Längeres Leben durch leichtes Übergewicht

Etwas zu schwere Menschen haben größere Energiereserven – und sie stehen unter besserer ärztlicher Kontrolle.

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Laengeres Leben durch leichtes
Übergewicht – Reuters

Wer lange fastet, lebt lange: Leicht unterkalorische Ernährung verlängert das Leben. Dieses Prinzip wurde an vielen Lebewesen nachgewiesen, von der Fruchtfliege bis zum Rhesusaffen, es gibt Indizien dafür, dass es auch für Menschen gilt. Aber nur unter optimalen Bedingungen, wenn weder Krankheiten noch Dürre drohen: Denn in diesen Fällen kann sich ein kleiner Fettspeicher, der ja eine Energiereserve bedeutet, als lebensverlängernd erweisen.

Das dürfte auch hinter dem Ergebnis einer Metastudie – einer Studie, die mehrere Studien analysiert – stehen, die die Daten von insgesamt 2,88 Millionen Menschen enthält und in der US-Medizinzeitschrift Jama (309, 1) veröffentlicht wurde. Unterschieden wird zwischen Normalgewicht (Body-Mass-Index zwischen 18,5 und 25), Übergewicht (BMI zwischen 25 und 30), leichter Fettleibigkeit (30 bis 35) und schwerer Fettleibigkeit (über 35). Bei schwer Fettleibigen ist das Sterblichkeitsrisiko um 29 Prozent höher als bei Normalgewichtigen, bei leicht Fettleibigen aber um fünf Prozent niedriger, bei Übergewichtigen um sechs Prozent niedriger.

Die verwerteten 97 Studien stammen aus unterschiedlichen Ländern, die meisten aus Europa (37) und Nordamerika (41). In den USA werden heute 36 Prozent der Menschen als fettleibig charakterisiert, wobei aber mehr als die Hälfte nur leicht fettleibig ist. Neben der eingangs angeführten Erklärung für die lebensverlängernde Wirkung mäßigen Übergewichts bieten die Forscher noch eine Begründung an: „earlier presentation of heavier patients“. Das heißt, Übergewichtige sind bei Krankheiten schneller beim Arzt und werden daher besser medizinisch behandelt. tk

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.01.2013)

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