Wie die deutsche Fußballnationalmannschaft von den Pharaoneninseln (Sie wissen schon, wovon die Rede ist) nach Wien zum Länderspiel gegen Österreich kommt, ist wegen des Lufthansa-Streiks noch nicht so hundertprozentig klar. Vielleicht ja mit der Bahn, zumindest im Festlandbereich. Mit der Deutschen Bundesbahn hin. Und retour mit den ÖBB. Wobei die ja schon bald Frank Stronach gehören könnten. FrankRail statt FlyNiki.
Wenn man aber schon verhandelt, könnte man auch gleich ein Junktim aufstellen. Stronach kriegt die ÖBB nur, wenn er auch das Bundesheer dazunimmt. Mit dem Kauf von Krisengeschütteltem hat er ja jüngst erst Erfahrung gesammelt, wie die Übernahme des halben BZÖ zeigt.
Das wäre übrigens auch eine Variante für die Fragestellung bei der Volksbefragung im Jänner gewesen: Soll Frank Stronach alles kaufen, womit die Regierung nicht fertig wird?
Die österreichische Fußballnationalmannschaft könnte man dem Austrokanadier dabei vielleicht auch gleich mit ins Paket schmuggeln. Obwohl das Team von Marcel Koller vor ihrem WM-Qualifikationsmatch am Dienstag gegen Deutschland so gut ist wie seit Jahrzehnten nicht. Zumindest theoretisch.
Zum Ländermatch am Dienstag sollte man natürlich trotzdem nichts mehr schreiben. Das Verhältnis Österreich – Deutschland unter besonderer Berücksichtigung des Fußballsports steht auf der Liste des Ausgelutschtesten unangefochten an der Spitze. Außer vielleicht, dass diesmal praktisch zwei deutsche Mannschaften gegeneinander antreten. Der größte Teil der österreichischen Nationalmannschaft verdient sein Geld in der deutschen Bundesliga.
Düdelingen der 1990er-Jahre. Das mit den Färöer Inseln als deutscher Gegner vor Österreich ist natürlich schon lustig. Für das jüngere Publikum, das sich nicht mehr erinnert: Färöer ist das Düdelingen der 1990er-Jahre. Wobei sich auch Deutschland früher schon beträchtlich schwergetan hat mit den Inselkickern.
Die Begegnung Angela Merkel – Werner Faymann hat am Freitag jedenfalls mit einem gerechten Unentschieden geendet. Der deutschen Bundeskanzlerin kann das egal sein, sie fährt auf alle Fälle zur Weltmeisterschaft.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.09.2012)
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