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Späte Beichte: Kein Kuss, nur Sex

07.02.2012 | 18:12 |  von THOMAS VIEREGGE (Die Presse)

Mimi Alford fügt der Kennedy-Saga ein neues Kapitel hinzu. In ihrem Buch "Once Upon a Secret" erinnert sie sich an ihre Affäre mit JFK: "Er tat so, als sei das die natürlichste Sache der Welt."

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Der Präsident hatte es eilig. Ohne Umschweife machte er sich ans Liebesspiel, knöpfte der Praktikantin im Schlafzimmer der First Lady das Kleid auf, fasste ihr an den Busen und zog ihren Slip herunter. „Hast du das schon einmal gemacht?“, fragte er die 19-Jährige. Dass sie noch Jungfrau war, stimulierte ihn noch mehr. „Er roch nach 4711“, erinnert sich Mimi Alford fast 50 Jahre später in ihrem Buch „Once Upon a Secret“ an John F. Kennedy und den Beginn ihrer eineinhalbjährigen Affäre im Sommer 1962, die erst mit dem Attentat auf den Präsidenten in Dallas endete.

Vier Tage hatte die Brünette aus bestem Hause gerade im Pressebüro des Weißen Hauses gearbeitet, als sie ein Arbeitskollege in der Mittagspause unverfänglich zum Schwimmen in den Pool des Präsidentensitzes einlud. Wie der Zufall will, zog dort auch JFK seine Runden, um sein chronisches Rückenleiden zu lindern. Am Abend bat Dave Powers, ein Kumpel des Präsidenten, sie zu einer After-Work-Party. Kennedy gab der blutjungen Frau eine exklusive Besichtigungstour. „Ich stand unter Schock“, schreibt sie. „Er tat dagegen so, als sei das die natürlichste Sache der Welt.“ Während sich Jackie Kennedy im Feriendomizil auf Cap Cod von einer Fehlgeburt erholte, suchte der notorische Schürzenjäger Trost in fremden Armen.


Das amouröse Stelldichein mit dem Präsidenten wurde zum Routineakt. Marion „Mimi“ Beardsley – wie sie damals hieß – begleitete Kennedy auf der Präsidentenjacht „Sequoia“, wenn der Freizeitkapitän auf dem Potomac schipperte, und auch einmal zu einem Trip in den Yosemite-Nationalpark in Kalifornien. Sie sprach ihn respektvoll mit „Mr. President“ an, trotz aller Intimitäten kam es indes nie zu einem Kuss.

Als sie im Herbst 1962 schließlich ihr Studium am Wheaton-College in Massachusetts fortsetzte, rief Kennedy sie gelegentlich unter dem Pseudonym Michael Carter aus dem Weißen Haus an. Die Affäre ging weiter, noch eine Woche vor dem Attentat im November 1963 – kurz vor ihrer Hochzeit – trafen sie sich im Carlyle Hotel in New York.

Dass Kennedy bis zu sechsmal täglich sein Hemd wechselte, dass er mit Quietschenten in der Wanne pritschelte, dass er am liebsten Frank Sinatra und Tony Bennent hörte, dass er mit Hollywood-Stars wilde Partys feierte: All dies enthüllt die heute 69-Jährige, inzwischen weißhaarig, Brillenträgerin und Oma, in ihrem Buch, das in den USA am Mittwoch erscheint und aus dem die „New York Post“ schon vorab Schlüsselpassagen zitierte. „Ich wollte die Geschichte aus meiner Sicht erzählen“, bekannte Alford in einem Exklusiv-Interview mit NBC-Journalistin Meredith Vieira. Der Historiker Robert Dallek hatte die Affäre, von der nur die engsten Vertrauten wussten, in seiner Kennedy-Biografie 2003 ans Tageslicht gezerrt.

Mimi Alford war nur eine unter vielen Gespielinnen Kennedys während seiner Präsidentschaft. Verbürgt sind unter anderem Marlene Dietrich, Angie Dickinson, die Mafia-Geliebte Judith Exner oder die Frau eines deutschen Diplomaten, der alsbald abgezogen wurde. Dagegen nimmt sich die Affäre Bill Clintons mit Monica Lewinsky geradezu harmlos aus.

Nicht alle gingen an die Öffentlichkeit. Mary Pinchot Meyer, Schwägerin der Journalistenlegende Ben Bradlee – eines engen Kennedy-Freundes –, führte Tagebuch über Sex & Drugs im Weißen Haus. Nach dem mysteriösen Mord an Meyer 1964 während eines Spaziergangs am Georgetown-Kanal sorgte Bradlee, der die „Washington Post“ später als Chefredakteur durch den Watergate-Skandal manövrierte, dafür, dass die Notizen verbrannt wurden. Er ließ sich einen Coup entgehen.

Auf einen Blick

Marion „Mimi“ Alford arbeitete unter ihrem Mädchennamen Beardsley im Sommer 1962 als Praktikantin im Weißen Haus. John F. Kennedy begann eine Affäre mit der 19-Jährigen, die bis zu seiner Ermordung währte. Unter dem Pseudonym Michael Carter habe er sie im College angerufen, schreibt Alford in ihrem Buch „Once Upon a Secret“. Während sich JFK mit seiner Geliebten vergnügte, erholte sich Jackie Kennedy von einer Fehlgeburt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.02.2012)

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2 Kommentare
Gast: Penicillin
08.02.2012 01:38
1 1

Angeblich,

ließ er durch einen Senator Sofia Loren fragen,-ob sie mit ihm schlafen würde!
Er soll mich selber fragen,war ihre Antwort!.

Angeblich!

Gast: gast1234
08.02.2012 00:53
0 0

marlene dietrich

wirklich???