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Just "Yellow Press" erregt sich über nackte Haut

18.09.2012 | 07:47 |  Von Julia Kastein (Die Presse)

Britische Medien – sonst nicht gerade dafür bekannt, die Privatsphäre von Prominenten zu respektieren – empören sich über die Oben-ohne-Fotos von Kate Middleton. Diese und ihr Mann William haben Anzeige erstattet.

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Barbusige Frauen sind gut für die Auflage. Nach diesem Grundsatz operiert die britische „Sun“ seit Jahrzehnten – wie sie mit ihren halb nackten Seite-drei-Modellen täglich beweist. Doch auch Britanniens meistgelesene Zeitung gibt sich empört: Die Oben-ohne-Fotos von Kate Middleton „würde keine anständige britische Zeitung mit der Beißzange anfassen“, so das Murdoch-Blatt in einem Leitartikel.

Seit das französische Klatschmagazin „Closer“ und dann das italienische Schwesterblatt „Chi“ (beide gehören zum Medienimperium von Italiens Ex-Premier Berlusconi) die unscharfen Fotos von Prinz William und seiner Frau am Privatpool in der Provence veröffentlichten, ist die Aufregung in Großbritannien riesig. William und Kate haben am Montag Strafanzeige gegen Unbekannt bei der französischen Staatsanwaltschaft erstattet. Auch die Presse schießt scharf: „Grinsende Perverse“ säßen in der Chefredaktion der Blätter, so der königstreue „Daily Telegraph“, nur „fiese Voyeuristen“ würden die mit einem Tele aus gut einem Kilometer Entfernung aufgenommenen Bilder veröffentlichen, schimpfte auch der republikanisch-angehauchte „Independent“.

Der deutsche Bauer-Verlag, dem die britische „Closer“-Ausgabe und die Namensrechte gehören, drohte den Franzosen mit Lizenzentzug und forderte sie erfolgreich auf, die Fotos unverzüglich von ihrer Internetseite zu nehmen. Besonders drastisch ist die Reaktion von Verleger Richard Desmond, dessen britische Blätter „Daily Express“ und „Ok!“ nicht gerade berühmt sind für ihren Respekt vor der Privatsphäre von Prominenten: Er kündigte wütend an, seine 50-prozentige Beteiligung am „Irish Daily Star“ aufzukündigen. Auch das Dubliner Boulevardblatt hatte die Fotos gedruckt – nun droht der Redaktion deshalb das Aus.

Keiner will sich's mit den Royals verderben

„Es ist die typische hysterische Reaktion auf alle Geschichten rund ums Königshaus – und da ist schon ein Stück Heuchelei im Spiel“, so Professor Neil Blain von der University of Sterling, der seit Jahren das Verhältnis von Medien und Monarchie in Großbritannien studiert. „Die Presse hier glaubt, dass es ein großes öffentliches Interesse an ständigen Königshausgeschichten gibt. Und sie will es sich mit dem Buckingham Palace nicht verderben, weil sie dann ihren Zugang zu Informationen verlieren könnte.“

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Dabei ist die Inselpresse sonst alles andere als zurückhaltend: Nicht nur die Privatsphäre (die in der – ungeschriebenen – britischen Verfassung nicht gesondert geschützt wird) wird skrupellos verletzt. Um ihrer selbst verordneten Rolle als vierte Gewalt im Staate gerecht zu werden, recherchieren britische Reporter gern „undercover“, um etwa die Missetaten von Politikern aufzudecken. Das musste beispielsweise Ernst Strasser (ÖVP) erfahren, der als EU-Parlamentarier 2011 den Redakteuren der „Sunday Times“ auf den Leim ging und sich vor versteckter Kamera überreden ließ, gegen Geld ein Gesetzesvorhaben auf den Weg zu bringen.

Auch gegenüber den Royals waren britische „Tabloids“ nicht immer so zurückhaltend: In den 1990er-Jahren druckten „Sun“ und „Mirror“ reuelos Nacktfotos von Prinz Andrew und seiner Exfrau Sarah Ferguson. Williams Mutter Diana konnte keinen Schritt tun, ohne dass ein Fotograf die Linse auf sie richtete.

Seit Dianas Tod ist alles anders

Doch seit dem Unfalltod der Prinzessin, die im August 1997 in einem Pariser Tunnel auf der Flucht vor Paparazzi starb, geht die britische Presse etwas sanfter mit ihren Royals um – freilich mit Ausnahmen: So erntete die „Sun“ erst diesen August reichlich Kollegenschelte, weil sie Fotos von Prinz Harry beim Strippoker in Las Vegas nachdruckte. Doch Kate und Harry sind nach dem Privatsphären-Verständnis der „Sun“ nicht zu vergleichen: Schließlich habe der Prinz wildfremde Leute in sein Hotelzimmer geladen – und sei deshalb selbst verantwortlich für die Fotos. Blain hat eine andere Erklärung für die Ungleichbehandlung: „Kate hat, anders als Harry, bisher nur positive Berichterstattung gehabt. In diese Narrative würden Oben-ohne-Bilder einfach nicht passen.“ Auch andere Promis seien derzeit relativ sicher – die Redaktionen könnten sich keine drastischen Übergriffe erlauben: Eine Untersuchungskommission erarbeitet Vorschläge für eine strengere Regulierung der Presse. Sie war nach dem Abhörskandal bei der inzwischen geschlossenen Murdoch-Zeitung „News of the World“ eingesetzt worden. Die Anhänger der bisherigen freiwilligen Selbstkontrolle benutzen nun ausgerechnet den Fall Kate oben ohne als Argument gegen strengere Gesetze, ähnlich jenen in Frankreich: Offensichtlich schützten die nicht vor Veröffentlichung, so der Ex-Chefredakteur des liberalen „Guardian“, Peter Preston.
Seine Empfehlung an alle Promis: „Ziehen Sie auf einer heißen Terrasse in der Provence nicht Ihr Oberteil aus, wenn man Sie von der Straße aus sehen kann. Das ist so, als ob man eine Vegetarierkonferenz im Löwenreich abhalten würde.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.09.2012)

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17 Kommentare

Sowas aber auch!

Also ich an Kates Stelle hätte dem Fotografen noch Geld gegeben damit er "die Dinger" digital etwas "aufgemotzt"!

Aber die angelsächsische Prüderie giert natürlich nach solchen Skandalen, und wenn dann die Royals so eine große Sache aus diesen 2 kleinen Dingern machen, dann stürzt sich die Regenbogenpresse natürlich sofort mit "heiligen Zorn und Abscheu" darauf, und ärgert sich insgeheim, dass es nicht ihr Käseblatt was das die Bilder als erstes bekommen hat!

Mein Mitleid für Kate hält sich allerdings in Grenzen, denn wer von der Öffentlichkeit profitiert muss eben auch manchmal dafür "bezahlen, und sei es mit oben-ohne Fotos!

Gast: Lord Great Chamberlain
18.09.2012 12:30
0 1

Falscher Name

Dass es eine Kate Middleton seit ihrer Hochzeit nicht mehr gibt, sollte sich herumgesprochen hat. Hat sich aber ja auch bei Frau Ferguson und Lady Spencer nicht..........

2 1

Der Stellenwert, der diesem Schmarren eingeräumt wird, ist der wahre Skandal


Die Welt erstickt im Würgegriff der internat. Finanzmafia und skrupelloser Gierschlunde, die die Gesellschaft mit (legalen!) Mitteln abzocken. Gesetze dagegen wird es nicht geben, weil deren Lobbyisten gegen Bares an allen Schaltstellen sitzen.

Es wird auf Kosten von Natur, Menschen und ganzer soz. Gesellschaften in einem atemberaubenden Tempo gewerkt, gestohlen und betrogen als ob der Teufel hinter uns her wäre.

Und die engl. Medien bewegt der nackte Busen einer völlig verzichtbaren Person.


Re: Der Stellenwert, der diesem Schmarren eingeräumt wird, ist der wahre Skandal

woher wissen Sie, dass es eine völlig verzichtbare Person ist?
Wer gibt Ihnen das Recht eine Person als VERZICHTBAR zu bezeichnen?

Was sind dann Sie, auch VERZICHTBAR oder UNNÜTZ?

Gast: Oesterreicher1
18.09.2012 08:43
3 0

wirklich schockierend

Ein in der Öffentlichkeit bekanntes Ehepaar zeigt sich privat nackt und macht vielleicht noch mehr. Wirklich schockierend, ich dachte immer, bloß weil sie bekannt sind, bleiben sie auch unter der Dusche und im Bett angezogen...

Gast: GrafGudenus
17.09.2012 20:55
1 0

Haut nackt

Von Region zur Region verschieden. England übe sich in kollonialer Vergangenheit. Brüsteln hier of wertlos, kein Teil der Ware

Gast: 1,0 notendurchschnitt
17.09.2012 15:35
3 1

hahaha .... er will den täter im gefängnis sehen...

na, am besten in den kerker mit dem unhold fotografen und die inquisition wieder einführen.

kasperln!

Re: hahaha .... er will den täter im gefängnis sehen...

NICHT fotograf --> paparazzi!!!
grooooooooßer unterschied - zig welten dazwischen!!!

Antworten Antworten Gast: 1,0 notendurchschnitt
18.09.2012 12:23
0 0

Re: Re: hahaha .... er will den täter im gefängnis sehen...


na dann halt paparazzi, wenns wolln - in den kerker - wen juckt der ganze überspannte schmarren?

3 0

Re: hahaha .... er will den täter im gefängnis sehen...

Ausgerechnet diese notorisch unappetitlichen englischen Zeitungen regen sich über sowas auf. Die hätten das wohl auch gerne gemacht, aber das sind ja ihre Royals. Für die anderen Länder sind das einfach Promis wie eine Lady Gaga, lediglich mit erheblich höherem Marktwert.

Mir können solche Bilder und Zeitungen gestohlen bleiben, aber die Entrüstung von denen ist schon eher skurril. Die über Nacktfotos sabbernden Bildredakteure kennen sie wohl aus eigener Umgebung.

Gast: gegenadel
17.09.2012 11:11
8 3

ich kapiere das nicht

wie kann man in der position nur so naiv sein, und sich so auf einer einsehbare terrasse entblößen - mir tuts nicht leid, bin nur froh dass wir keine monarchie mehr haben

wenn man das will ok, aber dann hinterher aufregen ist schon kurios, das ist aber öfters schon passiert, da schleicht sich ein promi, meist weiblich, nackt auf den balkon und huch dann ist da auch noch ein fotograf der das fotografiert

ich würde nicht nackt auf den balkon gehen, mit dem unterschied, dass mich keiner fotografiert, und wenn das jemand machen würde, dann würde es keine zeitung drucken

Re: ich kapiere das nicht

NICHT fotograf --> paparazzi!!!
da liegen welten dazwischen.
das ist so wie astronaut und tourist, der zufällig mal im flugzeug sitzt (beide sitzen in einem fliegenden gefährt) oder F1 fahrer und ein x-beliebiger pkw fahrer (beide sitzen in einem motorisierten gefährt)

7 5

Re: ich kapiere das nicht

Ich kapier auch nicht - nämlich was Sie sagen wollen.
Das Problem sind nicht die Brüste einer englischen Prinzessin, das Problem sind die Methoden und nicht vorhandenen Prinzipien einer sensationsgeilen Boulevardpresse...
News of the World - schon vergessen?
Die Hatz auf Williams Mutter - ebenfalls?

Und dann noch die Chefredakteurin dieses "Closer" - Blatts im Interview ansehen - ja, klagt diese Wappler und mögen sie blechen bis zum Konkurs....

Antworten Antworten Gast: xxx
17.09.2012 15:25
1 0

Re: Re: ich kapiere das nicht

angeblich gibt es noch pikantere fotos, die noch nicht veröffentlicht wurden.

daher wird es da wohl nicht sehr viel anklage geben.

im übrigen wissen insider, dass diana die presse bei diversen vorhaben nur zu gerne selbst angerufen hat.

(siehe rührender kinderspitalsbesuch in den abendstunden, der mit dem von ihr!!! ausgesuchten reporter ein tête-à-tête mit dem arzt kaschieren sollte.....usw usf)

Gast: Da Bese
17.09.2012 10:09
4 0

Schönes Gesicht aber, eingentlich eine Themenverfehlung!

Bei so einem Artikel will man den Busen von Catherine Mountbatten-Windsor, Duchess of Cambridge, geboren in Reading (ausgesprochen REDING nicht wie Ried im Innkreis, das Alter dezent verschweigen) sehen.

Die Konkurrenz ist da weniger zimperlich und hat entsprechend wohl mehr Klicks bei solchen Themen.

http://www.news.at/a/kate-oben-ohne-berlusconi-chi

0 0

Re: Schönes Gesicht aber, eingentlich eine Themenverfehlung!

Aufgrund der Bilder hier kann ich mir das ausreichend gut vorstellen.

Gast: geh anders
17.09.2012 09:13
2 1

tut nichts zur sache

wird sich die wohl auch mal sonnen dürfen wo! nacktfotos macht man absichtlich, mit vertrag! schon gemein, finde ich. auch, wenns eine "prinzessin" ist.