Eine Luftfahrtlegende in Wien

Breitling. Die DC3 hat als ältestes Flugzeug die Welt umrundet. Station war auch in Wien.

Sechs Monate dauerte die Vorbereitung für die Weltumrundung der DC3.
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Sechs Monate dauerte die Vorbereitung für die Weltumrundung der DC3.
Sechs Monate dauerte die Vorbereitung für die Weltumrundung der DC3. – (c) imago/alimdi (imago stock&people)

1903 waren die Gebrüder Wright drei Sekunden lang geflogen. In den 1920ern wurde mit Flugzeugen noch die Post transportiert, da musste man zwischendurch im Feld landen und reparieren. Gegen Anfang der Dreißiger durften die ersten Passagiere an Bord von Flugzeugen, das war aber laut, turbulent und nicht besonders angenehm, sagt Pilot Francisco Agullo. „Das alles änderte sich mit der DC3.“

Gebaut ab 1935 als Konkurrenz zum Zug, war sie das erste Flugzeug, das für Airlines profitabel war und für Passagiere sicher, komfortabel und verlässlich. Im Zweiten Weltkrieg sprangen aus ihr US-Fallschirmspringer am D-Day über der Normandie, als Rosinenbomber versorgte sie über die Luftbrücke Berlin. Gestern Mittag landete der Pionier der Luftfahrt in Wien. Seit März befindet sich das 77 Jahre alte Flugzeug auf großer Reise, und wenn es am Dienstag nach Genf zurückkehrt, dann ist das Rekord: Noch nie hat ein so altes Flugzeug die Welt umrundet.

Es war ein logistisches Großunterfangen. Treibstoff musste vorausgeschickt, Erlaubnisse mussten eingeholt – und Sicherheitsmaßnahmen geplant werden: An Bord des Flugzeugs befinden sich auch 500 Breitling Navitimer Chronografen. „Wo“, sagt Agullo, „wissen nur drei Leute“. Agullo ist auch Gründer des Super Constellation Club, die alten Flugzeuge werden von Freiwilligen (mit Unterstützung von Breitling) am Leben erhalten. Auf eine Flugstunde kommen hundert Stunden Wartung. Erlebt hat die in Wien gebaute DC3 schon einiges: 1940 gebaut, flog sie von 1942 bis 1944 im Zweiten Weltkrieg, später für eine amerikanische Fluglinie Touristen auf die Bahamas. Zuletzt wurde sie 1988 kommerziell verwendet, dann kaufte sie ein Amerikaner, seit 2008 gehört sie dem Schweizer Verein. Insgesamt sind von 16.000 gebauten Maschinen (das sind mehr als alle je gebauten Airbus) noch rund 150 erhalten.

Nicht entgehen ließ sich den Flug auch Skispringer Thomas Morgenstern, der an diesem Wochenende selbst in Spitzerberg beim Helikopter-Weltcup fliegt. (tes)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.09.2017)

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