Vienna Awards: Branchenabend mit Bar Refaeli

Bar Refaeli und Bond-Darstellerin Tonia Sotiropoulou gesellten sich zur heimischen Modebranche. Daniel Kalt wurde bester Journalist.

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Bar Refaeli – (c) EPA (HERBERT PFARRHOFER)

Es ist ja nicht so, dass all die Leute, die an diesem Abend geehrt wurden, keine Fans hätten (man hörte es am jeweiligen Applaus im Saal). Jene kleine Menschentraube, die am Eingang zur Halle E im Museumsquartier wartete, wollte wohl trotzdem nur eine sehen: Bar Refaeli, israelischstämmiges Supermodel, war nach Wien gekommen, um sich bei den Vienna Awards ihren Preis als „Style Icon“ abzuholen.

Nachdem sie sich vor versammelten Kamerateams sympathisch über den roten Teppich geplaudert hatte, musste dann aber auch sie noch einmal drei Stunden warten. Denn bevor Refaeli auf die Bühne durfte, wurden Preise in elf anderen Kategorien der Modebranche vergeben. Grund zur Freude gab es für die „Presse“: Daniel Kalt, Moderedakteur des „Schaufenster“, wurde als bester Modejournalist ausgezeichnet. „Das letzte Mal, dass ich so etwas Schönes entgegennehmen durfte, war bei einem Skirennen in der Volksschule“, scherzte er. Als beste Stylistin wurde die in Wien lebende New Yorkerin Adia Trischler geehrt; auch sie hat schon fürs „Schaufenster“ gearbeitet. Ebenso Fotograf Stefan Armbruster – er bekam seinen Preis just von „Presse“-Chefredakteur Rainer Nowak überreicht. „Da ich viel im Ausland arbeite“, sagte Armbruster, „finde ich diese Auszeichnung umso schöner.“



Apropos Ausland: Dass Österreichs Modearbeiter international viel beschäftigt sind, zeigte sich bei der Gala, die auch ein Abend der Abwesenden war. Modeschöpfer Atil Kutoğlu (passenderweise als „Global Citizen“ geehrt) war ebensowenig im Lande wie Nadja Swarovski (deren Familienunternehmen einen Spezialpreis bekam) oder Model-Sieger Gerhard Freidl (der erst vor Kurzem für Lagerfelds Dior-Homme-Kampagne vor der Kamera stand). Der deutsche Designer Guido Maria Kretschmer, der gerade für Högl Schuhe entworfen hat und dessen aktuelle Modekollektion gezeigt wurde, lag mit Fieber krank im Bett. Entschuldigt hatte sich auch Model und Testimonial Emma Heming-Willis: Sie feierte den 4. Hochzeitstag mit Ehemann Bruce, über den sie gerade auch eine Doku gedreht hat. Und schickte in einer Videobotschaft Grüße.

Einen internationalen Gast – neben Refaeli – gab es dennoch: Die Griechin Tonia Sotiropoulou, in „Skyfall“ in einem kurzen Auftritt die Affäre von James Bond, wurde (natürlich) nach ihrem Verführungskonzept gefragt. „Man selbst und selbstbewusst zu sein“, meinte sie. Das deckte sich ziemlich mit der Botschaft Bar Refaelis, die es wiederum mit Oscar Wilde hält: „Sei du selbst, alle anderen sind bereits vergeben.“ Dass Refaeli für sich selbst stehe, meinten auch einige im Publikum. Refaelis Liaison mit Leonardo DiCaprio hätte man in der Laudatio ruhig unerwähnt lassen können, so der Tenor.

Nicht ganz ans Protokoll hielt sich Agenturchef Mario Soldo, der eigentlich nur den Make-up-Preis (an Nicole Jaritz) überreichen sollte. Er hatte auf eigene Faust noch eine Statuette besorgt, die er, passend zum Fünf-Jahr-Jubiläum der Gala, der leicht verdutzten Organisatorin Marjan Firouz überreichte. Sie bedankte sich kurz und bündig: „Ich steh nicht so gern auf der Bühne.“ Einen Freudenschrei tat hingegen Designerin Rebekka Ruétz, als sie zum Newcomer gewählt wurde. Ebenfalls überrascht: das Duo Meshit, die Designer des Jahres.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.03.2013)

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