Während die Trivialliteratur zuletzt mit „Shades of Grey“ reüssierte, setzt die Haute Parfumerie auf diverse Schattierungen von „Noir“ und bietet damit genug Stoff für ein miniatürliches Duftkammerstück: Zunächst betritt mit „Coco Noir“ von Chanel eine süßliche Pariserin den Salon eines venezianischen Palazzos (die Lagunenstadt inspirierte Parfumeur Jacques Polge). Nach einigen Minuten lichtet sich der übertrieben liebliche Schleier (Grapefruit!), auf einem Canapé ruhend zeigt sich Coco bald von blumiger Seite. Wer neben ihr verweilt, wird sie schließlich als runde, interessante Persönlichkeit erkennen, mit der man gern von den Giardini in die Bar des Danieli spaziert.
Weniger zielstrebig ist wohl „La Petite Robe Noire“ von Guerlain: Mit kirschig-beerigen Trippelschritten schwirrt sie vorbei an jedem Diwan, wo sie doch nicht verweilen wollte; die sonst beruhigende Wirkung der Guerlinade-Basisnote verpufft. Und trägt sie ein kleines Schwarzes, wie es der Name nahelegt, so ist es allemal ein Etuikleid aus rosa Satin, über dem bloß ein Hauch von schwarzem Georgette flattert. Opulent in schweren Samt gekleidet ist aber die „Dahlia Noir“ von Givenchy: Pudrig und ein wenig altmodisch, eine Chypre-Kreation, tritt sie nicht vor Einbruch der Dunkelheit in Erscheinung. Da sieht man sie vielleicht eine Fähre zur Friedhofsinsel San Michele besteigen, wo sie am Grab von Sergej Diagilew, dem Erfinder des Ballets Russes, eine Schwertlinie hinterlegt.





Mode für die BrautTrends nicht nur in Weiß
BrautmodeTrends nicht nur in Weiß
FreiluftformDie besten Festival-Looks
Kardashian-WestKinderzimmer geht in Betrieb
Melissa McCarthyPhotoshop-Panne auf Filmplakat