Der Wiener Opernball 2012: Alles dreht sich

16.02.2012 | 22:38 |   (DiePresse.com)

Ticker-Nachlese Politiker, Wirtschaftsbosse, Adabeis, alle hatten sie ein Ziel: das erste Haus am Ring. Die Nachlese zum 56. Wiener Opernball. Eine Nacht mit Carmen, Eliza und Brigitte.

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22.45 Uhr: Alles ist gelungen

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Damit endet unser Gastauftritt, DiePresse.com speichert den Ticker und wünscht eine gute Ballnacht.

22.44 Uhr: Alles dreht sich

Das Gedränge in den hinteren Reihen löst sich, die luftigen Zwischenräume auf dem Parkett schließen sich. Die Aufforderung zum allgemeinen Tanzvergnügen erfolgt traditionellerweise nach den einleitenden Takten des Strauss'schen Donauwalzers. Die Eröffnung des Wiener Opernballs 2012 wird ins Finale getrieben.

22.43 Uhr: Alles Walzer!

Die Debütanten drehen sich "An der schönen blauen Donau". Was jetzt noch fehlt, ist ein Befehl. Andreas Spörri und Ismet Özdek setzen mit "Alles" an, die Debütanten vollenden das Gemeinschaftswerk lautstark: "Walzer!"

22.39 Uhr: Lebensbaum in Schwarz-Weiß

Parkett frei, jetzt tanzt das Jungdamen- und Jungherren-Komitee zu Joseph Hellmesberger jun. schwungvoller Polka française "Auf Wiener Art". Inspiriert wurde der Tanz von Gustav Klimts goldenem "Lebensbaum".

22.35 Uhr: "Es grünt so grün"

Angela Gheorghiu feiert den phonetischen Durchbruch der Eliza aus "My Fair Lady" mit dem Song "I Could Have Danced All Night". Luftkuss, Fresienstrauss und Abgang.

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22.30 Uhr: Angela und die Liebe

Rumäniens Antwort auf Anna Netrebko, Angela Gheorghiu betritt den Raum und folgt den musikalischen Fußstapfen von Elīna Garanča. Die Sopranistin besingt als "Carmen" - eine ihrer Paraderollen - die Unberechenbarkeit der Liebe. Den Text der Arie "Habanera" hat Bizet seinerzeit selbst geschrieben.

22.23 Uhr: Der Barbier am Ball

Jetzt sprudelt das Tempo mit dem Champagner um die Wette. Weiter geht es mit Gioachino Rossinis komischer Oper "Il barbiere di Siviglia" (Der Barbier von Sevilla). Es spielt das Wiener Staatsopernorchester, Prêtres treibt die Musiker an.

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22.11 Uhr: Die Strauss'sche Dreifaltigkeit

Was wir jetzt hören, ist ein Bouquet der Familie Strauß (Vater, Sohn und Josef). Der Doyen der klassischen französischen Choreografen, Pierre Lacotte, wirft dazu die Gesellschaftstänze Cotillon, Quadrille und Polka Mazur in einen Topf und lässt die wendigen Eleven/innen, nach ihnen auch das Corps de ballet darin tanzen. Ein Heimkehrer ist dabei: Georges Prêtre debütierte vor fast fünfzig Jahren im Juni 1962 als Capriccio-Dirigent, jetzt steht er wieder am Pult. Das Staatsopernorchester, Rückgrat des Hauses, wie es Direktor Meyer liebevoll nennt, folgt Prêtres Taktstock.

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22.07 Uhr: "Hier fliegen gleich  ...

... die Löcher aus dem Käse. Nun geht sie los unsere Polonaise." Nein, Gottlieb Wendehals kommt auch dieses Jahr nicht zum Handkuss, stattdessen – ganz traditionell –  Carl Michael Ziehrers Fächer-Polonaise, op. 525. Die Erstaufführung dieser klassischen Ballkomposition wurde erstmals 1906 erwähnt. Mit seiner "Intrada" war Ziehrer so erfolgreich, dass ihm 1908 der höchste Titel eines "k. k. Hofball-Musikdirektors" verliehen wurde. Während sich diese kleine Fußnote noch wichtig macht, hat das Jungdamen- und Jungherren-Komitee bereits Stellung bezogen.

22.04 Uhr: Auftritt der Jungdamen und -herren

288 Debütanten dürfen sich voraussichtlich um 22.40 auf die Schulter klopfen. Vorher heißt es aber: Parkett frei für das Jungdamen- und Jungherren-Komitee des Jahres 2012. In seiner 56. Auflage übernahm heuer zum ersten Mal ein Tanzschulmeister mit Migrationshintergrund die Choreographie. Der 33-jährige Austro-Türke Ismet Özdek von der niederösterreichischen Tanzschule Isi-Dance hat mit 144 Paaren (16 Paare sitzen auf der Reservebank) die Eröffnung einstudiert.

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22.00 Uhr: Die Fanfare erklingt

Alle Augen richten sich auf die Mittelloge. Die Regierungsmitglieder erheben sich zur Österreichischen Bundeshymne, bleiben stehen, es folgt die Europahymne.

21.55 Uhr: Ein Glas zur Beruhigung

Desirée Treichl-Stürgkh gibt sich unaufgeregt: "Ich habe so viele Engeln, so viele gute Vibes, es wird alles gut gehen", sagt sie Alfons Haider. In den letzten fünf Minuten vor dem offiziellen Start genehmigt sie sich noch ein schnelles Glas Champagner.

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21.40 Uhr: 20 Minuten bis zur Eröffnung

Die Eingangstore gehören jetzt dem ersten Mann im Staate, Präsident Heinz Fischer, seine Gattin Margit und UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sind eingetroffen. Parallel zum Ballgeschehen wurde von der UN-Vollversammlung in einer Resolution das syrische Regime scharf verurteilt.

21.35 Uhr: Hollywood trifft Teufelsgeiger

Die US-Schauspielerin Rosario Dawson rückt ins Bild, sie freue sich extrem auf den Opernball: "Ich habe mir die Bilder auf der Homepage angesehen", sagte die Amerikanerin. Teufelsgeiger David Garrett hat sich vor seiner Ballpremiere wiederum gar nicht über das Geschehen informiert: "Man muss Momente auch genießen können, wenn man nicht weiß, was auf einen zukommt."

21.30 Uhr: Das Haus füllt sich

Im Inneren der Staatsoper schieben sich schöne Menschen durch schmale Gänge, die in den vergangenen Tagen ein "Facelift" bekommen haben. Die Gänge, nicht die Menschen. 50.0000 Blumen - zum Großteil Alstromerien – verpassen dem Haus heute eine ungewohnt bunte Frisur.

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21.20 Uhr: Geregelter Einzug

Auch Richard Lugner zog ohne Komplikationen und in charmanter Begleitung in die Oper ein. Brigitte Nielsen knallt in einem mit 1000 Rosen bestickten Ballkleid. James Bond Darsteller Sir Roger Moore und seine Ehefrau Kristina Tholstrup legen am Opernball heute ihr Debüt hin.

21.10 Uhr: Ballmutter im Jugendzentrum

Die Balleltern geben einstweilen Interviews auf der Feststiege. Für Desirée Treichl-Stürgkh ist es die fünfte, für Holender-Nachfolger Direktor Dominique Meyer ist es die zweite Opernballnacht. Treichl-Stürgkh konzentriert sich heuer auf die Jugend, sagt sie. Im sechsten Stock der Oper steht zum ersten Mal ein "Jugendzentrum" bereit. Dort können jugendliche Besucher mit DJs den Walzerklängen entfliehen. Dominique Meyer übt einstweilen sein Wienerisch.

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21.05 Uhr: Lauda in der Zielgeraden

Pünktlich sind die ersten prominenten Gäste eingetroffen. "Ich bin das erste Mal seit 20 Jahren wieder am Opernball", gestand der ehemalige Formel 1- Weltmeister Niki Lauda. Die Starsopranistin des heutigen Abends, Angela Gheorghiu, zeigte sich am mittlerweile gut frequentierten Roten Teppich voller Vorfreude: "Ich bin bereit zu singen". Auch für Society-Ballerina Karina Sarkissova ist der Ball "ein Muss".

20.55 Uhr: Erste Reihe fußfrei

Auf der anderen Seite der Ringstraße ist ein bisschen mehr los, hunderte Schaulustige haben sich hinter den Absperrungen positioniert, um das Treiben im Auge zu behalten. Die Zeit der Demonstrationen ist offenbar vorbei.

20.40 Uhr: Die Tore öffnen sich

Während 144 schwarz-weiß dekorierte Debütanten beim Mentaltraining schwitzen, spitzen ein paar der 5150 Opernballgäste schon auf die besten Plätze im Sangeshaus. Noch ist der Rote Teppich in guter Verfassung. 80 Minuten bis zur Eröffnung.

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Carpe(t) diem, die ORF-Moderatoren Alfons Haider, Mirjam Weichselbraun und Barbara Rett dehnen bereits ihre Stimmbänder. Weichselbraun trägt übrigens nichts als Hollywood am Körper, ihre bestickte Seidenchiffon-Robe wurde von Jenny Peckham entworfen.

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(sh.)

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97 Kommentare
 
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Der Glanz ist ab

Frau Desiree hat es geschafft: Der Opernball hat seinen Glanz verloren.

Von einer Ballmutter, die von einer Peinlichkeit zur nächsten jagt, war auch nichts anderes zu erwarten.

Sie soll sich lieber um ihre Kinder kümmern.

Gast: Rubenius
19.02.2012 01:41
0

Barbara Rett gehört gestrichen

Mich hat diese Frau auch echt genervt. Besonders bei der Mitternachtseinlage der Philharmoniker.

Gast: wd
18.02.2012 22:43
0

opernball

Er soll u.a. "cooler" werden. Was soll sich also konkret ändern??

Aus der Ferne betrachtet,

fragt man sich wann legen diese Geldverschwender eine ehrliche Rechnung auf den Tisch: Was kostet das?
Wer bezahlt?
Was nutzt dieses nutzlose Spektakel dem Rentner den Niedriglöhnern und anderen, die im Endeffekt dafür aufkommen?
Oder besteht Österreich nur noch aus Lesern der Regenbogenpresse?

Wenn ich diesen Artikel

und die Usermeinungen so durchlese, bin ich froh, dass ich mir diese Kitschoperette erspart habe.

Gast: Ludwig Trenkler
18.02.2012 04:48
2

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen...

...der Sohn eines Hofburg GF's wird DJ des Opernballs. Und dann wundert man sich, wenn der Ball zur nepotistischen Lachnummer verkommt. Und einen modernen, ernst zu nehmenden Opernball gibt es bereits, er nennt sich Life Ball...

Gast: Flemming
18.02.2012 03:44
0

durchaus herzeigbar,..

war nicht ganz so schlimm, wie immer alle raunzen,..
und es gibt ein wenig frischen wind , der dirketor ist nicht so peinlich wie sein vorgänger, und die balllady ebenso,.. für manche gäste kann man nichts, aber wenigsten sind alle gewaschen und einigermassen sauber,
was man von vielen wienern im alltag so nicht behaupten kann,..

Eine WKR-Loge auf den Opernball,

das hätte mal was aufregendes!

Antworten Gast: Georg Frett
18.02.2012 04:43
1

Re: Eine WKR-Loge auf den Opernball,

Ca. ein Drittel aller Logen werden von WKR oder CV Mitgliedern gemietet. So gesehen ist dies ein WKR/CV Ball...

Gast: Hermann vom Gipfel
17.02.2012 19:00
3

Wirklich peinlich war nur die Barbara Rett

Sie ist leider völlig unmusikalisch. Und sie mark keine Musik von Schwarzen. Daher hat sie die Wiener Philharmoniker den österreichischen Fernsehzusehern mit grotesk peinlichem Geschafel vermiest.

Bitte Barbara Rett nicht mehr aufstellen!

Gast: Van der Schuldenberg
17.02.2012 17:30
6

Pensionskürzungen - Steuererhöhungen - ....

Tanz auf dem Vulkan.

Gast: saltarello
17.02.2012 17:19
5

alles war da, was der zoo vom lieben gott zu bieten hat.


Gast: Trauriger ATX
17.02.2012 13:35
4

Als Unternehmer u. Investor muss man wissen wie ein Land tickt !!

wenn man gestern auf dem opernball die sogenannte öst. elite gesehen u. gehört hat versteht man warum österreich 3OO milliarden euro staatsschulden hat(= 1OO% staatsschuldenquote), bereits herabgestuft wurde u. die nächste herabstufung vor der tür steht !! liebe "DiePresse" vielleicht könntet ihr in einem weiteren artikel darauf hinweisen das es auch andere strukturen(nicht viele aber immerhin) gibt in österreich,eben ausserhalb von staatsfernsehen,staatsbetrieben,staatshilfebanken u. politisch beeinflussten medien !! danke im voraus !

er gehört wohl zu Wien

wie der Karneval zu Rio
letzterer ist allerdings nicht so steril wie die gepuderten Näschen des Opernballs
was solls
über Kultur lässt sich nicht streiten

Antworten Gast: F.N.
17.02.2012 18:00
2

Re: er gehört wohl zu Wien

Genau. Wie der Villacher Fasching. Da hocken sie auch mit Anzug und Abendkleid uns sind luuustig.

Antworten Gast: Koka-Kola
17.02.2012 17:25
0

Re: er gehört wohl zu Wien

WAS? Da werden die Näschen gepudert?

Re: er gehört wohl zu Wien/starfish

Streiten nicht, aber trefflich diskutieren! ;o)

Gast: VVH
17.02.2012 12:15
6

Als ob die Zeit mal irgenwann stehen geblieben ist

Viele Alte. Viele Langweiler. Viel Lametta auf den Anzügen. Viel Gehänge an den Ohren. Es gibt Interessanteres, Unterhaltsameres und auch Lustigeres auf dieser Welt.

Antworten Gast: whiskey delta charly
18.02.2012 11:06
0

Re: Als ob die Zeit mal irgenwann stehen geblieben ist

im walzerschritt dreihundert jahr zurück

Re: Als ob die Zeit mal irgenwann stehen geblieben ist

Wenn Ihnen jemand erzählt hat, der Opernball wäre die interessanteste und lustigste Veranstaltung, dann hat er Sie reingelegt.

Antworten Gast: Hilfe 365
17.02.2012 16:01
2

Re: Als ob die Zeit mal irgenwann stehen geblieben ist

Wenn das alles so furchtbar ist ....

Sind Sie nicht in der Lage den "Aus" Knopf Ihres Fernsehers zu drücken? Wenn ja, besteht keine Notwendigkeit über diese Veranstaltung zu stänkern ...

Antworten Antworten Gast: VVH
17.02.2012 17:23
1

Re: Re: Als ob die Zeit mal irgenwann stehen geblieben ist

Wie soll ich einen "Ausknopf" betätigen, wenn ich gar keinen Fernsehapparat habe. Genügt doch die Boulevardpresse, um das ganze Nebensächliche auf dieser Welt mitzubekommen.
Für das Wichtige hingegen gibt es intellektuellere Quellen...

es ist 22:00 Uhr ...

... die Bundeshymne beginnt zu spielen und ...
keiner unserer Politiker singt mit - apropos nur die Lippen zu bewegen ist kein singen.

Da war es schon egal die Hymne auf den Zusatz "Töchter" zu erweitern, wenn eh keiner den ganzen Text kennt.

Ich bin dafür in Zukunft nur mehr die Melodie zu spielen, da können wir dann alle bedächtig schaun und der Text ist auch egal ;-)

Re: es ist 22:00 Uhr ...

ich könnte den Text ja, singe ihn aber bestimmt nicht mehr, seit sich das Parlament nicht entblödet hat, den - an sich schon nicht sehr geistreichen - Text durch diesen Töchter Unsinn zu verhunzen.

Re: Re: es ist 22:00 Uhr ...

was ist an Töchtern so schlimm?

Re: Re: es ist 22:00 Uhr ...

Betonung auf "Verhunzen" !!

 
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