Manege frei für das Catch-Comeback

Vor 20 Jahren wurde am Heumarkt der Ring abgebaut. Nun geht es weiter – im Prater.

Michael Kovac (links), Wrestler seit den 1990ern, kämpft für den Catch-Sport.
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Michael Kovac (links), Wrestler seit den 1990ern, kämpft für den Catch-Sport.
Michael Kovac (links), Wrestler seit den 1990ern, kämpft für den Catch-Sport. – (c) EWA

Wien. Wenn man heutzutage an den Heumarkt denkt, assoziiert man damit eine politische (Schlamm-)Schlacht. Bis vor 20 Jahren war er dagegen ein Synonym für europäisches Wrestling. Jeden Sommer duellierten sich unter der Ägide von „Big“ Otto Wanz – der seinerzeit von einer Zigarettensorte (!) gesponsert wurde – bekannte Ringkämpfer im CWA Catch Cup. Abend für Abend kamen Hunderte, obwohl die Turniere mehrere Wochen dauerten. Einmal sogar 44 Tage am Stück. Einer, der bereits damals im Ring gestanden ist, ist Michael Kovac. Er erinnert sich: Mitte der 1990er stieg das Interesse für US-Wrestling im Fernsehen, die Zuschauerzahlen am Heumarkt sanken. Dann kam noch die Doppelbesteuerung – so erklärt er sich das Ende des Heumarkt-Catchens 1997.

Mittlerweile 47-jährig ringt Kovac immer noch, und das sowohl im Seilgeviert (als Aktiver) als auch als Veranstalter der EWA-Shows (European Wrestling Association) um Sponsoren. Nun will man das Wrestling wieder populärer machen. Ganz weg war es ja nie, auch wenn dies der PR-Text („Nach zwei Jahrzehnten kehrt der Catchsportkult nach Wien zurück“) suggeriert. Nicht am Heumarkt, sondern im Prater, wo bereits vor 125 Jahren Catcher aufgetreten sind, soll die Tradition fortgeführt werden. Die Premiere steigt morgen, am 8. Juli (19 Uhr; Restkarten an der Abendkassa), im Zirkuszelt von Louis Knie. Neben Kovac werden die heimischen Stars der Szene, Chris Raaber, Chris Colen und Robert Dreissker, sowie internationale Akteure um den sogenannten Prater-Catch-Wanderpokal antreten. Zudem wird es ein Frauenmatch geben.

Ohne Wanz, aber mit Schuhmann

Otto Wanz wird dem Showkampfspektakel übrigens nicht beiwohnen. Man habe ihn kontaktiert, aber er sei gesundheitlich nicht mehr fit genug, sagt Kovac. Dafür konnte man eine andere Heumarkt-Legende, Franz Schuhmann, gewinnen.

Im kommenden Jahr soll es übrigens wieder Catchen im Prater geben, möglicherweise auch als zwei- oder dreitägige Veranstaltung. Ein mehrwöchiges Dacapo schließt Kovac aber aus: „Diese Zeit ist vorbei.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.07.2017)

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