Opernball: Der junge Ball?

17.02.2012 | 18:14 |  Von Teresa Schaur-Wünsch (Die Presse)

Der Wiener Opernball soll jünger, moderner, cooler werden, das hat sich Desirée Treichl-Stürgkh zum Ziel gesetzt– aber funktioniert das auch? Eine Untersuchung in der Ballnacht am Donnerstagabend.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Die tätowierte Ballerina auf dem Plakat steht dafür: Der Opernball soll jünger, moderner, cooler werden, das hat sich Desirée Treichl-Stürgkh zum Ziel gesetzt. Nicht gerade die erste Assoziation am Donnerstag beim Blick in die Logen, durch die Gänge und auf die Tanzfläche. Vielleicht im neuen „Jugendraum“? Unter dem Dach liegt die „Galerie-Bar“, in der der Wiener DJ Felipe, bürgerlich Philipp Straub, im stylish-weißen Ambiente Musik auflegt. Oder auch nicht: Während die Tanzfläche unten voll ist, sitzen hier nur ein paar Paare, denen die Füße schmerzen.

Schaulaufen: Wer tanzt am Opernball?

Alle 31 Bilder der Galerie »


Party schaut anders aus. Idee gut, Umsetzung ausbaufähig, urteilt Straub. Denn die DJ-bespielte „Galerie-Bar“ ist von Tischen umgeben, die „60-plus-Gäste gebucht haben. Das führt natürlich zu Konflikten. Man müsste es als Clubraum verkaufen, und an der Raumgestaltung arbeiten – derzeit ist es taghell, das bräuchte mehr Anonymität.“ Straub ist übrigens „kein Ballgänger“ – obwohl sein Vater zwei Jahrzehnte Geschäftsführer der Hofburg war. Und staunte über die vielen SMS, die er von seinen Underground-Freunden bekam, „die sich nun wirklich nicht mit dem Opernball identifizieren“.

Erstaunt war an diesem Abend auch Burkhard Kieker, der Tourismuschef Berlins. Er war mit seinem Wiener Pendant Norbert Kettner auf dem Ball – nachdem die beiden international kooperieren und die Städte nach dem Motto „cool plus stilvoll“ gemeinsam vermarkten. „Was einen wirklich beeindruckt, ist diese ungeheure Lebensfreude – auch wenn man aus Berlin kommt, wo ja bekanntlich die Post abgeht.“ Er hat sich den Ball „formaler vorgestellt, in Deutschland denkt man, das sei eine extrem konservative Veranstaltung“. Stattdessen ist er überrascht über die „vielen jungen Leute“, berichtet er nach der Quadrille am Würstelstand. „Wir haben gerade zwei Männer tanzen gesehen“, ergänzt Kollege Kettner. „Das wäre vor zehn, 15 Jahren ein totaler Skandal gewesen.“

Und auch das Image des Balls habe sich – nach Jahren der Schieflage auch im deutschen Boulevard – zuletzt wieder gebessert; auch der Red Carpet sei für Wien ganz gut. Dass viele am Ball zumindest gern jung wären, beobachtete Soko-Kitzbühel-Star Kristina Sprenger, nach kurzfristiger Einladung erstmals ungläubig auf dem roten Teppich („Opernball ist etwas, das schaut man sich im Fernsehen an, da ist man nicht dort!“). Sie erfreut sich am Schauen – und an den Damen in rosa und türkisen Kleidern, die „auch jenseits der 50 glauben, sie seien Debütantinnen. Das ist ganz putzig. Und charmant: dass das Träumen nicht aufhört.“

Von einer „lustigen Veranstaltung“ spricht auch André Tegeler. Unter dem Künstlernamen Moguai ist der Deutsche als DJ in den USA, Europa und Asien unterwegs und bespielt Clubs in Las Vegas und Miami. Auf den Opernball hat ihn DJ Felipe geladen. „Schon sehr imposant“, findet er die Sache, dann aber auch „nicht so spektakulär wie den Hype darum. Eigentlich so, wie ein Ball halt ist.“ In einer Zeit, in der alles „im Rush“ ist, finde er „so etwas Gesetzteres, leicht Angestaubtes, das die Tradition aufrechterhält, eigentlich toll“. Um wirklich „jung“ zu sein, meint er, müssten gerade die jungen Leute lockerer werden. „Die sind Mitte 20 und kommen daher wie Mitte 60. Das müsste aufgebrochen werden – auch bei der Kleiderwahl. Das ist ja manchmal antiquarisch!“

Mehr zum Thema:

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

97 Kommentare
 
12 3

Der Glanz ist ab

Frau Desiree hat es geschafft: Der Opernball hat seinen Glanz verloren.

Von einer Ballmutter, die von einer Peinlichkeit zur nächsten jagt, war auch nichts anderes zu erwarten.

Sie soll sich lieber um ihre Kinder kümmern.

Gast: Rubenius
19.02.2012 01:41
0 0

Barbara Rett gehört gestrichen

Mich hat diese Frau auch echt genervt. Besonders bei der Mitternachtseinlage der Philharmoniker.

Gast: wd
18.02.2012 22:43
0 0

opernball

Er soll u.a. "cooler" werden. Was soll sich also konkret ändern??

Aus der Ferne betrachtet,

fragt man sich wann legen diese Geldverschwender eine ehrliche Rechnung auf den Tisch: Was kostet das?
Wer bezahlt?
Was nutzt dieses nutzlose Spektakel dem Rentner den Niedriglöhnern und anderen, die im Endeffekt dafür aufkommen?
Oder besteht Österreich nur noch aus Lesern der Regenbogenpresse?

Wenn ich diesen Artikel

und die Usermeinungen so durchlese, bin ich froh, dass ich mir diese Kitschoperette erspart habe.

Gast: Ludwig Trenkler
18.02.2012 04:48
2 2

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen...

...der Sohn eines Hofburg GF's wird DJ des Opernballs. Und dann wundert man sich, wenn der Ball zur nepotistischen Lachnummer verkommt. Und einen modernen, ernst zu nehmenden Opernball gibt es bereits, er nennt sich Life Ball...

Gast: Flemming
18.02.2012 03:44
0 0

durchaus herzeigbar,..

war nicht ganz so schlimm, wie immer alle raunzen,..
und es gibt ein wenig frischen wind , der dirketor ist nicht so peinlich wie sein vorgänger, und die balllady ebenso,.. für manche gäste kann man nichts, aber wenigsten sind alle gewaschen und einigermassen sauber,
was man von vielen wienern im alltag so nicht behaupten kann,..

Eine WKR-Loge auf den Opernball,

das hätte mal was aufregendes!

Antworten Gast: Georg Frett
18.02.2012 04:43
1 0

Re: Eine WKR-Loge auf den Opernball,

Ca. ein Drittel aller Logen werden von WKR oder CV Mitgliedern gemietet. So gesehen ist dies ein WKR/CV Ball...

Gast: Hermann vom Gipfel
17.02.2012 19:00
3 6

Wirklich peinlich war nur die Barbara Rett

Sie ist leider völlig unmusikalisch. Und sie mark keine Musik von Schwarzen. Daher hat sie die Wiener Philharmoniker den österreichischen Fernsehzusehern mit grotesk peinlichem Geschafel vermiest.

Bitte Barbara Rett nicht mehr aufstellen!

Gast: Van der Schuldenberg
17.02.2012 17:30
6 0

Pensionskürzungen - Steuererhöhungen - ....

Tanz auf dem Vulkan.

Gast: saltarello
17.02.2012 17:19
5 0

alles war da, was der zoo vom lieben gott zu bieten hat.


Gast: Trauriger ATX
17.02.2012 13:35
4 1

Als Unternehmer u. Investor muss man wissen wie ein Land tickt !!

wenn man gestern auf dem opernball die sogenannte öst. elite gesehen u. gehört hat versteht man warum österreich 3OO milliarden euro staatsschulden hat(= 1OO% staatsschuldenquote), bereits herabgestuft wurde u. die nächste herabstufung vor der tür steht !! liebe "DiePresse" vielleicht könntet ihr in einem weiteren artikel darauf hinweisen das es auch andere strukturen(nicht viele aber immerhin) gibt in österreich,eben ausserhalb von staatsfernsehen,staatsbetrieben,staatshilfebanken u. politisch beeinflussten medien !! danke im voraus !

er gehört wohl zu Wien

wie der Karneval zu Rio
letzterer ist allerdings nicht so steril wie die gepuderten Näschen des Opernballs
was solls
über Kultur lässt sich nicht streiten

Antworten Gast: F.N.
17.02.2012 18:00
2 0

Re: er gehört wohl zu Wien

Genau. Wie der Villacher Fasching. Da hocken sie auch mit Anzug und Abendkleid uns sind luuustig.

Antworten Gast: Koka-Kola
17.02.2012 17:25
0 0

Re: er gehört wohl zu Wien

WAS? Da werden die Näschen gepudert?

Re: er gehört wohl zu Wien/starfish

Streiten nicht, aber trefflich diskutieren! ;o)

Gast: VVH
17.02.2012 12:15
6 1

Als ob die Zeit mal irgenwann stehen geblieben ist

Viele Alte. Viele Langweiler. Viel Lametta auf den Anzügen. Viel Gehänge an den Ohren. Es gibt Interessanteres, Unterhaltsameres und auch Lustigeres auf dieser Welt.

Antworten Gast: whiskey delta charly
18.02.2012 11:06
0 0

Re: Als ob die Zeit mal irgenwann stehen geblieben ist

im walzerschritt dreihundert jahr zurück

Re: Als ob die Zeit mal irgenwann stehen geblieben ist

Wenn Ihnen jemand erzählt hat, der Opernball wäre die interessanteste und lustigste Veranstaltung, dann hat er Sie reingelegt.

Antworten Gast: Hilfe 365
17.02.2012 16:01
2 2

Re: Als ob die Zeit mal irgenwann stehen geblieben ist

Wenn das alles so furchtbar ist ....

Sind Sie nicht in der Lage den "Aus" Knopf Ihres Fernsehers zu drücken? Wenn ja, besteht keine Notwendigkeit über diese Veranstaltung zu stänkern ...

Antworten Antworten Gast: VVH
17.02.2012 17:23
1 0

Re: Re: Als ob die Zeit mal irgenwann stehen geblieben ist

Wie soll ich einen "Ausknopf" betätigen, wenn ich gar keinen Fernsehapparat habe. Genügt doch die Boulevardpresse, um das ganze Nebensächliche auf dieser Welt mitzubekommen.
Für das Wichtige hingegen gibt es intellektuellere Quellen...

6 0

es ist 22:00 Uhr ...

... die Bundeshymne beginnt zu spielen und ...
keiner unserer Politiker singt mit - apropos nur die Lippen zu bewegen ist kein singen.

Da war es schon egal die Hymne auf den Zusatz "Töchter" zu erweitern, wenn eh keiner den ganzen Text kennt.

Ich bin dafür in Zukunft nur mehr die Melodie zu spielen, da können wir dann alle bedächtig schaun und der Text ist auch egal ;-)

9 1

Re: es ist 22:00 Uhr ...

ich könnte den Text ja, singe ihn aber bestimmt nicht mehr, seit sich das Parlament nicht entblödet hat, den - an sich schon nicht sehr geistreichen - Text durch diesen Töchter Unsinn zu verhunzen.

Re: Re: es ist 22:00 Uhr ...

was ist an Töchtern so schlimm?

Re: Re: es ist 22:00 Uhr ...

Betonung auf "Verhunzen" !!

 
12 3
AnmeldenAnmelden