Hausfrauen heute: Verzweifelt? Nein!

10.11.2012 | 18:27 |  von Doris Kraus (Die Presse)

Kein Beruf entzweit so gründlich. Derzeit steht der Zeiger gerade wieder auf Anerkennung. Doch auch wenn die Betroffenen als von gestern gesehen werden, ist die Zeit für sie nicht stehen geblieben.

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Das, was Tanja J. auf die Palme bringt, passiert meist auf Partys oder bei Empfängen. Als Begleitung ihres Mannes kommt sie nämlich sehr oft in kleinere und größere Gesellschaften. Die hübsche, selbstbewusste und redegewandte Frau wird dabei gern zum Mittelpunkt einer Runde, zumindest so lange, bis irgendwann die verhängnisvolle Frage gestellt wird: „Und was machen Sie so?“ Denn Tanja macht das, was oft mit „nichts“ gleichgesetzt wird: Hausfrau und Mutter von drei teilweise schon großen Kindern. „Kaum habe ich das gesagt, wird der Blick glasig, das Lächeln ein wenig verkrampft und dann sehe ich bald nur noch Rücken. Wenn es nicht so lustig wäre, wäre es ziemlich demütigend.“

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Noch vor kurzer Zeit hätte Tanja J. als Reaktion auf ihre Klage nur Schulterzucken geerntet. Nicht so in Tagen wie diesen. Denn gerade ist wieder einmal die Ehrenrettung jenes Berufs angesagt, der eigentlich gar keiner ist: die Hausfrau. Niemand geringerer als die „Zeit“, Bollwerk der intellektuellen deutschen Mittelschicht, setzte eine Frau aufs Cover, die sich offen dazu bekennt, „nur“ Hausfrau und Mutter zu sein. Dass die fesche Rothaarige aussieht, als würde sie den Feuilleton-Teil der Wochenzeitung tatsächlich lesen, ehe sie die Erdäpfel darin einwickelt, macht das Thema noch griffiger. Dieser aparte Widerspruch manövriert den Begriff „Hausfrau“ aus einem Eck heraus, das bisher für die eher Uninteressanten reserviert war.

Wettkampf der Lebensmodelle

Die brisante Frage ist, ob und warum auch gut ausgebildete Frauen sich entschließen, gegen den feministischen Mainstream zu schwimmen. Noch hat sich die Gesellschaft nicht entschieden, was sie von jenen halten soll, die aus freien Stücken sagen: „Ich verzichte auf die Arbeit, ich bleibe daheim bei den Kindern – und zwar solange ich will.“ Aus der konservativen Sicht bestätigt das den „natürlichen“ Platz der Frau, an den sie nach Jahrzehnten des Doppelbelastungsexperiments reumütig zurückkehrt. Aus der Sicht progressiverer Denker sind die freiwilligen Hausfrauen Verräterinnen, die nach Jahren feministischen Kampfes die herrschende gesellschaftspolitische Lehre wieder in Zweifel ziehen. Beide Seiten instrumentalisieren die Frage für eigene ideologische Zwecke und spielen Lebensmodelle gegeneinander aus anstatt gegenseitig Respekt zu zollen.

Auch die eigene Sicht der neuen Hausfrauen auf sich selbst ist noch etwas trüb. Eines ist allerdings offensichtlich: Wirklich gern als „Hausfrau“ lässt sich kaum jemand bezeichnen, öffentlich darüber redet man auch nicht so gern. Alles zu sehr Staubwedel, zu wenig Swiffer. Dabei sind die neuen Hausfrauen eine Art Gender-Guerilla, die in erster Linie um das Recht auf Selbstbestimmung kämpft. Ohne Rechtfertigungszwang.

So sieht das zumindest Martina Gürtlschmidt. Die heute 45-Jährige kehrte nach der Geburt ihres ersten Kindes nicht mehr in ihren Job im Marketing zurück. Sie habe sich in der „glücklichen Lage“ befunden, wählen zu können und nicht zwingend arbeiten gehen zu müssen, sagt Gürtlschmidt.

Ungewisse Abhängigkeit

Die Aufgabe ihrer Unabhängigkeit war für Gürtlschmidt nicht leicht. Wie für viele einst berufstätige Frauen sei es auch für sie „ein gewisser Lernprozess“ gewesen, das Geld ihres Mannes auszugeben. Eine Putzfrau hat die 45-Jährige nicht. „Da würde ich mir komisch vorkommen, das würde ich dann doch als Ausbeutung meines Mannes sehen.“ Unter dem Strich aber hätten alle Seiten von ihrer Entscheidung profitiert: „Mein Mann hat dafür in meinem Bereich nichts zu tun. Wenn er zu Hause ist, kann er mit den Kindern spielen und sich entspannen und muss sich im Haushalt um nichts kümmern.“

Die Reaktion ihrer näheren und ferneren Umgebung sieht Gürtlschmidt hingegen mit gemischten Gefühlen. Ihre eigene Familie bewundere die Konsequenz, mit der sie ihre Entscheidung umsetze. „Wir waren daheim fünf Kinder, meine Mutter war immer berufstätig. Darunter litt nicht nur sie, das war Stress für die gesamte Familie.“ Ihre Freunde wiederum teilten sich in jene, die ihr dafür auf die Schulter klopften, und jene, die nicht verstünden, wie sie das aushalte.

Jeder hat ein Recht auf seine Meinung, meint Martina Gürtlschmidt. Was sie aber ärgert, ist die Haltung der Gesellschaft zu ihrem Lebensmodell. „Ich finde es gut, dass Frauen ermutigt werden, arbeiten zu gehen. Ich finde es weniger gut, dass wir von anderen oft als Schmarotzer dargestellt werden. Wem nehme ich denn etwas weg?“ Es werde Frauen sehr deutlich die Botschaft vermittelt: Jetzt gibt es endlich für jedes Kind einen Betreuungsplatz, dazu viele verschiedene Arbeitsmodelle, da wird doch wohl für jede etwas dabei sein. Diese Rechnung gehe jedoch nicht immer auf, sagt Gürtlschmidt: „Wir reden da oft von schlecht bezahlten Arbeitsplätzen im Handel, von kinderunverträglichen Arbeitszeiten. Um 19 Uhr hat kein Kindergarten oder Hort mehr offen.“

Das Los der berufstätigen Mutter, die von Termin zu Termin hetzt, oft zu spät, meistens beladen und immer mit dem schlechten Gewissen, Job und/oder Kinder zu vernachlässigen, ist Martina Gürtlschmidt fremd. „Beneidenswert“, mag sich da so manche denken, „sich einmal nur um Kinder und Haushalt kümmern zu müssen.“ Diese Erschöpfung der „Mutti-Tasker“ dürfte ein Grund sein, warum das Schlagwort vom „Traumberuf Hausfrau“ immer öfter auftaucht (wie bereits in der „Presse am Sonntag“ am 29. Mai 2011).

Denken die Töchter um?

Diese heimliche Sehnsucht kennen aber nicht nur Frauen mit Kindern; die Einstellung greift mittlerweile auch unter ihren erwachsenen und heranwachsenden Töchtern um sich. 55 Prozent der 14- bis 24-jährigen Mädchen, die 2011 für den Jugendmonitor des Familienministeriums befragt wurden, gaben an, gern Hausfrau sein zu wollen – vorausgesetzt, der Partner verdiene genug. Theoretisch sehen das auch 34 Prozent der jungen Männer so.

In England sorgte vor einiger Zeit eine Studie der Soziologin Catherine Hakim von der London School of Economics für Aufregung, derzufolge heute mehr Frauen Hausfrauen sein wollen als in den 1940er-Jahren. Hakim behauptet, dass nach Jahrzehnten des Feminismus sich viele Frauen nach wie vor gegen einen Beruf und für einen gut verdienenden Ehemann entscheiden würden. „Manbition“ nannten das die englischen Medien. Nicht ganz zufällig liegt die Hausfrauen-Hochburg Englands in Surrey: In Tandridge sind 64 Prozent der weiblichen Bevölkerung daheim. Die Gegend ist eine der wohlhabendsten Regionen Großbritanniens.

Was einen der wichtigsten Aspekte in der Hausfrauendiskussion beleuchtet: nämlich den, dass sie oft ein Luxusproblem ist. „Ob ich eine Hausfrau kenne?“, meinte ein Kollege. „Wer kann sich das leisten? Wenn wir nicht beide arbeiten gingen, wären wir bald bankrott.“ Viele Frauen können sich aus wirtschaftlichen Gründen gar nicht aussuchen, ob sie zu Hause bleiben.

Hausfrau auf Dauer? Keine Chance

Viele junge Frauen wollen sich aber auch gar nicht gegen den Beruf entscheiden. Eine Studie der Soziologin Sonja Dörfler widerspricht der These, dass derzeit eine neue Generation von Heimchen am Herd heranwachsen könnte. Für die Mehrheit der 15- bis 25-jährigen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund, die sie nach ihren Lebensmustern befragte, ist Hausfrau auf Dauer nämlich keine Option. Die Burschen sind dagegen, weil sie wollen, dass die Frauen zum Familieneinkommen beitragen und Angst haben, dass sie bei einer Scheidung zu viel zahlen müssten. Die jungen Frauen wiederum wollen ihre erworbene (Aus-)Bildung anwenden, unabhängig sein und Kontakte außerhalb der Familie pflegen.

Ein Modell, das in der gut situierten Mittelklasse sehr wohl an Reiz gewinnt, ist die „Hausfrau auf Zeit“. Vor allem so lange kleine Kinder im Spiel sind, können sich viele Frauen vorstellen, länger als die Karenzzeit daheim zu bleiben. Gut ausgebildete Frauen sind dabei auch selbstbewusst genug, um ein paar Jahre damit zu kokettieren, „nur Hausfrau“ zu sein. Bei Bedarf können sie ja auf einen alternativen Lebensentwurf zurückgreifen. Im Gegensatz zu den vielen schlecht ausgebildeten Frauen, die sich in Kinder statt Karriere flüchten, nie den Einstieg ins Arbeitsleben schaffen und irgendwann in einer Armutsspirale hängen bleiben. Auch sie sind Hausfrauen, allerdings offenbar nicht ganz so interessante.

Ein bestimmender Faktor ist das Alter der Kinder. Je größer sie werden, umso weniger werden die Hausfrauen. Das zeigt sich auch in der Erwerbsquote in Österreich. Im Jahr 2011 lag diese bei Frauen mit einem Kind unter drei Jahren bei 33,4 Prozent. Bei Frauen mit einem Kind zwischen drei und sechs Jahren war sie mit 72,8 Prozent bereits mehr als doppelt so hoch. „Mit Schulkindern hat man so viel Zeit, so viel putzen und wischen kann man gar nicht“, meint Martina Gürtlschmidt. Auch ihr wird mittlerweile „ein bisschen fad“, die Lust, wieder in den Arbeitsprozess einzusteigen, wächst.

Mehr Unternehmerinnen

Diese Rückkehr ist allerdings oft gar nicht so leicht. Deshalb wählen immer mehr Frauen eine dritte Alternative, mit der sie unabhängig am öffentlichen Arbeitsleben teilnehmen können: Sie machen sich selbstständig. Der Anteil der Unternehmensgründerinnen in Wien ist in den letzten zehn Jahren von 33 auf 39 Prozent gestiegen. Und das spricht wohl eher dagegen, dass es die Frauen wieder zurück an den Herd zieht. Sondern eher für die Suche nach flexiblen Lebensmustern, mit denen sich Beruf und Kinder besser vereinen lassen. Einer davon ist Hausfrau.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.11.2012)

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118 Kommentare
 
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Hausfrau und Realität

Abgesehen davon,dass jeder nach Möglichkeit so leben sollte wie er/sie möchte-wird völlig außer acht gelassen,was bei der bewussten Entscheidung als Hausfrau zu leben die logische Konsequenz sein muss.Die 100% finanzielle und materielle Abhängigkeit vom hoffentlich gut situierten Mann.Wie sieht das Leben dieser Hausfrauen nach 20 oder 30 Jahren aus,wenn die Kinder groß sind und der Mann sich vielleicht aus welchen Gründen auch immer scheiden lassen möchte,eine Geliebte hat usw.Dann kommt der erste Moment des bösen Erwachens denn der Lebensstandard einer geschiedenen,von Alimenten abhängigen Nurhausfrau ist entschieden niedriger als der einer Nurhaus Ehefrau.Der zweite Moment des bösen Erwachens erfolgt im Pensionsalter,denn eine Nurhausfrau bekommt eine so geringe Eigenpension dass man davon nicht leben kann und eine geschieden Nurhausfrau kann nur auf das baldige Ableben ihres Geschiedenen hoffen,um dann eine halbwegs existenzsichernde Witwenpension zu erhalten.Das aber auch nur,wenn keine Scheidungsvereinbarung besteht,die etwas anderes aussagt.Als Hausfrau zu leben ist vordergründig eine relativ sichere und angenehme Art zu leben,diese kann sich aber im Lauf des Lebens ins völlige Gegenteil verkehren und das sollten alle bedenken,die so ein Leben für besonders erstrebenswert halten.Auch eine Hausfrau benötigt vorrangig Geld zum Überleben und das gilt für das ganze Leben.

Re: Hausfrau und Realität

Ich stimme Ihnen zu, dass jeder nach Möglichkeit so leben soll wie er möchte.
Aber ALLE sind wir von unseren Mitmenschen abhängig. Der eine mehr von seiner Familie der andere mehr von seinem Arbeitgeber, seinen Kunden ... der eine mehr vom AMS vom Staat...Immer gibt es Vor- und Nachteile. Die Lebensmodelle ändern sich ohnehin im Laufe jedes Menschen.
Jede Familie sollte selbst entscheiden dürfen wie sie leben möchte aber in erster Linie muss es um die Bedürfnisse und das Wohl der Kinder gehen. Babys brauchen ihre Mütter und Kinder sind genauso wie alte Pflegebedürftige lieber zu Hause als in einem Heim.Die Wirtschaft wünscht sich natürlich viele Arbeitskräfte am Markt je mehr umso besser können doch dann die Löhne niedrig gehalten werden. Und linke Ideologen wünschen sich alle Frauen ganztags erwerbstätig und die Kinder in staatlicher Obhut. Eine kinderlose Frauenministerin wünscht sich mehr Männer in Karenz, auch dann wenn Frauen lieber selber in (die von Feministinnen einst schwer erkämpfte) Karenz gehen würden ...

Warum lässt sich unser Pensionssystem u.a. nicht mehr finanzieren?
Früher hatten Vater und Mutter zwei bis drei Kinder die EINE Pension für ihre Eltern finanzierten. Dieses Modell hat sich -auch auf politischem Wunsch- gewandelt.
Immer mehr Menschen haben nun einen eigenen Pensionsanspruch den sie nicht aus ihren eigenen Einzahlungen begleichen und er wird auch nicht vom (oft gar nicht vorhandener) eigenen Nachwuchs finanziert.

gern Hausfrau sein zu wollen – vorausgesetzt, der Partner verdiene genug.

na kloa, für einen armen Schlucker dann lieber doch nicht.

Fulltimejob

Ich kenne selbst zwei Mütter, die sich nach der Geburt ihrer Kinder dazu entschieden haben, "nur" noch Hausfrau und Mutter zu sein. Bei der einen ging/geht es gut und die Kinder sind augenscheinlich froh und glücklich darüber, dass Mama immer für sie da sein kann, während es im Fall von zweiterer so war, dass sich der Mann von ihr getrennt hat und sie irgendwann dazu gezwungen war, doch wieder arbeiten zu gehen. Ich denke, spätestens dann ist der Rückkehr in den Beruf schwierig, was nicht heißen soll, dass ich "Hausfrau" nicht als eigenen Beruf anerkenne. Ganz im Gegenteil: 24 Stunden am Tag für alle die Anlaufstelle bei Problemen und Schwierigkeiten zu sein, diese zu verwöhnen, zu pflegen und ihnen den Rücken zu stärken während man seine eigenen Bedürfnisse ständig in den Hintergrund stellt, ist meiner Meinung nach nicht nur ein sehr schwieriger sondern teilweise wohl auch undankbarer Job, der größten Respekt verdient!

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Dressierter Mann

Interessant ist aber immer wieder, dass sich kein Mensch Gedanken darüber macht, ob der Beruf für den Mann eine Selbstverwirklichung darstellt. Diese Luxusprobleme, die manche Frauen haben, hätten die meisten Männer liebend gerne.

Meine Beobachtung ist, dass Familien oder auch Paare ohne Kinder am ehesten funktionieren, wenn es streng geteilte Kompetenzbereiche gibt. Die klassische Verteilung von Innen und Gesellschaft und Außen mit Geldbeschaffung ist schon perfekt. Es muss aber nicht die Frau sein, die daheim ist. Ich kenne einige Fälle, wo das der Mann ist und das funktioniert auch sehr gut. Tendentiell nicht so gut funktioniert - nach meiner Beobachtung - wenn jeder alles macht.

Dass die Kindererziehung dem Staat überlassen wird, ist eher ein DDR-Modell, das ich nicht für erstrebenswert halte.

In manchen Fällen wird es die Wahlmöglichkeit leider nicht geben. Es werden also beide arbeiten müssen um über die Runden zu kommen.

Heute ist es wohl schon eher ein Luxusproblem, wenn man darüber nachdenkt ob es das bessere "Modell" ist wenn beide arbeiten oder nicht und ob sie vielleicht beide nur halbtags arbeiten oder sich die Frau selbständig macht, um sich so freier entfalten zu können. Für zunehmend mehr Menschen ist das leider eine Verhöhnung.

lösung: arbeitszeitreduktion

es sollte eben kein luxusproblem sein, sondern die norm.
Eine gesetzlich festgelegte maximal-wochenarbeitszeit, bei flexiblen arbeitszeiten (jahres, oder halbjahreszeitenmodell) mit striktem verbot von überstunden wäre die lösung.
Klar, double incomer würde das finanziell treffen, das wäre der preis. Aber die könnten sich ja wenn gewünscht, selbstständig machen.

Re: lösung: arbeitszeitreduktion

ich möcht soviel arbeiten können wie ich will, eine gesetzliche Obergrenze ohne Überstunden ist eine der größten Schnappsideen die hier je gepostetwurde, mit Verlaub.

Re: Re: lösung: arbeitszeitreduktion

na dann machen sie sich slbstständig.
ich weiß wovon ich rede btw, ich bun angestellt, meine frau selbstständig.

Re: lösung: arbeitszeitreduktion

So funktioniert das halt nicht. Das Geld bekommt man ja für die Arbeitsleistung. Wenn in einem Betrieb einmal mehr zu tun ist, dann sind Überstunden nötig. Ansonsten kann der Betrieb zusperren. Was Sie meinen ist nur relalisierbar mit lauter Beamten.

Re: Re: lösung: arbeitszeitreduktion

wenn mehr zu tun ist, arbeitet man eben länger, bekommt das aber gutgeschrieben und muss es auf jeden fall abbauen. Innerhalb eines jahres zb.
Aber es sollte sich aufhören, dass man andauernd überstunden schiebt. Sprich: es sollte fix bei einer maximalen monatlichen arbeitszeit, oder von mir aus halbjahresarbeitszeit bleiben.
Müssen die mitarbeiter andauernd überstuden schieben, bedeutet das nämlich vor allem eines:
Entweder unfägigkeit des managements, ordentlich zu planen, oder
-absicht, um die angestellten auszubeuten

Re: Re: Re: lösung: arbeitszeitreduktion

Kein Unternehmer ist dazu verpflichet, seine Firma so aufzublasen, dass viele Leute dort beschäftigt sind. Wenn jemandem eine Firma nicht passt, muss er ja dort nicht arbeiten.

Zur Not kann jeder Unternehmer auch eine Ein-Mann-Firma betreiben. Ich kenne einige, die das gemacht haben nachdem ihnen die Leute auf die Nerven gegangen sind, die nur ein paar Stunden vorbeikommen und neben Frühstück, Gabelfrühstück, Mittagessen, Jause, Rauchpausen etc. in erster Linie wissen, was ihnen an Animationsprogramm zu bieten wäre.

Re: Re: Re: Re: lösung: arbeitszeitreduktion

na das ist doch eh super.
Wenn jemand seine firma allein schupfn kann wäre ein angestellter ja auch ökonomischer schwachsinn.


Re: Re: Re: Re: Re: lösung: arbeitszeitreduktion

In vielen Fällen hat das tatsächlich nur volkswirtschaftliche Bedeutung und der Unternehmer hat mit Mitarbeitern lediglich ein höheres Risiko.

Ich kenne jemanden, der hatte eine kleinere Fabrik mit ein paar hundert Arbeitern. Das stand zehn Jahre lang auf der Kippe, aber er konnte gerade noch gut davon leben. Dann hat er die Firma geschlossen, arbeitet seither allein als Konsulent, ist wohlhabend geworden und hat keine Sorgen mehr.

Re: Re: Re: lösung: arbeitszeitreduktion

Arbeitnehmer auszubeuten mit überstd??? machen die die überstd gratis?? Denk mal nach was du schreibst!!

Re: Re: Re: Re: lösung: arbeitszeitreduktion

tja, überstunden sind f d arbeitgeber aber billiger als ein weiterer angestellter.

Re: Re: Re: Re: Re: lösung: arbeitszeitreduktion

Wenn die Überstunden permanent nötig sind, stimmt das schon, aber oft sind Überstunden nötig um Spitzen zu bewältigen. Man kann ja nicht Leute einstellen und nach der Spitzenzeit wieder rauswerfen. Mit Leihpersonal kann nicht jeder arbeiten, weil die eigenen Mitarbeiter ja nicht zwangsläufig irgendwas tun, was jeder von der Straße auch könnte. Wenn es keine Hilfsarbeiten sind, dann müssen die Leute ja erst einmal eingearbeitet sein.

Re: Re: Re: Re: lösung: arbeitszeitreduktion

Na ja, wer bekommt schon Überstunden richtig bezahlt? Oder Zeitausgleich mal 1.5?

Die meisten bekommen sie 1:1. Wenn überhaupt.

Vorbereitung Altenbetreuung

Natürlich ist es wichtig, dass es "genügend" Hausfrauen gibt. Die Kinderbetreuung ist doch ein guter Grund Frauen für die Hausarbeit abzustellen.
Nach 10-15 Jahren besteht dann ja sowieso keine Chance mehr im alten Job einzusteigen und die Damen können direkt von der Kinderbetreuung in die Altenbetreuung wechseln. Zu Hause sind sie ja eh schon und die Angehörigen ins Altenheim bringen wird "die Gesellschaft" dann auch als böse und unzumutbar einstufen, sodass zumindest diese Problem der Finanzierung unserer alternden Bevölkerung eingedämmt wird.
Gratulation! Es werden trotz der Änderung der Altersstruktur keine weiteren Pensionistenburgen gebaut werden müssen. Und wer keine eigenen "Alten" hat, kann sicher welche zum Pflegen "ausborgen", z.B.: aus dem Krankenhaus oder der Reha.

Re: Vorbereitung Altenbetreuung

"Die Angehörigen ins Altenheim bringen" kann die "Gesellschaft" nicht bezahlen: Seit Juli 2012 verlangt die Stadt Wien "kostendeckende Beiträge" für die sogenannten "Geriatriezentren". In der Pflegestufe 6 mit Demenz entspricht dies einem Tagsatz von ca. € 300.-, im Monat daher € 9000.-, abzüglich Pflegegeld daher € 8000.- Man orientiert sich damit, heißt es, an den Preisen für private Pflegeheime.
Jeder kann sich ausrechnen, wie lang das Vermögen des Heimbewohners ausreicht, bevor "die Gesellschaft", also der Steuerzahler, einspringen muß. Eine gebrauchte, nicht besonders große Eigentumswohnung, in der vielleicht noch der andere Ehepartner oder, auf dem Land, die Kinder und Schwiegerkinder wohnen, ist nach zwei Jahren aufgebraucht. Nicht alle Familien mit einem durchschnittlichen Vermögen - Wohnung, Einfamilienhaus auf dem Land - werden bereit sein, den ganzen Besitz der Familie für das Heim herzugeben. Die Frauen werden also pflegen.

Re: Re: Vorbereitung Altenbetreuung

Jetzt wissen Sie auch warum demente Personen selten ein Vermögen haben. Das wurde rechtzeitig auf die nachfolgende Generation überschrieben.

Und das ist gut so.

Vermögen wird von den meisten Familien als Familienvermögen gesehen. Meine Großmutter oder meine Eltern hätten nicht zulassen wollen, daß das, was sie erarbeitet haben, nicht an die nächste Generation, sondern an die MA 15 übergeben wird. As simple as that.
Aber ich verstehe schon, daß derartige Auffassungen und Strukturen dem Regime im Wege sind. Der politische Wille, dysfunktionale Formen des Zusammenlebens, Scheidungen, Alleinerzieherinnen, Patchwork, Adoption durch Homosexuelle, Enteignung des Privateigentums, Verstaatlichung der Kinder, konfiskatorische Besteuerung etc. zu fördern, ist offensichtlich.

Re: Und das ist gut so.

..und zum Thema dysfunktionales Fördern kann ich Ihnen die Lektüre dieser neuen Aufklärungsbroschüre für 6 - 11 jährige ans Herz legen. Hier wird sogar illegales propagiert. Mit Empfehlung des bmukk.

http://www.selbstlaut.org/cgi-bin/TCgi.cgi?target=home&p_kat=12

Re: Und das ist gut so.

Genau, eine 24 Std Hilfe ist teuer genug, aber 8000€ pro Monat für ein Altersheim ist absurd.


Re: Vorbereitung Altenbetreuung

Nach 6 Jahren, wenn Kinder gewöhnlich in der Schule sind, kann man bereits wieder einen 10-15 Stunden Job machen. Damit ist man nicht so ewig lange aus dem Berufsleben und kann später, wenn man einen selbstständigen Teenager zuhause hat, leichter in eine intensivere Beschäftigung einsteigen.


Wie die Blinden von der Farbe.

Hier im Forum geht es zu, wie wenn Blinde über Farbe diskutieren. Leute, die offensichtlich (noch) keine Kinder haben und sich auch noch nicht vernünftig mit dem Gedanken auseinander gesetzt haben, glauben, den Stellenwert von Versorgungsarbeit festlegen zu können.
Leute, die sich noch nie mit den Kosten öffentlich bezahlte Kinderbetreuung auseinander gesetzt haben und keinen Dunst davon haben, wie die progressive Individualbesteuerung Alleinverdiener benachteiligt, maßen sich ein Urteil über angebliche "Maden im Speck" an.

Die Presse hat es richtig gemacht, und lässt eine betroffene Frau zu Wort kommen. Genügend andere gebildete junge Frauen denken genauso, siehe z.B. diesen Blog: http://www.leonore.at/2012/06/vollzeitmutter-ein-modell-fur-akademikerinnen/

Statt Vorurteile zu pflegen, sollte man sich erst ein Bild über die reale Situation junger Mütter machen.

Hausfrauen sichern die Produktivität

Was soll da "kein richtiger Beruf" sein?
Natürlich ist Hausfrau ein Beruf, eine selbständige, verantwortungsvolle Tätigkeit, die viel Erfahrung, Geduld und Belastbarkeit erfordert.
Es gab sogar namhafte Volkswirte, die den häuslichen Bereich als einen mit dem ausserhäuslichen Wirtschaftsbereich vollkommen gleichwertigen und gleichwichtigen Produktionsfaktor sahen.
Denn der häusliche Bereich stellt jene Prägung, Erziehung, Leistungsfähigkeit und Regenerierung der Menschen sicher, die dann im wirtschaftlichen Bereich zu Produktivität führt. Oder eben nicht, wenn die häuslichen Verhältnisse desolat sind.

 
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