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Der Opernball 2008: Alles Walzer!

14.12.2007 | 12:12 |   (DiePresse.com)

Die neue Opernball-Mutter Treichl-Stürgkh will dem Ball der Bälle ein neues Gesicht verleihen. Einige Dinge bleiben aber gleich: der Dresscode, Lugner und Netrebko.

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131 Jahre nach seiner Premiere in der Wiener Staatsoper bekommt der Opernball ein - sanftes - Lifting. "Wir wollen den Ball mit behutsamen Veränderungen im 21. Jahrhundert ankommen lassen", sagte Organisatorin Desiree Treichl-Stürgkh im Gespräch mit der APA. Hinter dieser diplomatischen Formulierung steckt ein neues Konzept, das das Fest ein wenig entstauben soll. Das Societyspektakel am 31. Jänner verspricht jedenfalls schicker, trendiger und bunter zu werden - ohne dabei sein traditionelles Herz einzubüßen.

Rosa Bar und rosa Drink

Dass Treichl-Stürgkh dem Opernball ihren Stempel aufdrücken wird, war spätestens klar, als sie die Errichtung eines eigenen Eingangszeltes samt "Red Carpet" ankündigte, um dem traditionellen Tohuwabohu auf der Feststiege ein Ende zu machen. Die Pläne der Herausgeberin der Wohndesignzeitschrift "H.O.M.E." gehen aber noch weiter. Die Loggia wird zu einer "Rosa Bar" samt eigens kreiertem pinken Hibiskus-Hochriegl-Drink. "Die Farbe Pink passt sehr gut in die Kühle dieses Raumes", erklärte Treichl-Stürgkh.

Salonordnung

Ein weiteres Ziel der Organisatorin: Auch bisher vernachlässigte Räume sollen dem Anlass entsprechend herausgeputzt werden. Die größten Profiteure davon sind die Raucher, die bisher die Wahl hatten, entweder in einem stickigen Raucherkammerl ihrem Laster nachzugehen oder an einer Nicorette zu nuckeln. Am 31. Jänner werden in einer Davidoff-Lounge Zigarren kredenzt und in der Oval-Vodka-Bar sind Tabakprodukte gleich in aller Form erlaubt. DJs und Catering vom Chef des Trendlokals "Motto" bringen sogar so etwas wie Coolness ins Sangeshaus. Außerhalb der Salons bleibt das Rauchverbot aber aufrecht.

Gästeliste

Zum Ball 2008 dürften neben wichtigen, aber wenig glamourhaften Wirtschaftsmagnaten und Politikern auch wieder vermehrt Besucher kommen, die die Mehrheit der 1,9 Millionen Zusehern vor den Fernsehern kennt. Fix sind Diva Anna Netrebko und Startenor Jose Carreras, der bei der Eröffnung singen wird. Die Organisatoren haben aber noch jede Menge Fußball-Persönlichkeiten, Modedesigner und Schauspieler im Köcher. Die Namen will man erst bekanntgeben, wenn deren Besuch fixiert worden ist.

Alle Jahre wieder: Lugner

Auch das Logenpublikum soll ein wenig bunter werden. Neben den Stammgästen und ehrwürdigen Donatoren sollen Modedesigner, Künstler und andere Kreative frischen Wind ins Innere der Oper bringen. Apropos Stammgäste: Richard Lugner wird in dieses Konzept integriert: "Richard Lugner hat dem Ball auch in schweren Zeiten stets die Treue gehalten und dafür gesorgt, dass über die Veranstaltung international medial berichtet wurde. Dafür muss man ihm dankbar sein - ansonsten ist er ein Stammgast wie jeder andere auch", meinte Treichl-Stürgkh.

Anstoss

Die Ball-Eröffnung am 31. Jänner wird übrigens im Zeichen der Euro 2008 stehen. Ioan Holender hat ein eigenes "Fußballett" in Auftrag gegeben, das vom Ballett der Staatsoper gemeinsam mit dem Nachwuchs aufgeführt wird.

Opernball-Kalkül

Während manche Dinge am Ball moderner werden, an der Kleiderordnung - Frack bzw. Galauniform für Herren und langes Ballkleid für Damen - ändert sich nichts. Die Mitarbeiter der Oper werden sogar nachdrücklich angewiesen, nicht entsprechend angezogenen Personen den Einlass zu verwehren, egal wie prominent oder wichtig der Besucher auch sein mag. "Die korrekte Kleidung ergibt sich schon allein aus Respekt vor den anderen Gästen", so Treichl-Stürgkh. (Ag.)

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3 Kommentare
Gast: Axl
31.01.2008 22:52
0 0

Alles Fußball oder was?

Ich wurde genötigt mir das unsägliche Ballett der armen missbrauchten Staatsoperntänzer anzusehen, und frage mich: wer verhunzt den Opernball nun wirklich?- Nein, es ist keine elegante Schönheit Dita von Teese und nicht einmal eine Dolly Buster die den Niedergang herbeiführt, sondern die hausgemachte Choreografie und diese niedere Thematik...es war so langweilig, und nie enden wollend.GÄHN....Das gleiche blödsinnige Theater wie bei dem Neujahrskonzert,als man uns die Euro08 aufs -Aug gedrückt hat,was widerum zu einer Entzauberung des Konzerts geführt hat.Wie können die Veranstalter so einen Scheiss bauen?Im Kunst und Kulturbereich wird auf Biegen u Brechen für d Euro08 geworben,und umgekehrt frage ich mich was denn der Fußballsport für die Kunst beiträgt?- das ist soo pervers-echt.Der Kunst geht das Geld aus und der Sport kriegt es von vorne bis hinten reingestopft...Der Opernball 2008:schäbig,stil-los,derb,simpel,tief,dämlich,ein Wettbewerb der Eitelkeiten.Da lob ich mir den OFF Knopf

Antworten Gast: danip
01.02.2008 10:30
0 0

Re: Alles Fußball oder was?

ich kann dem nur zustimmen. der höhepunkt des balls ist einfach das staatsopernballet, dass für eine peinliche choreografie missbraucht wurde.
modern ist gut und gehört auch auf die bühne, aber nicht an diesem abend in die oper. ich empfinde diese choreografie nicht als aushängeschild für österreich sondern ganz im gegenteil: es führt einerseits den künstlerische auftrag der staatsoper ad absurdum und andererseits ist es nicht die beste werbung für unsere nationalelf --> in österreich könnens nur herumhüpfen + fouls simulieren, aber tore schießen, das haben sie nie gelernt...

Gast: Graf Gudenus
14.12.2007 14:25
0 0

Dresscode,

hoffentlich lässt jener der Frau Treichl nichts zu desireren übrig. Jener der Baronin Rothschild wäre einem da schon genehmer, aber es wird zu Wien halt immer demokratischer