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Franz Josef Strauss-Kahn

30.06.2012 | 18:05 |  von Florian Asamer (Die Presse)

Oder: Warum wir, ohne mitgespielt zu haben, doch beim Endspiel dabei sind.

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Nach dem vorletzten Spiel der Fußball-EM hat nun auch Österreich endlich seinen Anknüpfungspunkt zum Großereignis gefunden. Was gar nicht so leicht war, haben sich doch unsere Fußballer selbstverständlich nicht qualifiziert. Nicht einmal ein rot-weiß-roter Schiedsrichter war eingeladen worden, um in Polen oder der Ukraine zu pfeifen.

Der österreichische Beitrag zur Großveranstaltung beschränkte sich bisher auf einzelne Artikel in der deutschen Presse, in denen geschrieben wurde, die deutsche Nationalmannschaft hätte gern unseren David Alaba als Außenverteidiger dabeigehabt. Doch jetzt sind wir quasi doch noch im Finale dabei. Denn einer der großen Stars der EM, der italienische Stürmer Mario Balotelli, hat bei seinem ehemaligen Verein Inter Mailand zusammen mit dem – und jetzt kommt's – Österreicher Marco Arnautovic gespielt. Damit nicht genug. Die beiden waren (sind) sogar befreundet. „Marko ist ein fantastischer Kerl, aber er hat die Einstellung eines Kindes. Mario Balotelli ist sein bester Freund, und zufällig haben sie die gleichen Eigenschaften. Das ist nicht einfach“, sagte der portugiesische Startrainer José Mourinho damals über die beiden. Und schon sind auch wir mitten drinnen in der EM.

Abseits des Fußballs ist eine Geschichte ein wenig untergegangen, der in Nicht-EM- und Nichteurokrisenzeiten wohl breiterer Raum eingeräumt worden wäre. Deutsche Medien berichten, der ehemalige bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Franz Josef Strauß habe seinem Sohn Max angeblich 300 Millionen D-Mark vererbt. Bekannt geworden sei diese Tatsache nun, weil ein luxemburgischer Banker bestätigt hat, dass Max in den 1990ern versucht hat, die riesige Summe in bar außer Landes zu schaffen. Familie Strauß lässt dazu allerdings über den Anwalt ausrichten: „Diese (angeblichen) Behauptungen sind barer Unfug, also falsch.“

Egal, wie das war: Es ist trotzdem irgendwie beruhigend, dass inzwischen deutsche Bundespräsidenten zurücktreten müssen, weil sie sich auf teure Hotelzimmer haben einladen lassen. Apropos Strauß. Dominique Strauss-Kahn, der heute französischer Präsident anstelle von François Hollande wäre, hätte er sich vergangenes Jahr in New York nicht weggeschmissen, wurde von seiner Frau verlassen. Und jetzt noch das Finale!

florian.asamer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.07.2012)

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