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Bürgerschreck als Bürgermeister: Bushido rappt sich in die Politik

19.06.2012 | 18:00 |  von Karl Gaulhofer (Die Presse)

Der einst böse Rüpel-Rapper wird immer biederer: Bushido heiratet die Schwester der von ihm stets gedissten Sängerin Sarah Connor, will Hecken schneiden – und bei der nächsten Bürgermeister-Wahl in Berlin antreten.

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Die harten Jungs sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Früher, da hat dieser Berliner Vorstadtproll mit Echtheitsgarantie in seinen Stakkato-Reimen noch Mütter gef****, Schwule verdroschen und Schlampen zu Sexmaschinen degradiert. Seinen Lebenslauf würzte Bushido mit Körperverletzung, Drogenhandel, Ehrenbeleidigungen und geklauten Melodien. Über Konkurrenten wie Sido und Fler ergoss er in ritualisierten Wortschlachten tonnenweise Hass und Hohn. Heute sitzt er friedlich mit Sido beim Fischen am Tegeler See. Und dass die beiden keinen Angelschein haben, ist das schlimmste Verbrechen, mit dem sich die Bösewichte vom Dienst zuletzt brüsten konnten. O tempora, o mores.

Das mit dem Fischen passierte schon im Herbst, und es sagte eigentlich bereits alles über die bestürzende Verbürgerlichung der Speerspitzen des deutschen Gangsta-Rap. Das moralisch so einwandfrei verwahrloste Straßenkind lebt ja längst mit Mutter und zwei Hunden in einer schicken Villa in Dahlem, schwadroniert gepflegten Unsinn in öffentlich-rechtlichen Talkshows,  nennt Heckenschneiden seine Lieblingsbeschäftigung und verkauft in einem schnieken Laden am Alexanderplatz adrette Pullis mit V-Ausschnitt. Erst böse, dann bieder: Selbst diese inszenierte Volte ist noch von US-Vorbildern abgekupfert.

Aber es sollte noch schlimmer kommen, und daran könnte Anna-Maria Lagerblom schuld sein. Im Wonnemonat Mai gab der 33-Jährige seiner Freundin das Jawort. Sie ist die jüngere Schwester der von ihm stets routiniert gedissten Sängerin Sarah Connor. Die beiden wollen eine Familie gründen, vier Kinder haben, mit dem ersten ist die Braut im achten Monat schwanger. „Vatersein verändert“, erklärte der Musiker mit tunesischen Wurzeln, auch wenn er noch nicht sagen konnte, in welche Richtung. Jetzt wissen wir es: Bushido will in die Politik. Den pubertären Machtfantasien seiner Lieder, die auf dem Niveau des Schwanzlängen-Vergleichs verblieben, soll die reale Macht folgen. Er möchte Bürgermeister von Berlin werden, verriet er seinem Zentralorgan, der „Bild“. Zumindest soll es das Großmaul bei der nächsten Wahl ins städtische Abgeordnetenhaus schaffen. Natürlich mit seiner eigenen Partei, für die „Unterlagen schon da“ seien. Dazu will er noch weitere erlauchte Gestalten an Bord holen, von Dieter Bohlen („ein geiler Typ“) bis Boris Becker. Einsetzen will er sich vor allem für junge Menschen mit Migrationshintergrund. Freilich nicht mit weibischer Empathie, sondern mit der harten Hand: „Es gibt in Deutschland Regeln und Gesetze. Und wer sich nicht daran hält, der bekommt Probleme.“ Das hätte auch ein CSU-Scharfmacher nicht schöner sagen können. Und damit es alle verstehen, posiert der wertkonservative Selbstvermarkter dazu als Patriot mit Grundgesetz und Hand am Herzen.

Nun stehen sie also führerlos da, die pickel- und komplexbeladenen Fans aus deutschen Kinderzimmern, die mit ihrer Leidenschaft für Gangsta-Rap ihre Eltern wie auf Knopfdruck in besorgte Rage versetzen konnten. Das Genre verliert an Glanz und stürmt nicht mehr die Charts, nur die richtig Harten bringen was weiter, abseits des Mainstreams und mit oft noch weit abseitigeren Texten. Was bleibt von Brandstifter Bushido, seit er zum Biedermann mutiert ist? Für die „taz“ ist es die „schwule Sau“, die sich als beliebtestes Schimpfwort auf deutschen Schulhöfen etabliert hat und es homosexuellen Jugendlichen noch schwerer macht, sich zu outen. Zu nennen wäre auch die unangenehme Umgangsform namens „Berliner Schnauze“, die dank Bushido zum interregionalen Exportartikel avancierte. Vielleicht wählen ihn die dankbaren Berliner ja dafür tatsächlich zum Bürgermeister.

Auf einen Blick
Bushido (eigentlich Anis Mohamed Youssef Ferchichi) ist der erfolgreichste Vertreter des deutschen Gangsta-Raps. Nun will der wegen seiner Texte umstrittene Sänger seine Popularität nutzen, um als Politiker zu reüssieren: Er plant, eine eigene Partei zu gründen und bei der nächsten Berlin-Wahl anzutreten. Im Mai heiratete er die Schwester der Sängerin Sarah Connor.

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9 Kommentare

Gott sei Dank

dürfen 13

Gast: Feuervögelchen
19.06.2012 20:37
8 5

...ein Araber wird in D Politiker, das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen!

Es gibt schon diesen Özdemir und bei uns im Parlament diese...Türkin die nicht Deutsch kann.

Gehen wir jetzt geschlossen in den Selbstmord?

Irgendwann explodiert dieser Wahnsinn - dann hat keiner es erahnen können, gell?


Re: ...ein Araber wird in D Politiker, das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen!

!?

Gast: UKW
19.06.2012 20:29
6 0

Diese Meldung hat ungefähr die gleiche Relevanz, wie wenn mein Dackel am Gehsteig einen Haufen platziert

Einfach belanglos.

Bushido...

...war nie etwas anderes als ein verkappter Spießer. Nur so einer versteht die Seele des Kleinbürgers und kann sie reizen.

Gast: Get
13.06.2012 16:52
5 0

Jedem Pausenclown seine Partei.

Macht nur.

Gast: Johann S
13.06.2012 14:23
0 0

Hoffentlich

gibt es dann keine Raphörpflicht.

Ansonsten ist man bei User aeh.

Gast: aeh
13.06.2012 12:36
13 1

Tz

Wer nimmt diesen peinlichen Clown eigentlich noch ernst??

Gast: hbs
13.06.2012 11:27
8 0

interessante "news" - habe mich schon immer gefragt, wer mit Mesut Özil zusammen war.

morgen bringt diepresse die Information, wie Bushido sich die Zehennägel kürzt: mit der Schere oder mit dem Nagelzwicker.
Wir dürfen gespannt sein.