Obduktion bestätigt Suizid von Kates Krankenschwester

13.12.2012 | 11:43 |   (DiePresse.com)

Saldanha erhängte sich nach der Verwicklung in den Telefonstreich des Radiosenders 2DayFM, sie schrieb drei Abschiedsbriefe.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Die Krankenschwester, die nach ihrer Verwicklung in einen Telefonstreichs im Krankenhaus von Prinz Williams Frau Kate tot aufgefunden wurde, starb durch Suizid. Es gebe keinerlei "verdächtige Umstände", erklärte Chefermittler James Harman am Donnerstag in London. Jacintha Saldanha hatte versehentlich mit dafür gesorgt, dass australische Moderatoren Auskünfte über den Zustand der schwangeren Kate erhielten, was einen weltweiten Shitstorm auslöste.

Saldanha habe drei Abschiedsbriefe hinterlassen, berichtete Harman bei einer Gerichtsanhörung. Die aus Indien stammende Krankenschwester sei in ihrer Unterkunft in einem Schwesternheim nahe des Krankenhauses entdeckt worden. "Leider wurde sie erhängt aufgefunden." Auch alarmierte Rettungskräfte hätten nichts mehr für die 46-Jährige tun können. Saldanha hinterlässt ihren Ehemann und zwei Kinder im Teenager-Alter, die Familie blieb der Gerichtsanhörung am Donnerstag fern.

Mehr zum Thema:

Details zum Zustand der Herzogin

Die Krankenschwester war vor gut einer Woche im König-Edward-VII.-Krankenhaus ans Telefon gegangen, wo Kate wegen Schwangerschaftsbeschwerden behandelt wurde. Am anderen Ende der Leitung gaben sich zwei Moderatoren des australischen Radiosenders 2DayFM als Königin Elizabeth II. und Prinz Charles aus. Sie erkundigten sich nach dem Zustand der Schwangeren. Saldanha stellte den Anruf zu einer Kollegin durch, die entgegen den Vorschriften Auskunft gab. Drei Tage später wurde Saldanha tot im Schwesternheim gefunden.

Mit Blick auf den mutlmaßlichen Grund für den Selbstmord der Krankenschwester kündigte Chefermittler Harman an, dass Scotland Yard "in Kürze" die australische Polizei um Zeugenbefragungen bitten wolle. Außerdem soll es auch in London weitere Ermittlungen geben. Richterin Fiona Wilcox setzte den nächsten Termin in dem Fall für den 26. März an.

Spital dementiert Kontaktaufnahme

In Australien kündigte die Medienaufsicht eine Untersuchung an. Diese richte sich gegen den Sender 2Day FM und nicht gegen die betroffenen Moderatoren, betonte die Medienaufsicht ACMA. Geprüft werde unter anderem, ob der Radiosender die Vorschriften zum Persönlichkeitsschutz verletzt habe.

Der australische Medienkonzern Southern Cross Austereo (SCA), zu dem 2DayFM gehört, betonte allerdings, der Sender habe das Spital vor der Ausstrahlung des Telefonmitschnitts fünf Mal angerufen, um die Aufnahme zu besprechen. Das Krankenhaus erklärte dagegen, weder die Leitung noch die Presseabteilung des Spitals seien kontaktiert worden.

400.000 Euro für Hinterbliebene

Gemäß den australischen Vorschriften muss vor der Ausstrahlung eines Telefonscherzes im Radio die Zustimmung der Betroffenen eingeholt werden. Die Medienaufsicht kann den Sender nach Prüfung des Falls theoretisch schließen, die Lizenz beschränken oder eine Strafzahlung anordnen.

2DayFM versprach inzwischen, den Hinterbliebenen von Saldanha mit mindestens 500.000 australische Dollar (rund 400.000 Euro) zu entschädigen. Ein Sprecher der Familie kritisierte allerdings das Verhalten des Senders: "Es gab keine schriftliche Entschuldigung, keine Bitte um ein Treffen mit der Familie und keine Anstalten, nach Großbritannien zu reisen und zu kondolieren."

Für Saldanha soll es eine Trauermesse in der Westminster-Kathedrale in London geben, der wichtigsten katholischen Kirche Englands. Diese solle am Samstag stattfinden, erklärte ein Kirchensprecher.

(APA/AFP)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

26 Kommentare
 
12

Die Gesellschaft ist Krank!

WER braucht diese pseudo Kasperln,die Leute verarschen .....
Für mich ist das nichts Anders ,als proffessionelles Mobbing.
Das passt in die Grundschule,aber nicht in den Alltag.
verzichtbar und unnötig!

3 0

Re: Die Gesellschaft ist Krank!

Dominic Heinzl lebt in Österreich sehr gut von genau so einem "Qualitäts"journalismus!

Es gibt Menschen, die haben hohe Moralvorstellungen und Selbstachtung und wenn Ihnen diese genommen werden, bleibt für manche kein Ausweg mehr.

Nicht alles ist ein Spass, mit Menschen zu spielen ist gefährlich und unberechenbar.

Denn das Leben zu verlieren ist nicht das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann.

Das Schlimmste ist, das zu verlieren, wofür man lebt.


Re: Es gibt Menschen, die haben hohe Moralvorstellungen und Selbstachtung und wenn Ihnen diese genommen werden, bleibt für manche kein Ausweg mehr.

Dann müssen die Folgen des fingierten Queen- und Prinz- Anrufes doch beachtlich und der Schwester Schuld und Versagen zugesprochen worden sein.
Nur wenn sie sich mir dieser kritik auch identifizieren konnte, liegt persönliches Leiden daran vor.
Die Schmach also hat sie umgebracht- sie wollte mit ihr nicht weiterleben.

Diese reale Geschichte ist ein Drama!

Ich wünsche mir, daß solche Spielchen nicht mehr gemacht werden müssen, die Hörer am Radio oder Zuschauer in diversen Reality- Shows, angefangen mit: Verstehen Sie Spaß? zu unterhalten und zu amüsieren.
Das ist nämlich nicht lustig, wie man sieht, besonders nicht zwingend für denjenigen, auf dessen Kosten dieser "Humor", diese Art von Komik geht.
Spaß kann tödlich enden- ungewollt, wenn die persönliche Kontrolle über ein Geschehen absichtlich entzogen wird.

Re: Es gibt Menschen, die haben hohe Moralvorstellungen und Selbstachtung und wenn Ihnen diese genommen werden, bleibt für manche kein Ausweg mehr.

Und wo waren in diesem Fall die hohe Moralvorstellungen und Selbstachtung???

Ehre ist die Unberührbarkeit innerhalb jener Gruppe der Gesellschaft, deren Regeln man sich unterwirft.

Diese Frau hat ihre Ehre verloren.

Das ist natürlich alles sehr subjektiv, aber diese Frau hatte offenbar sehr hohe Moralvorstellungen.

Einem höheren Zweck zu dienen ist keine Schande; schon gar nicht wenn es um Berufe geht, die ein solch hohes Maß an Berufung verlangen. Mir tut es in der Seele weh, wenn ich daran denke, wie es dieser armen Frau gegangen sein muss in ihrer letzten Stunde.

Ob man den Journalisten einen Voruwrf machen kann, ist schwer zu sagen. Tatsache ist, dass man gewisse Dinge einfach nicht tut.

Pietät- und Respektlosigkeit sind nicht lustig. Die Königin nachzumachen um im Krankenhaus anzurufen und dann die armen Krankenschwestern vorzuführen, die im guten Glauben, mit ihrem Souverän zu sprechen, diesen Crétins Aukunft gegeben haben...

...aber wem erklär ich das hier: einem Oldwald4tler. Klar. Da muss man ja auf taube Ohren stoßen.

Re: Ehre ist die Unberührbarkeit innerhalb jener Gruppe der Gesellschaft, deren Regeln man sich unterwirft.

ja, und da gab es ja auch noch eine Ehre die mit Treue in Zusammenhang gebracht wurde. Die meinen Sie ja hoffentlich nicht.

Re: Ehre ist die Unberührbarkeit innerhalb jener Gruppe der Gesellschaft, deren Regeln man sich unterwirft.

Alos die "sehr hohe Moralvorstellungen" sehe ich trotz Ihres Postings immer noch nicht.
Wesentlich seriöser ist, wenn ich behaupte, dass diese Frau größere Probleme anderer Art hatte.

kinder im stich lassen

mikromann = potentieller selbstmordanstifter ?
callboy ebenso?

denkt mal nach leute

die moderatoren haben nur ihren job gemacht.
dass sie auf ne labile person treffen is nicht ihre schuld.

schlimmer ist meiner meinung nach eine mutter die ihre kinder im stich lässt. zum glück ist der sender so großzügig und versucht zumindest den kindern zu helfen, deren mutter sich umgebracht hat

Re: kinder im stich lassen

gute besserung

traurig aber unnötig

Telefonstreiche sind gängig und auch lustig. Wegen eines Telefonstreichs bringt sich niemand um wenn er halbwegs geistig gesund ist. Da muss schon vorher was arg schief gelaufen sein. Den Moderatoren jezt die direkte schuld zu geben ist etwas kurzsichtug. sonst bitte ab sofort beim Callboy auch nicht mehr lachen, oder beim Mikromann.

jede unterstützung des senders für die kinder der selbstmörderin ist zwar großzügig aber keinesfalls nötig.

klingt zwar hart, aber die Mutter die sich umbringt ohne an ihre kinder zu denken, (und das wegen einer lappalie)... naja entscheidet selbst

Re: traurig aber unnötig

Ich denke, die Vorgesetzten der Krankenschwester haben diese psychisch fertig gemacht!

Re: Re: traurig aber unnötig

wenn dem so ist, sind diese der auslöser für den suizid. nicht die moderatoren

Re: traurig aber unnötig/Hellfish122

Bei "Mikromann" schmunzle ich manchmal, bei "Callboy" nicht einmal mehr das, gebe aber zu, dass ich diesen Sender nur noch sehr selten höre. Da Sie offensichtlich mit Lust und selbstgerecht auf die Tote eindreschen, kleine weiterhin unberücksichtigte Details für Sie:

NIEMAND hat bisher erfahren, was unmittelbar nach Veröffentlichung dieses Telefonates zwischen Arbeitgeber und den Krankenschwestern tatsächlich vorgefallen ist. Ein wenig die "Anglomentalität" kenengelernt habend, erlaube ich mir die Krokodilstränen, die der Spitalssprecher bei Bekanntgabe des Todes vergoss, zu kritisieren. Und - was geschah mit der Angestellten, die schlussendlich wirklich Auskunft erteilte? Wohl aus gutem Grund Schweigen darüber.

Und noch etwas: was wissen Sie über das Gefühl von Ehre bei Indern? Wahrscheinlich so viel wie ich - nämlich nichts!

Re: Re: traurig aber unnötig/Hellfish122

1: Das hat weder mit lust noch mit selbstgerechtheit zu tun.

2: ich weiß tatsächlich nichts über das indische ehrgefühl, maße mir das auch nicht an

3: verurteile ich die frau nicht für ihren selbstmod (würds nur selbst nicht tun- schon gar nicht wegen meiner kinder denen jezt sicher nicht geholfen ist)

4: wenn sie de vorgesetzten "fertig gemacht" haben wie es immer so schön vermutet wird sind diese zur verantwortung zu ziehen. aber sicher nicht die moderatoren

5: falls sich noch jemand von einem möglichst nüchternen kommentar anstacheln lässt, bitte gern. man ist ja gewöhnd dass sachliche diskussionen nicht möglich sind ;)

Re: Re: traurig aber unnötig/Hellfish122

zwei dumpfe vorurteile in einem posting, net schlecht!

Re: traurig aber unnötig

Es tut gut, wieder einmal einen vernünftigen Kommentar zu lesen!

Wieso bitte war Frau Saldanha

"Kates Krankenschwester", obwohl sie das Telefonat zur offenbar zuständige(re)n Kollegin weitergeleitet hat / weiterleiten mußte???
Was soll der Schas bitte?

Traurig aber unnötig

Telefonstreiche sind gängig und auch lustig. Wegen eines Telefonstreichs bringt sich niemand um wenn er halbwegs bei verstand ist. Da muss schon vorher was arg schief gelaufen sein. Den Moderatoren jezt die direkte schuld zu geben ist etwas dümmlich. sonst bitte ab sofort beim Ö3 Callboy auch nicht mehr lachen, oder beim Ö3 Mikromann.

jede unterstützung des senders für die kinder der selbstmörderin ist zwar großzügig aber keinesfalls nötig.

klingt zwar hart, aber die Mutter die sich umbringt ohne an ihre kinder zu denken, (und das wegen einer lappalie)... naja entscheidet selbst

Eine Tragödie

Aber die Sender will mit 400.000 Euro die Kinder entschädigen. Das finde ich als eine frechste Frechheit. Der Sender soll ein bisschen tiefer in die Tasche greifen oder nach US-Mass-Stab. Die Summe soll um zwei Zehnter Potenz erhöht werden, dann finde ich angemessen.

Re: Eine Tragödie

zunächst dachte ich sie schreiben etwas wie "geld maht das nicht wieder gut". doch dann musst ich lesen, dass "tiefer in die tasche greifen" es besser machen würde… ich denke geld ist für die hinterbliebenen derzeit zweitrangig.

8 6

Re: Eine Tragödie

Ihnen ist aber schon klar, dass es sich hierbei um eine freiwillige Zahlung handelt!?

ich hoffe,

diese beiden journaillisten können für den rest ihres elenden lebens nicht mehr ohne albträume schlafen.

Re: ich hoffe,/michaelcollins2

Da kennen Sie die "Journaille" aber schlecht! ECHTE und GUTE Journalisten vielleicht - aber die? Albträume haben bei solchen Gelegenheiten meist nur die Genarrten und Verfolgten.

Welche Journalisten?

Das waren zwei MODERATOREN eines Radiosenders.

Wenn jemand Alpträume haben sollte, dann die britische Presse, die mit ihrer inkri­mi­nie­renden Berichterstattung die arme Frau zum Gespött der Nation gemacht haben!

Re: Welche Journalisten?/Albrecht Wallenstein

JAWOLLLLL, Generalissimus!!!!! In der engen Auslegung des Begriffs "Medienmitarbeiter" haben Sie natürlich Recht. Leider verschwimmen aber auch hier die Grenzen immer mehr.Was mich bei dieser mehr als ungustiösen Angelegenheit allerdings ein wenig schmunzeln lässt, ist Ihre Unbeirrtheit darin, der BRITISCHEN Skandalpresse Albträume "andrehen" zu wollen.

 
12
AnmeldenAnmelden