Der Wiener Opernball 2012: Alles dreht sich

Ticker-Nachlese Politiker, Wirtschaftsbosse, Adabeis, alle hatten sie ein Ziel: das erste Haus am Ring. Die Nachlese zum 56. Wiener Opernball. Eine Nacht mit Carmen, Eliza und Brigitte.

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Opernball 2012: Die Ballnacht des Jahres

22.45 Uhr: Alles ist gelungen

Damit endet unser Gastauftritt, DiePresse.com speichert den Ticker und wünscht eine gute Ballnacht.

22.44 Uhr: Alles dreht sich

Das Gedränge in den hinteren Reihen löst sich, die luftigen Zwischenräume auf dem Parkett schließen sich. Die Aufforderung zum allgemeinen Tanzvergnügen erfolgt traditionellerweise nach den einleitenden Takten des Strauss'schen Donauwalzers. Die Eröffnung des Wiener Opernballs 2012 wird ins Finale getrieben.

22.43 Uhr: Alles Walzer!

Die Debütanten drehen sich "An der schönen blauen Donau". Was jetzt noch fehlt, ist ein Befehl. Andreas Spörri und Ismet Özdek setzen mit "Alles" an, die Debütanten vollenden das Gemeinschaftswerk lautstark: "Walzer!"

22.39 Uhr: Lebensbaum in Schwarz-Weiß

Parkett frei, jetzt tanzt das Jungdamen- und Jungherren-Komitee zu Joseph Hellmesberger jun. schwungvoller Polka française "Auf Wiener Art". Inspiriert wurde der Tanz von Gustav Klimts goldenem "Lebensbaum".

22.35 Uhr: "Es grünt so grün"

Angela Gheorghiu feiert den phonetischen Durchbruch der Eliza aus "My Fair Lady" mit dem Song "I Could Have Danced All Night". Luftkuss, Fresienstrauss und Abgang.

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22.30 Uhr: Angela und die Liebe

Rumäniens Antwort auf Anna Netrebko, Angela Gheorghiu betritt den Raum und folgt den musikalischen Fußstapfen von Elīna Garanča. Die Sopranistin besingt als "Carmen" - eine ihrer Paraderollen - die Unberechenbarkeit der Liebe. Den Text der Arie "Habanera" hat Bizet seinerzeit selbst geschrieben.

22.23 Uhr: Der Barbier am Ball

Jetzt sprudelt das Tempo mit dem Champagner um die Wette. Weiter geht es mit Gioachino Rossinis komischer Oper "Il barbiere di Siviglia" (Der Barbier von Sevilla). Es spielt das Wiener Staatsopernorchester, Prêtres treibt die Musiker an.

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22.11 Uhr: Die Strauss'sche Dreifaltigkeit

Was wir jetzt hören, ist ein Bouquet der Familie Strauß (Vater, Sohn und Josef). Der Doyen der klassischen französischen Choreografen, Pierre Lacotte, wirft dazu die Gesellschaftstänze Cotillon, Quadrille und Polka Mazur in einen Topf und lässt die wendigen Eleven/innen, nach ihnen auch das Corps de ballet darin tanzen. Ein Heimkehrer ist dabei: Georges Prêtre debütierte vor fast fünfzig Jahren im Juni 1962 als Capriccio-Dirigent, jetzt steht er wieder am Pult. Das Staatsopernorchester, Rückgrat des Hauses, wie es Direktor Meyer liebevoll nennt, folgt Prêtres Taktstock.

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22.07 Uhr: "Hier fliegen gleich  ...

... die Löcher aus dem Käse. Nun geht sie los unsere Polonaise." Nein, Gottlieb Wendehals kommt auch dieses Jahr nicht zum Handkuss, stattdessen – ganz traditionell –  Carl Michael Ziehrers Fächer-Polonaise, op. 525. Die Erstaufführung dieser klassischen Ballkomposition wurde erstmals 1906 erwähnt. Mit seiner "Intrada" war Ziehrer so erfolgreich, dass ihm 1908 der höchste Titel eines "k. k. Hofball-Musikdirektors" verliehen wurde. Während sich diese kleine Fußnote noch wichtig macht, hat das Jungdamen- und Jungherren-Komitee bereits Stellung bezogen.

22.04 Uhr: Auftritt der Jungdamen und -herren

288 Debütanten dürfen sich voraussichtlich um 22.40 auf die Schulter klopfen. Vorher heißt es aber: Parkett frei für das Jungdamen- und Jungherren-Komitee des Jahres 2012. In seiner 56. Auflage übernahm heuer zum ersten Mal ein Tanzschulmeister mit Migrationshintergrund die Choreographie. Der 33-jährige Austro-Türke Ismet Özdek von der niederösterreichischen Tanzschule Isi-Dance hat mit 144 Paaren (16 Paare sitzen auf der Reservebank) die Eröffnung einstudiert.

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22.00 Uhr: Die Fanfare erklingt

Alle Augen richten sich auf die Mittelloge. Die Regierungsmitglieder erheben sich zur Österreichischen Bundeshymne, bleiben stehen, es folgt die Europahymne.

21.55 Uhr: Ein Glas zur Beruhigung

Desirée Treichl-Stürgkh gibt sich unaufgeregt: "Ich habe so viele Engeln, so viele gute Vibes, es wird alles gut gehen", sagt sie Alfons Haider. In den letzten fünf Minuten vor dem offiziellen Start genehmigt sie sich noch ein schnelles Glas Champagner.

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21.40 Uhr: 20 Minuten bis zur Eröffnung

Die Eingangstore gehören jetzt dem ersten Mann im Staate, Präsident Heinz Fischer, seine Gattin Margit und UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sind eingetroffen. Parallel zum Ballgeschehen wurde von der UN-Vollversammlung in einer Resolution das syrische Regime scharf verurteilt.

21.35 Uhr: Hollywood trifft Teufelsgeiger

Die US-Schauspielerin Rosario Dawson rückt ins Bild, sie freue sich extrem auf den Opernball: "Ich habe mir die Bilder auf der Homepage angesehen", sagte die Amerikanerin. Teufelsgeiger David Garrett hat sich vor seiner Ballpremiere wiederum gar nicht über das Geschehen informiert: "Man muss Momente auch genießen können, wenn man nicht weiß, was auf einen zukommt."

21.30 Uhr: Das Haus füllt sich

Im Inneren der Staatsoper schieben sich schöne Menschen durch schmale Gänge, die in den vergangenen Tagen ein "Facelift" bekommen haben. Die Gänge, nicht die Menschen. 50.0000 Blumen - zum Großteil Alstromerien – verpassen dem Haus heute eine ungewohnt bunte Frisur.

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21.20 Uhr: Geregelter Einzug

Auch Richard Lugner zog ohne Komplikationen und in charmanter Begleitung in die Oper ein. Brigitte Nielsen knallt in einem mit 1000 Rosen bestickten Ballkleid. James Bond Darsteller Sir Roger Moore und seine Ehefrau Kristina Tholstrup legen am Opernball heute ihr Debüt hin.

21.10 Uhr: Ballmutter im Jugendzentrum

Die Balleltern geben einstweilen Interviews auf der Feststiege. Für Desirée Treichl-Stürgkh ist es die fünfte, für Holender-Nachfolger Direktor Dominique Meyer ist es die zweite Opernballnacht. Treichl-Stürgkh konzentriert sich heuer auf die Jugend, sagt sie. Im sechsten Stock der Oper steht zum ersten Mal ein "Jugendzentrum" bereit. Dort können jugendliche Besucher mit DJs den Walzerklängen entfliehen. Dominique Meyer übt einstweilen sein Wienerisch.

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21.05 Uhr: Lauda in der Zielgeraden

Pünktlich sind die ersten prominenten Gäste eingetroffen. "Ich bin das erste Mal seit 20 Jahren wieder am Opernball", gestand der ehemalige Formel 1- Weltmeister Niki Lauda. Die Starsopranistin des heutigen Abends, Angela Gheorghiu, zeigte sich am mittlerweile gut frequentierten Roten Teppich voller Vorfreude: "Ich bin bereit zu singen". Auch für Society-Ballerina Karina Sarkissova ist der Ball "ein Muss".

20.55 Uhr: Erste Reihe fußfrei

Auf der anderen Seite der Ringstraße ist ein bisschen mehr los, hunderte Schaulustige haben sich hinter den Absperrungen positioniert, um das Treiben im Auge zu behalten. Die Zeit der Demonstrationen ist offenbar vorbei.

20.40 Uhr: Die Tore öffnen sich

Während 144 schwarz-weiß dekorierte Debütanten beim Mentaltraining schwitzen, spitzen ein paar der 5150 Opernballgäste schon auf die besten Plätze im Sangeshaus. Noch ist der Rote Teppich in guter Verfassung. 80 Minuten bis zur Eröffnung.

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Carpe(t) diem, die ORF-Moderatoren Alfons Haider, Mirjam Weichselbraun und Barbara Rett dehnen bereits ihre Stimmbänder. Weichselbraun trägt übrigens nichts als Hollywood am Körper, ihre bestickte Seidenchiffon-Robe wurde von Jenny Peckham entworfen.

Opernball: Eine Bilderreise durch die Zeit

(sh.)

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