Die von Ihrer Lieblingssonntagszeitung ventilierte Idee eines Solidaritätsurlaubes in Griechenland (siehe Seiten 38, 39)hat schon Charme. Allerdings gibt es, wenn man sie zu Ende denkt, auch einen Haken: Warum sollte man nicht auch in Spanien, Portugal und Italien urlauben? Gerade jetzt. Und warum nicht in Ägypten?
Man hätte sich also rechtzeitig so manchen Jahresurlaub aufheben und etliche 13. und 14. Monatsgehälter zusammensparen müssen, um seine Solidarität auch breit genug zum Ausdruck bringen zu können. Und selbst, wenn man rechtzeitig gespart hätte, um angemessen und ausgewogen urlauben zu können: Müsste man mitten in der Eurokrise nicht eher im Hemd urlauben als im Rock, also eher am Abersee als am Adria-Meer?
Aber so richtig konzentrieren können wir uns auf diese Frage natürlich nicht, weil – Sie wissen ja – Fußballeuropameisterschaft. Die bietet auch für den Gossipfreund seit jeher Zerstreuung in Form der Spielerfrauen. Nachdem im englischen Team weder David noch Victoria Beckham Berücksichtigung fanden, bilden derzeit folgende Damen die Top drei: das Model Lena Gercke, Gewinnerin der ersten Topmodelsuche mit Heidi Klum, als Begleiterin des deutschen Mittelfeldspielers Sami Khedira. Die Moderatorin Sylvie van der Vaart, die mit dem niederländischen Mittelfeldspieler Raphael verheiratet ist. Unangefochten an der Spitze Sängerin Shakira, liiert mit dem spanischen Verteidiger Gerard Piqué.
Während Shakira, was Prominenz und Erfolg betrifft, ungefähr auf Augenhöhe mit Posh Spice operiert und auch Sylvie van der Vaart sich in der beruflichen Preisklasse ihrer spanischen Kollegin und Iker-Casillas-Verlobten Sara Carbonero bewegt, hat es Lena Gercke mit einer übermächtigen Vorgängerin zu tun. Linda Evangelista, die zusammen mit Claudia Schiffer, Naomi Campell und Cindy Crawford in den 1990ern den Modelberuf neu definierte, war mit dem französischen Nationaltormann Fabien Barthez zusammen. Davor übrigens mit Schauspieler Kyle MacLachlan, dem FBI-Agent Dale Cooper aus David Lynchs „Twin Peaks“.
Womit wir endlich dort angelangt wären, wo wir heute hinwollten. Sollten Sie vom Fußball genug haben, schauen Sie sich statt der schicken HBO-Serien ein paar Folgen „Twin Peaks“ an. Könnte leicht sein, dass ein paar Solidarseher vom Fußball rüberkommen . . .
("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.06.2012)
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