Der Ernst, der Lance und die Allegra

19.01.2013 | 18:40 |  von Florian Asamer (Die Presse)

Oder: Warum Oprah nicht mit Ernst reden würde, aber vielleicht eine der Barbaras.

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Der Ernst wird sich ärgern. Nicht nur weil der Alfons mit einem blauen Auge davongekommen ist, dem Ernst aber gleich vier Jahre drohen, wenn nicht doch irgendeine Instanz ein Einsehen hat. Sondern auch wegen des Lance. Wenn der Ernst früher gewusst hätte, wie man so eine Sache auch anlegen kann, hätte er vielleicht vor seinem Prozess auch im Fernsehen sein Herz ausgeschüttet.

Nicht gerade der Oprah, die hätte für Ernst wahrscheinlich keine Zeit gefunden, er ist ja nicht der Lance. Aber die beiden hiesigen Fernseh-Barbaras oder die Radio-Claudia, die hätten sicher gern mit dem Ernst darüber geredet, was ihm jetzt rückblickend betrachtet alles leid tut. Und dann hätte vielleicht der Georg bei der Urteilsbegründung nicht ganz so aufdrehen müssen, sondern viele mildernde Umstände berücksichtigen können. Die Strafe wäre vielleicht ganz anders ausgefallen: Dann wäre das un- vor dem bedingt weggefallen, zumindest aber irgendetwas mit Fußfesseln herausgekommen. Oder vielleicht gar eine Diversion wie der Kurt in Kärnten sie bekommen hat. Wer weiß?

Der Lance jedenfalls ist endgültig von seinem Stockerl der Sport-Allzeitgrößen gekippt. Der Pep, eine Sportgröße, die noch auf seinem Stockerl steht, wird in Bayern Trainer beim Uli und beim Karl-Heinz. Das ist vor allem für den Jupp ein Problem. Aber auch irgendwie für uns komisch. Denn weltanschaulich ist der FCB mit dem Lionel, von dem der Pep herkommt, doch eher so etwas wie die Grünen des Fußballs (das Kollektiv ist am wichtigsten, die Topstars bescheiden, alle gute Verlierer etc.), während der FCB, zu dem er jetzt hinwechselt, eher eine Teilorganistaion der CSU ist, also weltanschaulich das glatte Gegenteil. Vom Gegensatz zwischen Barcelona und München (von den Tapas zur Weißwurst) wollen wir gar nicht anfangen. Aber er wird schon wissen, was er tut, der Pep.

Im Dschungel (wir schreiben erst ganz am Schluss darüber, quasi heimlich, weil sich Bildungsbürger angeblich nicht für das RTL-Camp interessieren) schlagen wir uns immer mehr auf die Seite von Fiona. Von Olivia sind wir abgerückt, weil sie nicht verstanden hat, dass Bulimie nichts ist, was man sich aussuchen kann. Bei Georgina wissen wir noch nicht so recht, Joey hat unsere Sympathie, Iris nicht. Und Allegra macht uns Sorgen.

Aber Sie schauen das ja nicht.

florian.asamer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.01.2013)

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