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Mode, intern: Neue Plattform, alter Streit?

24.08.2007 | 18:34 |  >>STADTMENSCHEN VON ULRIKE WEISER (Die Presse)

Mit Mitte September stellt sich das neue Designer-Netzwerk „Austrian-Fashion.Net“ vor – mit Buch und Homepage. Nicht alle sind darüber begeistert.

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Man wusste es schon länger, aber jetzt ist es also raus: Es gibt – konkret ab Mitte September – ein handliches Büchlein namens Austrian Fashion Guide. Und es gibt allerhand Aufregung darum. Warum? Das versteht keiner, der nicht ein bisschen mit der heimischen Modeszene zu tun hat.

Denn was ist dabei? Die von der Wirtschaftskammer, Kulturministerium, Wien-Tourismus und Departure gesponserte Publikation präsentiert einige (eigentlich recht viele: 23) der österreichischen Designer, die in Paris bei den Prêt-à-porter-Femme-Schauen ausstellen. Das Buch, erschienen im plastic-media-Verlag (Indie-Magazin) soll als Wegweiser für internationale Presse und Kunden vor Ort funktionieren.

Das Pikante dabei ist das Netzwerk im Hintergrund, die neue Designer-Plattform AustrianFashion.Net, die nun in die Öffentlichkeit tritt. Pikant deswegen, weil es mit der Modeförderstelle Unit F., die auch das Fashion-Festival ausrichtet, ja schon eine offizielle Organisation gibt, die sich um Designer kümmern soll. Und die jetzt den Aufbau von Parallelstrukturen fürchtet: „Das wäre unsinnig, Geldverschwendung“, sagt Katrin Seiler von Unit F. Wobei: „Natürlich stimmt es auch, dass wir nicht alles abdecken können. Insofern ist diese neue Plattform schon wieder gut“ (Obwohl: Die Idee mit dem Fashion Guide hätte man auch gehabt – aber zu spät).


Tatsächlich will Unit F. zwar alle Designer beraten, fördert aber bewusst selektiv – keine Gießkanne, heißt das Motto. Der Schwerpunkt liegt – zumindest bei den jährlichen Preisen – auf international tätigen Designern, die auf einem hohen Niveau arbeiten. Das gefällt nicht allen, ein schon alter Konflikt in der Modeszene.

AustrianFashion.Net hingegen positioniert sich basisdemokratisch „offen für alle“. „Wir fühlen uns auch ohne Selektion wohl“, betont einer der Ko-Initiatoren, Schmuckdesigner Florian Ladstätter. Entwickelt hat sich das Netzwerk aus Designertreffen, die der Verein „we showroom paris now“ (Ladstätter, Eva Blut, Sonja Bischur, Claudia Rosa Lukas, Wolfgang Langeder, Simone Springer) vor einem Dreivierteljahr gestartet hat.

In Wiener Cafés kamen alle zwei Monate zirka 50 Leute zusammen, um „job-relevant“ zu plaudern. Ladstätter: „Da geht's einerseits um eine Art Familiengefühl, anderseits um wirtschaftliche Sachen, zum Beispiel, wie man Kunden erreicht, wo man produziert, Dinge, die Leute wirklich interessieren.“ Ziel ist, dass sich die Designer gegenseitig helfen, für Projekte zusammenfinden. „Wir vergeben keine Mittel, sondern wollen zur Selbsthilfe anregen“, sagt Ladstätter. Und: „Da werden keine coolen, sexy Ideen umgesetzt, eher praktische, unspektakuläre.“


Institutionalisiert werden diese Treffen durch einen E-Mail-Verteiler und ab Mitte September durch eine Homepage. Geplant sind ein Blog, eine Suche-Biete-Funktion und ein redaktioneller Teil. Ob es wirklich zu einem Austausch der Designer kommt, wird von Seiler bezweifelt: „Das sind Informationen, die sich Designer teilweise sehr hart erarbeiten. Ich weiß nicht, ob zum Beispiel ihre Produktionsstätten weitergegeben werden. Ich denke, dass dieses Netzwerk eher etwas für noch junge Designer ist.“

Dass auf der Guide-Launch-Party im September die „Konkurrenz“ vorbeischaut, darf derzeit jedenfalls bezweifelt werden. Aber vielleicht klappt es ja mit friedlicher Ko-Existenz. Denn dass die Designer nun selbst zwischen den Stühlen sitzen, kann wohl nicht im Sinne der vielen alten und neuen Förderer sein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.08.2007)

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3 Kommentare
Gast: Karli
25.08.2007 13:28
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Unit-F

Laut Kunstbericht 2005 bekam unit-f 2005 154.000 euro vom Bund.
Für Mode-Projekte 105.410 wurden vergeben, diese summe ist NICHT in der foerderung inkludiert.
Von diesen 105.410 muss man 17.600 abziehen da das fuer den modepreis 2004 und 2003 waren.
Dann noch die 2 stipendien abziehen bleiben 70.900 euro übrig die 2005 fuer modeprojekte vergeben wurden.
Wie die 154.000 euro von unit-f eingesetzt wurden ist nicht ersichtlich.

Von der stadt wien bekam unit-f 2005 146.000.
Angenommen die auf der unit-f webseite aufgeführten förderungen sind unabhängig vom Bund
(komischerweise stimmt die summe aber bis auf 100 euro ueberein),
hätte unit-f im jahr 2005 70.900 an förderungen vergeben bei einnahmen von 300.000.- euro.

Falls die förderungen extra sind hatte unit-f ein budget von 300.000 2005.
Das ist das 5-fache an dem was an fördergeldern in dem jahr ausgeschuettet wurde.

vielleicht sieht die wirklichkeit anders aus, einsehbar ist es aber nicht.

Antworten Gast: wuzzi
06.09.2007 15:39
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Re: Unit-F

dabei sind noch keine förderungen die es von departure gegeben hat, das sponsoring durch firmen für die fashion weeks und modepreise zb vergeben durch die presse.

dieser verein wäre es wert geprüft zu werden!!

zb auch in bezug auf die entwiclung der datenbank, die ein kleines vermögen verschlungen hat. für ein ein paar dutzend designer.

Antworten Gast: gast2
25.08.2007 20:45
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Re: Unit-F

Gabs da nicht hohe schulden auch noch?

Klarheit wäre wircklich mal angebracht.

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