ihr deshalb vor, sie sei zu passiv. Doch Historiker und Verfassungsexperte Vernon Bogdanor hält genau das für ihre Stärke – und die Stärke der Monarchie: „Die Alternative wäre ein Präsident, ein Politiker, mit parteipolitischen Allianzen. Der könnte nie alle Briten, geschweige denn alle Länder des Commonwealth vertreten, wie die Queen das kann.“ Umfragen geben Bogdanor recht: Nur ein Fünftel der Briten hätte lieber eine Republik mit einem gewähltem Staatsoberhaupt.
Die Queen wird verehrt, aber nicht geliebt, sie ist ihren Untertanen vertraut, aber auch fremd. Auf die Frage, wie sie als Person ist, gibt es entsprechend viele Antworten: schüchtern und klug, humorvoll und schlagfertig, schreibt etwa Historiker Marr. Königshaus-Reporter Low dagegen meint: „Sie ist sehr ernst. Es wird immer behauptet, sie sei so witzig und könne Leute parodieren. Aber ein Beispiel dafür hat noch niemand geben können.“ Er selbst habe der Queen „ein paarmal die Hand geschüttelt“ – und fast ein bisschen Angst vor ihr: „Sie hat den Ruf, Leute, die was Blödes sagen, ziemlich rüde abzufertigen.“
Geheimnis ihres Erfolges. Einig sind sich die Experten: Elizabeth liebt ihren Mann Philip (90), den sie 1947 in einem seltenen Akt der Rebellion trotz politischer Widerstände heiratete. Sie liebt das Landleben, ihre Pferde und Hunde. Böse Zungen behaupten gar, die 85-Jährige möge ihre Vierbeiner lieber als die vier Kinder, acht Enkel und eine Urenkelin. Über ihr schwieriges Verhältnis zu ihren Schwiegertöchtern, speziell Prinz Charles' Frau Diana, wurde endlos spekuliert. Die Briten nahmen ihrer Königin die scheinbare Teilnahmslosigkeit am tragischen Tod der Prinzessin 1997 in Paris sehr übel – die schwierigste Zeit in ihrer bisherigen Regentschaft, so Bogdanor.
Das Geheimnis ihres Erfolges sei letztendlich, dass niemand so recht wisse, was sie eigentlich denke, glaubt Königshaus-Experte Low: „Sie ist wie ein blanke Leinwand, auf die sich jeder seine Wunschvorstellung projizieren kann.“ Und eins sei klar: Freiwillig in den Ruhestand gehen werde die Queen nie. „Sie macht diesen Job so lange, bis sie umfällt. Das ist einfach ihr Jobverständnis.“
Königin Elizabeth II. wird als Princess Elizabeth Alexandra Mary of York als älteste Tochter von König George VI. und Königin Elizabeth geboren.
20. November 1947
Hochzeit mit dem Kriegsmarineoffizier Lieutenant Sir Philip Mountbatten.
14. November 1948
Geburt des Thronfolgers Prinz Charles.
6. Februar 1952
Am Todestag ihres Vaters wird die 25-Jährige zur Königin proklamiert.
2. Juni 1953
Offizielle Krönung.
20. November 1992
Ein Feuer beschädigt Windsor Castle, die Hauptresidenz der Queen, schwer.
31. August 1997
Prinzessin Diana verunglückt tödlich.
10. April 1998
Seltene Gelegenheit, bei der sich Elizabeth II. zum politischen Geschehen äußert: Sie beurteilt das „Good Friday Agreement“ – das Friedensabkommen zwischen den Parteien im Nordirland-Konflikt – als positiv.
Die Konstante: Ihre Majestät Elizabeth II.





Opulent und Prominent Sozzanis feurige Fashion-Fhow
Der Life Ball in Bildern Fotos in Flammen
Prominenz am Life Ball Models, Musen und Milla Jovovich
Grill-Skill Sind Sie ein guter Grillmeister?
Trans-Miss Jennas kleiner Sieg
Life Ball Vorhang auf für die Sozzani-Show
Donna, Gloria, Boney Was wurde aus dem Disco Fever?