Debatte: Der Hidschab und die Modewelt

Seit Anfang März bewirbt die Sportmarke Nike ihren "Nike Pro Hijab" - einen Hidschab für Athletinnen. An dem Funktionskleidungsstück wurde über ein Jahr lang gearbeitet, Spitzensportlerinnen aus der arabischen Welt halfen bei der Entwicklung mit.

Ab 2018 soll das leichte Teil erhältlich sein. Während einige unbekanntere, teils regionale Marken bereits Sportkleidung mit religiös-kulturellen Anforderungen für Muslimas produzieren, ist der Hidschab von Nike der erste Schritt einer amerikanischen Firma in diese Richtung.

REUTERS (HANDOUT)

Während sich Testimonials wie Eiskunstläuferin Zahra Lari aus den Emiraten höchst erfreut über das Produkt von Nike zeigen, nennen Kritiker die Entscheidung der Firma "Geldmacherei aus Unterdrückung".

REUTERS (HANDOUT)

Wenige Tage zuvor erschien die erste Ausgabe von "Vogue Arabia" mit Topmodel Gigi Hadid am Cover. Hadid, selbst keine Muslima, aber Halb-Palästinenserin, ist darauf mit Hidschab abgebildet.

Das Cover erhielt viel Anerkennung als ein Zeichen für wachsende Inklusionsbestrebungen der Modebranche - tatsächliche Hidschabträgerinnen meldeten sich allerdings auch zu Wort, viele von ihnen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: Hadid erhalte Lob für das Bild mit Hidschab, während sie selbst tagtäglich mit Anfeindungen leben müssen - wegen ihrer Entscheidung, Hidschab zu tragen.

Instagram/@voguearabia

Die Kombination Hidschabträgerin und Model gibt es, lange Zeit war sie nicht sichtbar: Mit den Modewochen im Februar 2017 änderte sich das. Die 19-jährige Halima Aden lief für Max Mara und Alberta Ferretti in Mailand über den Laufsteg und sorgte für Gesprächsstoff. "Ich bin sehr stolz, dass Halima Teil meiner Show ist. Sie repräsentiert eine von vielen weiblichen Persönlichkeiten heute und ich wünsche mir, dass es mehr Raum für Vielfalt gibt", gab Ferretti zu Protokoll.

APA/AFP/MIGUEL MEDINA (MIGUEL MEDINA)

Davor hatte Halima Aden bereits einen Auftritt auf Kanye Wests "Yeezy"-Schau während der Fashion Week in New York City - ihr Catwalk-Debüt. Die Modezeitschrift "Vogue" schrieb, der Auftritt habe eine "bedeutsame Debatte" über muslimische Frauen bei der Fashion Week angestoßen. Aden selbst sagte dem Magazin, es sei noch immer schwierig für sie, geeignete Mode zu finden.

Instagram/@kinglimaa