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Sympathie für „King Charles“ – die neue Prinzenrolle

11.06.2012 | 17:26 |  von Teresa Schaur-Wünsch (Die Presse)

Die Briten können sich neuerdings Prinz Charles als ihren nächsten König vorstellen. Am Sonntag hatte die „Sunday Times“ mit einer von ihr in Auftrag gegebenen Umfrage überrascht. Was ist los?

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Der Prinz weilt in Rumänien. Gleich nach den Feierlichkeiten zum Thronjubiläum seiner Mutter – das für ihn 60 Jahre als Thronfolger markierte – hatte er sich am Mittwoch nach Transsilvanien zurückgezogen, wo er Besitztümer hat, die traditionelle Landwirtschaft fördert und gern einmal der Landbevölkerung winkt. Oder, wie am Montag in Bukarest, den Präsidenten auf einen kleinen Privatbesuch trifft.

Dabei hätte Großbritanniens Prinz Charles den Rückzug gar nicht notwendig gehabt: In seiner Heimat ist der 63-Jährige „plötzlich König“, zumindest ein möglicher in den Köpfen. Am Sonntag hatte die „Sunday Times“ mit einer von ihr in Auftrag gegebenen Umfrage überrascht. Ergebnis: Die Briten wollen nun doch Prinz Charles als nächsten in line. Und nicht, wie lange Zeit mehrheitlich, seinen Sohn, „charming Prinz William“.

Das ist zwar nur eine rein theoretische Diskussion, tatsächlich steht eine verfassungsrechtliche Änderung der Thronfolge nicht zur Debatte und wäre auch kaum umzusetzen. Nichtsdestotrotz ist die Übung seit Längerem britischer Volkssport. Und eigentlich stehen die Briten ihrem Prinzen notorisch kritisch gegenüber. Warum? Darüber rätselte jüngst der „Independent“. Sind es das lange Gesicht, die traurigen Augen, fragte sich das Blatt.

Natürlich sind da auch andere, substanziellere Gründe, die das Volk skeptisch stimmen. Und zwar nicht nur Charles' verunglückte Ehe mit Diana, die ihn nicht gerade als fürsorglichen Gefährten dastehen ließ. Da ist auch sein Faible für Öko-Landwirtschaft, mit dem er in Mitteleuropa wahrscheinlich viel eher punkten könnte als auf der Insel. Auch wegen seinem Einsatz für Alternativmedizin muss er sich regelmäßig als Quacksalber bezichtigen lassen, ebenso ob seiner eher wenig fortschrittlichen Ansichten zur Architektur. Dahinter stehen aber nicht nur leidenschaftliche Positionen hinsichtlich seiner Steckenpferde, sondern ein Charakteristikum: Der Prinz mischt sich ein. Und konterkariert damit die Rolle, die seine Mutter perfektioniert hat: als neutrale Klammer der Einigkeit.

Mit eben jener, seiner Mutter, lag Charles zudem lange im unterschwelligen Clinch. Einsam und vernachlässigt sei er in seiner Kindheit gewesen, gab er in den Neunzigern zu verstehen. Genau hier ist aber auch Veränderung zu bemerken: „Eure Majestät, Mummy“, sprach Charles beim Popkonzert vergangene Woche an, um der Queen die Hand zu küssen und sie unter tosendem Applaus zu ehren.
Das Thronjubiläum, erklärte er samtweich, sei eine Gelegenheit, „dir und meinem Vater zu danken, dass ihr immer für uns da wart, uns mit eurer selbstlosen Verpflichtung inspiriert habt und uns stolz macht, Briten zu sein“. Untermauert hatte er seinen neuen Familiensinn (sein gutes Verhältnis zu seinen Söhnen steht schon länger außer Streit) schon zuvor, als er seiner Mutter einen sentimentalen Film voller Privatfotos zum Jubiläum schenkte.

Abgesehen davon hatte Charles zuletzt immer wieder punkten können. Im Mai begeisterte er, als er im schottischen Regionalprogramm der BBC als Wettermoderator auftrat (und „nass, kalt und windig“ prognostizierte). Wenig später, auf offizieller Visite in Kanada, ließ er sich Kopfhörer überstülpen und am DJ-Pult beibringen, wie man richtig scratcht. Und letzte Woche, als halb England beim angeordneten Straßenpicknick saß, nahm er unvorhergesehen und außer Protokoll im Trubel beim Jubilee Lunch am Piccadilly Circus Platz. Möglich, dass der Prinz mit 63 aus dem Schmollwinkel getreten ist. Möglich, dass die Briten langsam wirklich Gefallen an ihm finden, genauso möglich, dass er nur auf der aktuellen Royals-Euphorie-Welle surft. So oder so – irgendwann wird er König.

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8 Kommentare
Gast: Johann S
13.06.2012 13:43
0 0

Anachronismus pur

God shave the King,hups falsch.

Gast: ordeal
13.06.2012 09:08
0 0

am rande


Bei seinem Plauscherl mit Băsescu unterlief diesem ein Fauxpas als er den Royal zur diamantenen Hochzeit seiner Eltern beglückwünschte. Die Dolmetscherin war zum Glück voll auf der Höhe und korrigierte in der Übersetzung den Satz.
Charles könnte im Handumdrehen König werden ... in Transsylvanien. Die Nachkommen der ehemaligen kakanischen Untertanen hängen in diesen trüben Zeiten den Nostalgien ihrer Großeltern nach und wären nur allzu gerne bereit einem fremden Monarchen, der immerhin familiäre Wurzeln in ihrem Fürstentum aufzuweisen hat, Treue zu schwören.

Gast: advocatus diabolii
11.06.2012 20:37
1 1

queen will survive

mal sehen vielleicht ueberlebt die queen ihn ja , dann hat er eben pech gehabt ;-)

Vielleicht rettet ja Charles

das "Euroland" und ihre "Währungsunion" und "Solidaritätspäkte" "Stabilitätspakt", ESM "Rettungsschirm", "Finanztransaktionssteuern" (welch widerwärtige Wörter; da wird mir schon richtig schlecht, würg)

Das wäre der Untergang

des UK!

Der grüne Charly und seine wilde Reiterin Camilla.

Das wird die Queen sicher verhindern.

Gähn....

wo war schnell das umgefallene Fahrrad?

Re: Gähn....

In China??

Gast: Finsy
10.06.2012 18:25
1 2

aber nur ....

bis man ihnen sagt, charles als könig kommt mit königin camilla .... und dies wollen die briten (egal ob engländer oder schotten, denn nur diese beide kann ich aus meinem bekannten- und kollegenkreis beurteilen), dann doch noch nicht