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Prinz Charles und die 38.000 Pfund teure Zugfahrt

03.07.2012 | 18:14 |  von Julia Kastein (Die Presse)

Alle sparen - nur die Royals geben mehr für ihre Reisen aus. Nun sah sich Prinz Charles sogar genötigt, sich zu erklären.

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Üblicherweise beschränken sich die Pressemitteilungen von „Clarence House“, der offiziellen Residenz von Prinz Charles, auf die Bekanntgabe von Besuchsterminen oder die Abschriften längst gehaltener Reden des Thronfolgers und seiner Söhne. Doch gestern Mittag sah sich der Pressestab des Prinzen zu einer „Klarstellung“ genötigt – so groß war offenbar der Ärger wegen angeblich „irreführender“ Berichterstattung über Charles und die Kosten seiner Reiseaktivitäten für die britischen Steuerzahler.

Mit Schlagzeilen wie „Royal Flush: Prinz Charles bekommt 12 Prozent Gehaltserhöhung während der Rest von uns unter der Kreditklemme leidet“ („Daily Mirror“) und „Geldverschwender Charles freut sich über prinzliche Gehaltserhöhung“ („The Sun“) hatten die britischen Medien zuvor über die steigenden Ausgaben der Königsfamilie berichtet. Demnach stieg der steuerfinanzierte Etat des Thronfolgers 2011 um knapp 200.000 Pfund auf 2,1 Millionen Pfund – fast ein Viertel davon (500.000 Pfund) ging für eine neuntägige Reise durch den Nahen Osten und Afrika drauf.

Doch dieser Trip – wie alle 48.000 Meilen, die Charles und Camilla 2011 zurücklegten – sei schließlich im Auftrag der britischen Regierung absolviert worden, so die im Ton leicht beleidigte Stellungnahme von „Clarence House“. Zur Verteidigung des Prinzen wurde auch gleich noch der Chef des Diplomatischen Dienstes, Simon Fraser, zitiert: „Die Besuche des Prinzen von Wales haben britische Wirtschaftsinteressen, Investitionen und Entwicklungsziele unterstützt und unsere Werte in der ganzen Welt beworben.“

Insgesamt gab der Prinz über eine Million Pfund für seine Reisen aus – allein eine Kurzvisite von Aberdeen ins krawallgebeutelte London im vergangenen August kostete fast 20.000 Pfund, eine königliche Zugfahrt von Schottland nach London fast doppelt so viel. Zum Vergleich: Die Afghanistan-Reise von Premier Cameron im gleichen Jahr kostete gerade einmal 2000 Pfund.


Wofür der Rest genau draufging wollte „Clarence House“ nicht verraten. So seien etwa die Kosten der Hochzeit von Prinz William und Kate „Privatsache“. Und auch, dass Charles allein in diesem Jahr bereits 35.000 Pfund für die offizielle Garderobe seiner Schwiegertochter ausgegeben haben soll, mochte sein Privatsekretär den britischen Boulevardmedien nicht bestätigen.

Dabei steht nicht nur Charles wegen seiner Reiseaktivitäten in der Kritik: Wie die „Times“ berichtet, gab sein jüngerer Bruder Andrew ebenfalls mehrere hunderttausend Pfund für Reisen aus, auch noch nachdem der Herzog von York im Juli 2011 seinen ehrenamtlichen Posten als offizieller Handelsbotschafter hatte aufgeben müssen (er war beim Feiern mit einem verurteilten Kinderschänder aus den USA erwischt worden).

Der Blick in die Haushaltsbücher der Queen und ihrer Kinder ist in Großbritannien ein jährliches Medienritual – an dem sich auch die Haltung zum Königshaus ablesen lässt: Während der königstreue „Daily Telegraph“ (nicht grundlos die Lieblingszeitung der Queen) vorrechnete, dass die Königsfamilie jeden Briten doch nur 52 Pence (65 Cent) koste, hob der „Guardian“, linksliberales Lieblingsblatt der versprengten Republikaner, den enormen Reiseetat hervor: Insgesamt kosteten die Besuche der Königsfamilie die öffentliche Hand über sechs Millionen Pfund, ihr Gesamtetat aus Steuermitteln stieg um 200.000 auf 32 Millionen Pfund.

Angesichts des dramatischen Sparkurses, den die Regierung den Untertanen der Queen derzeit aufbürdet, bemühte sich der Buckingham Palace, die steigenden Kosten herunterzuspielen. Wenn man die steigende Inflation miteinrechne, so der Hüter der königlichen Privatschatulle, Sir Alan Reid, seien die Ausgaben über drei Jahre sogar um 26 Prozent gesunken.

Auf einen Blick

Die britischen Royals sind beim jährlichen Rechenschaftsbericht in die Kritik geraten. Insgesamt kosteten die Besuche der Königsfamilie die öffentliche Hand über sechs Millionen Pfund. Insbesondere Prinz Charles (63) und die Herzogin von Cornwall sorgten für einen markanten Anstieg der Ausgaben. Angesichts der empörten Schlagzeilen ließ sich Charles gestern von seinem Pressebüro – höchst ungewöhnlich – rechtfertigen. Er selbst feiert gerade 60 Jahre als Herzog von Cornwall – mit einer Reise dorthin.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.07.2012)

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14 Kommentare

Glücklicherweise

wird der grüne Charly nie König!

Unlängst wurde in allen Medien Assads Frau als die größter Verschwenderin

und Ausbeuterin ihres Volks hingestellt, weil sie "Möbel für Tausende Pfund" und teure Schuhe gekauft hätte.....
http://www.spiegel.de/politik/ausland/eu-will-assad-gattin-shopping-touren-im-westen-verbieten-a-822952.html

Es müsste jetzt aber langsam dem Blindesten dämmern, dass die wahren Verschwender ganz wo anders zu Hause sind.

ich galube nicht, dass uns in A eine monarchie teurer käme als unsere hypertrophe parteien und freunderllandschaft.

man sieht ja wie unsere politgauner sich immer mehr steuergeld hineinwürgen und via euro mit dem ersparten der steuerzahler im eucasino herumzocken. wenn das wirklich nach eigendefinition unsere besten sein sollten bin ich dafür, dass wir einmal unsere schlechtesten ausprobieren. ein ärgeres gesocks können die auch nicht sein.

Antworten Gast: Johann S
04.07.2012 18:23
2 3

Re: ich galube nicht, dass uns in A eine monarchie teurer käme als unsere hypertrophe parteien und freunderllandschaft.

Ein Monarch samt Klüngel,kann wohl nicht Ihr Ernst sein.
Das wäre ein gleicheres"Gesocks"und nicht abzuwählen.
Skurill.

Gast: bininvb
04.07.2012 14:29
4 5

Mit dem Geld anderer Leute

lässt es sich königlich reisen!

Frage mich ohnehin, wozu E überhaupt noch diese Kasperl braucht. Wir leben schließlich im 21. Jh.! Weg mit den Erbmonarchen!

Gast: Johann S
04.07.2012 12:26
1 2

Anachronismus

pur,die englische Monarchie.

Gast: Manfred punz
04.07.2012 11:26
0 0

meine mutter had mich gedisst

meine mutti ist sehr gut im bett

Gast: So viel Geld...
04.07.2012 10:02
1 0

Was könnte eine Land wie England den noch damit machen?

Den Buckingham Palace in ein Gefängnis umbauen, damit man so wie in den USA 1% der Bevölkerung hinter Gitter stecken kann, man könnte damit Dörfer Bombardieren, man könnte es den Haien der City in London in den Allerwertesten schieben, auch die Investition für mehr Sicherheit, damit endlich jede Ecke in England dauerüberwacht wird macht sinn, so gesehen ist das Geld für das Königshaus sehr unklug angelegt.

Die Investition in soziale Projekte und dem Gesundheitswesen, bei derartigen Gedanken setzt es voraus das die Verantwortlichen überhaupt wissen was das ist, hier könnte eine Investition in ein Fortbildungsinstitut für Parlamentaria, Minister und Adelige viele Vorteile bringen für England!

Depp der Nation

so wird er dargestellt weil er nicht die Großloge von England bekleiden wollte und statt ihm der Erzherzog von Kent die Aufgabe annahm.

Gast: Hermann vom Gipfel
04.07.2012 09:16
2 4

Chales soll zurücktreten!

Das ist ein klarer Rücktrittsgrund. Das ist mehr als nur skandalös. Vermutlich hat er das Geld ohnedies veruntreut und gar nicht für die Dienste seiener Regierung ausgegeben. Da könnte auch eine Anklage folgen ...

Gast: Alien (Dauerzensuriert)
04.07.2012 08:42
3 2

Logik

Erstens ergeben sich die Reisespesen aus Sicherheitsgründen (was nicht alles passieren kann, wenn ein Thronfolger irgendwo am ADW erschossen wird...) und zweitens bringen die diversen Royals in England wesentlich mehr für das Land, als unsere gewählten Bundeskanzler. Ich wünschte mir, der rote Heinzi wäre weltoffener und hätte höhere Reisespesen, um uns international besser zu representieren.

2 1

das kommt halt raus wenn man auf die

volksmeinung hört - die mehrheit der britten wünscht sich halt eine königin oder einen könig.

in gb haben die wenigstens nichts zu melden.

in lichtenstein wünscht sich die mehrheit, siehe abstimmung vor kurzem, das der fürst auch noch bestimmt wo es lang geht.....

und was bei uns alles, dank krone und konsorten, bei diversen sogenannten volksabstimmung alles rauskommt, will ich gar nicht wissen.

Gast: verysafe
03.07.2012 21:39
0 0

God save.-..

God save... moment mal, die sind schon sehr 'safe'

500.000 Pfund) ging für eine neuntägige Reise durch den Nahen Osten und Afrika drauf

na sicher!
hoffentlich habens auch was zu essen bekommen..