Die Krise belastet auch die klangvollsten Namen der italienischen Modeindustrie. Immer mehr Modeunternehmen melden starke Verluste. In vielen Unternehmen wird kurzgearbeitet. Die Krise belastet auch das renommierte Modehaus Max Mara, dessen Gewinne sich im Jahr 2008 auf 20,1 Mio. Euro halbiert haben. Das Unternehmen rechnet auch im laufenden Jahr mit einem weiteren starken Rückgang. "Wir werden auch in den nächsten Jahren die negativen Auswirkungen dieser schweren Krise spüren", sagte Ignazio Maramotti, Präsident von Max Mara.
Unter Druck ist auch die italienische Modegruppe Versace geraten, die ein Viertel ihrer Stellen streichen wird. Im Rahmen eines Umstrukturierungsplans werden auf internationaler Ebene 350 Jobs wegrationalisiert, geht aus einer Presseaussendung des Unternehmens vom Donnerstag hervor. Mit diesen Maßnahmen will Versace den Angaben zufolge die Effizienz erhöhen und 2011 wieder in die Gewinnzone gelangen. Der Sanierungsplan sieht eine Umstrukturierung der Filialkette sowie deutlich geringere Kosten und Investitionen vor.
"10 bis 15 Prozent werden Pleitegehen"
Schwierig ist die Lage auch bei der italienischen Modegruppe IT Holding, die seit dem vergangenen Frühjahr unter Insolvenzverwaltung steht. 250 Mitarbeiter wurden auf Kurzarbeit umgestellt. Weitere 250 Jobs sollen im Unternehmen, zu dem die namhaften Brands Gianfranco Ferre und Malo gehören, gestrichen werden.
Die Aussichten sind sogar für die solidesten Brands des "Made in Italy" trüb. "Die Krise hat erst begonnen. Wer von Aufschwung spricht, sagt einen Blödsinn", meinte Renzo Rosso, Gründer und Präsident des italienischen Modekonzerns Diesel nach Angaben italienischer Medien. "10 bis 15 Prozent der Unternehmen der Modebranche werden Pleitegehen. Vor allen kleine, nicht strukturierte Unternehmen ohne liquide Mittel haben keine Überlebenschance. In Krisenzeiten wird endlich aufgeräumt", meinte Rosso.
29.000 Personen sind in Kurzarbeit
Laut einer Gewerkschaftsstudie haben 28 italienische Mode- und Textilunternehmen dieses Jahr geschlossen, 749 stecken in einer tiefen Krise. 29.000 Personen sind in Kurzarbeit. Italiens Modebranche fordert von der Regierung Berlusconi staatliche Hilfsmaßnahmen gegen die Krise. "Die Lage ist sehr schwierig, doch bisher sind nur schwache Maßnahmen ergriffen worden", sagte Mario Boselli, Präsident des Verbands der italienischen Modeindustrie.
(Ag.)

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