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Rinderfilet vegetarisch

06.10.2012 | 17:51 |  von Florian Asamer (Die Presse)

Oder: Warum verlieren schwieriger als gewinnen ist – auch für den Big Bird.

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Jede Menge geredet worden diese Woche. Barack Obama und Mitt Romney zum Beispiel haben sich erstmals im Fernsehen darüber ausgetauscht, wer wohl der bessere US-Präsident in der nächsten Legislaturperiode wäre. Geht es nach der Mehrheit der Beobachter dieses Abends wohl eher Romney.

Der hat aber dafür seit Mittwochnacht ein anderes Problem am Hals: die Sesamstraßenfans. Die wollen ihm nicht verzeihen, dass er die Förderungen für das öffentliche US-Fernsehen und damit auch die Kinder-Kult-Serie, die dort produziert wird, abschaffen will. Da nützt ihm sein Bekenntnis zum gelben Riesenvogel Bibo („I love Big Bird“) wenig. Diese Stimmen sind unwiderruflich weg.

Die Sesamstraße führt uns auch zum überraschenden Tod von Dirk Bach. Der Komiker war nämlich nicht nur im Dschungelcamp zu Hause, sondern auch viele Jahre in der deutschen Ausgabe der Sesamstraße. In die vielen freundlichen Würdigungen für den erst 51-Jährigen mischte sich ein Misston eines Übereifrigen, der offenbar auch einmal in die Zeitung wollte. Der Wirt, bei dem Bach nur Stunden vor seinem Tod gegessen hatte, gab in einem deutschen Massenblatt die letzte Bestellung zu Protokoll. Bach verlangte Rinderfilet „Madagaskar“, dazu Pommes Frites statt Rosmarinkartoffeln. Das will nicht ganz zu den Berichten passen, wonach der Verstorbene ein Vegetarier auf Diät gewesen sei.

Ähnlich rätselhaft auch die Begründung des endgültigen Rücktritts von Formel-1-Star Michael Schumacher: „Ich habe gelernt, dass verlieren schwieriger als gewinnen sein kann.“ Darüber kann man stundenlang nachdenken. Oder überhaupt nicht. Und was wohl Obama dazu sagen würde?

Zumindest eine Sekunde nachdenken hätte auch Kurt Beck sollen. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident hat nach mehreren Zwischenrufen während eines Fernsehinterviews zum Thema Bürgerbeteiligung (!) die Contenance verloren und gesagt: „Können Sie mal das Maul halten einen Moment, einfach das Maul halten, wenn ich ein Interview mache?“ Das ist erfrischend ehrlich, festigt aber gleichzeitig unsere Überzeugung, dass es niemandem guttut, 18 Jahre lang einem Bundesland vorzustehen. Dem Bundesland natürlich auch nicht.

Und das gilt nicht nur für Deutschland. Sondern sogar in der Sesamstraße.

florian.asamer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.10.2012)

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