Wien: Mit Hermès im Waschsalon

Das französische Traditionshaus haucht alten Seidentüchern mit einem Färbe-Pop-up-Store neues Leben ein.

Stilsicher. Wasch­salon ist nicht gleich Waschsalon.
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Stilsicher. Wasch­salon ist nicht gleich Waschsalon.
Stilsicher. Wasch­salon ist nicht gleich Waschsalon. – (c) Sandra Steh

Seit 80 Jahren gehören die Carré-Seidentücher von Hermès zu den Klassikern im Kleiderschrank. Mehr als 1500 Dessins aus 75.000 Farben entstanden seit den Anfängen 1937. Damals wollten Émile Hermès und sein Schwiegersohn Robert Dumas etwas Neues aus Seide kreieren, und wie schon zuvor ließen sie sich von der Welt der Pferde inspirieren: Seit dem 19. Jahrhundert trugen Jockeys Seidendressen in den Farben ihres Reitstalls. Heutzutage wird im Schnitt alle 25 Sekunden eines der Tücher in der Welt verkauft. Und auch Stilikonen und gekrönte Häupter tragen und trugen es – Jackie Kennedy etwa um den Hals, Grace Kelly auch als Schlinge für ihren gebrochenen Arm und Queen Elizabeth II. als Kopftuch.

Neu. So sehen die eingefärbten Tücher nach der Behandlung aus.
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Neu. So sehen die eingefärbten Tücher nach der Behandlung aus.
Neu. So sehen die eingefärbten Tücher nach der Behandlung aus. – (c) Sandra Steh

Langlebige Klassiker. Nicht nur auf außergewöhnliche Dessins, sondern vor allem auf aufwendige Handarbeit – die Säume werden von Hand eingefasst, die Tücher sind alle handbedruckt – und höchste Qualität wird bei der Herstellung der Carrés Wert gelegt. 300 Seidenkokons (sie stammen aus einer Schmetterlingsfarm in Brasilien) und 450 Kilometer Seide braucht man für ein Carré (90 mal 90 Zentimeter), ganze zwei Jahre dauert die Produktion. Damit ist sichergestellt, dass die guten Stücke viele Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte überleben. Für alte (Erb-)Stücke, die farblich nicht mehr zur aktuellen ­Garderobe passen, hat sich Hermès jetzt etwas Besonderes einfallen lassen. Im temporären Umfärbe-Waschsalon Hermès Matic wird den Tüchern neues Leben eingehaucht. Nach Stationen in Amsterdam, München, Straßburg und Kyoto macht der Pop-up-Shop jetzt auch in der Wiener Innenstadt Station. Von 8. bis 18. November kann man sich im Salon – der unverkennbar im typischen Hermès-Orange erstrahlt – ein neues Unikat erstellen lassen.

Farbbehandlung. Nach einer Farbberatung – nicht jede Farbe ist für jedes Seidentuch geeignet – wählt man die entsprechende Waschmaschine aus, in der das Carré umgefärbt wird. Danach wird es sanft getrocknet, damit es seine Geschmeidigkeit behält. Nach 48 Stunden erhält man das verjüngte Carré wieder ordentlich gefaltet und verpackt zurück. Dieser Service ist kostenlos. Wer kein altes Carré zu Hause hat, den gefärbten Stil aber schätzt, kann ein Carré aus der Dip-Dye-Kollektion erwerben, die nur im Pop-up-Store erhältlich ist und  – anders als die umgefärbten Tücher – nicht ein mattes, sondern ein glänzendes Finish aufweist.

Tipp

Hermès Matic. Vom 8. bis 18. November macht der Pop-up-Store in der ­Jasomirgottstraße 4, 1010 Wien, halt. Die farbliche Metamorphose ist kostenlos.

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