Nach Suizid: Wohl keine Anklage gegen Moderatoren

28.12.2012 | 15:55 |   (DiePresse.com)

Scotland Yard bat Mel Greig und Michael Christian bislang nicht um eine Aussage. Nach deren Scherzanruf hatte Kates Krankenschwester Selbstmord begangen.

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Mehr als drei Wochen nach dem Scherzanruf in einer Londoner Klinik rechnet die australische Polizei nicht mehr mit einer Anklage gegen die beiden verantwortlichen Radiomoderatoren, die sich als britische Queen und Prinz Charles ausgegeben hatten. Nach dem Tod der Krankenschwester, die den Anruf zu einer Kollegin durchgestellt hatte, habe es "anfangs Kontakt" mit der britischen Polizei gegeben, danach aber kaum noch, sagte der Vize-Polizeikommissar des Bundesstaats New South Wales, Nick Kaldas, den Zeitungen der News Limited-Gruppe vom Freitag.

Scotland Yard hatte die Strafverfolgungsbehörde der britischen Krone eingeschaltet, die über rechtliche Schritte gegen die Moderatoren Mel Greig und Michael Christian entscheiden sollte. Die beiden hatten sich am Telefon als Elizabeth II. und Prinz Charles ausgegeben und eine Schwester hatte entgegen der Vorschriften Auskunft über den Zustand der schwangeren Herzogin Kate gegeben. Die Krankenschwester Jacintha Saldanha, die den Anruf durchgestellt hatte, nahm sich wenige Tage später das Leben.

Scotland Yard habe die australischen Behörden nach den ersten Kontaktaufnahmen nicht um weitere Auskünfte gebeten und die Moderatoren seien auch nicht zu einer Aussage aufgefordert worden, sagte der Vize-Polizeikommissar. Da nun so viel Zeit vergangen sei, sei es "unwahrscheinlich", dass noch rechtliche Schritte folgten. Die Moderatoren hatten nach ihrem Anruf Anfang Dezember und dem Tod der Krankenschwester Morddrohungen erhalten. Ihre Sendung wurde eingestellt.

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(APA)

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4 Kommentare
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Tja

Erstens: sie war nicht Kate´s Krankenschwester, sie stellte bloß den Anruf durch. Zweitens: wenn man sich als Mutter von Kindern wegen so einem Unsinn das Leben nimmt, dann ist das schon äußerst suspekt und zeugt nicht gerade von robuster psychischer Verfassung. Drittens: man kann sich unschwer vorstellen, welchem Psychoterror und Mobbing seitens der Vorgesetzten besagte Krankenschwester ausgesetzt war, die die Integrität und die Würde des Krankenhauses, welches erste Wahl der Royal Family ist (war), vor aller Welt „in den Schmutz gezogen“ hat…. die Schuldigen für diesen Suizid sind sicherlich nicht in Australien zu suuchen.

Wie immer...

Zuerst lächelt jeder über die Scherze und wenn es wie in diesem Fall tragisch endet, zeigt jeder mit den Finger auf die angeblich Verantwortlichen. In diesem Fall auf die Falschen. Nach wie vor ist der Sender für die Inhalte verantwortlich. Was sich hier wirklich abgespielt hat werden wir nie erfahren. Die tragische Konsequenz aus diesem Scherz passt nicht richtig ins Bild. Von wo bzw. wem auch immer, von irgendwo dürfte Druck auf die Frau ausgeübt worden sein und die tatsächliche Ursache wird kaschiert. Hier laufen bei uns leider weit extremere "Scherze" über die Sender. Ich möchte dies auf keinen Fall gut heißen bzw. runterspielen, aber seien wir uns doch ehrlich, jeder hat schon den einen oder anderen Aprilscherz gemacht. Die Auswirkung hierbei ist mir unverständlich. Das die Frau "zart besaitet" war, passt schon gar nicht in ihr Berufsbild.

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dieser infantile humor wird doch auf ö3 ganz besonders gehuldigt

und das von unserem geld und millionen finden das auch noch lustig tja die elite in ihrem element

Re: dieser infantile humor wird doch auf ö3 ganz besonders gehuldigt

Leider ja, hier hilft nur einen anderen Sender einschalten.

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