25.05.2012 12:20 | Meine Presse Merkliste 0

Schönheits-OPs: Mein viel zu kleiner Busen

18.06.2011 | 18:07 |  von Eva Winroither (Die Presse)

Sie sind noch keine 18 Jahre alt und wollen schon unters Messer. Jugendliche, die sich eine Schönheitsoperation wünschen, werden auch in Österreich immer mehr - rund ein Drittel der 20- bis 30-Jährigen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Larissa Herold steht nackt vor dem Spiegel und kann die Augen nicht öffnen. Es gefällt ihr nicht, was sie dann sieht. So schlaff hängen sie da, wie zwei kleine Melanzani, die schon längst verarbeitet gehören. Nacht für Nacht weint sie sich deshalb in den Schlaf, wickelt sich ein Handtuch um den Körper, wenn sie schwimmen geht und trägt keine Bikinis mehr. „Lass sie dir straffen“, sagen ihre Freundinnen dann. Aber Larissa Herold weiß es besser: Die Brust muss einfach größer werden. Von Körbchengröße C träumt sie. So wie damals, vor der Geburt ihres Sohnes, wo sich das filigrane Mädchen sogar D-Körbe kaufen konnte. Also macht sie sich einen Termin beim Schönheitschirurgen aus. Larissa Herold ist zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 17 Jahre alt.

Mädchen wie Larissa sind mittlerweile in Österreichs Praxen für plastische Chirurgie keine Seltenheit mehr. In einer vom Marktforschungsinstitut Marketagent durchgeführten Studie, bei der 4000 Österreicher, Deutsche und Schweizer befragt wurden, gab rund ein Drittel der 20- bis 30-Jährigen an, sich einer Schönheitsoperation unterziehen zu wollen. In einer anderen Studie, die die Wiener Schönheitschirurgin Dagmar Millesi in Auftrag gegeben hat, ist jeder dritte Österreicher ab 18 Jahre mit seinem Aussehen unzufrieden.


Einmal D-Cup bitte.
„Die Zahl der Anfragen von Patientinnen unter 18 Jahren ist wirklich stark am Steigen. Das ist kein Vergleich zu früher“, sagt dazu Artur Worseg, Schönheitschirurg in Wien, der schon Promis wie Pamela Anderson operiert hat. Gewünscht werden von den Jugendlichen dabei vor allem Brustvergrößerungen oder Fettabsaugungen. In den meisten Fällen, sagt Worseg, würde er diesem Wunsch allerdings nicht nachkommen. Also dann nicht, wenn keine „medizinische Indikation“, wie eine entstellende Nase oder stark asymmetrisch gewachsene Brüste, vorliegt. Auch weil hinter dem Besuch der jungen Mädchen oft ein ganz anderes Phänomen steckt: „Sehr häufig wollen nicht die Kinder die Operation“, erzählt der Arzt, „sondern die Mütter drängen sie dazu.“


Die Mütter drängen die Töchter? Eine dieser Mütter könnte Mirjam Baumeister sein. Die 49-Jährige, die ihren richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen will, war mit ihrer 15-jährigen Tochter Alexandra erst kürzlich beim Schönheitschirurgen und bat um eine Brustvergrößerung der Tochter. „Das Mädchen hat wirklich gar nichts, und sie leidet ganz fürchterlich“, erzählt Baumeister. Laut dem Arzt würden die Brüste ihrer Tochter auch nicht mehr wachsen. „Und wenn ich ihr den Leidensweg so verkürzen kann, dann ist das gut“, sagt sie. Alexandra selbst sieht die Sache mit der Brustoperation etwas differenzierter: „Ich muss mich jetzt nicht unbedingt operieren lassen. Ich bin ja noch so jung“, sagt das Mädchen. Und eigentlich kann sie sich ein Leben mit zwei Implantaten im Körper so gar nicht vorstellen. Auch wenn sie von ihren Mitschülern wegen der kaum vorhandenen Brust oft gehänselt werde. „Ich bin deswegen schon traurig“, sagt sie.

„Es ist für uns Ärzte oft nicht einfach zu sagen, wann eine Operation aus medizinischen Gründen stattfinden soll und wann nicht“, sagt Artur Worseg dazu. Ein Verbot von rein kosmetischen Schönheitsoperationen von unter 18-Jährigen, wie sie zuletzt von der grünen Frauensprecherin Judith Schwentner gefordert wurden, fände er daher schon in Ordnung. Auch weil er damit weniger Verantwortung tragen würde: Denn „ich glaube nicht, dass ich eine Entscheidung über den Leidensdruck von Patienten treffen kann. Ich sehe sie ja im Schnitt nur zweimal kurz vor der Operation.“ Seine Kollegin, Schönheitschirurgin Dagmar Millesi, ist ganz anderer Meinung: „Ein Psychologe weiß viel zu wenig über die Risiken einer Operation, nur der plastische Chirurg sollte diese Entscheidung treffen.“ Auch in Millesis Praxis werden die Patientinnen immer jünger. Zwischen 20 und 21 Jahren sind sie bei der Brustvergrößerung. Im Durchschnitt führt Millesi 20 bis 30 dieser Operationen in einem Monat durch. Das ist pro Arbeitstag mindestens eine.


Mit 18 Jahren zum Traumbusen. Viele Mädchen fiebern ihrem 18. Geburtstag schon entgegen, lassen sich die Brustvergrößerung quasi zur Matura schenken. Auch Larissa Herold war schließlich 18 Jahre alt, als sie von Artur Worseg operiert wurde. Vom hängenden A-Busen zur prallen B-Brust. Das ist jetzt drei Monate her. Sie bereut ihre Entscheidung nicht. „Wer will denn schon ein junges Mädchen mit schlaffem Busen?“, sagt sie. Nachsatz: „Außerdem war ich wirklich unglücklich und habe ständig geweint.“ Ihre Mutter, sagt Larissa, habe die Entscheidung sehr gut verstanden. Sie hat auch ein bisschen mitgezahlt. Den Großteil der 5000 bis 6000 Euro, die ein neuer Busen im Durchschnitt kostet, hat Larissa aber von ihrem Ersparten bezahlt. Geld, das sie lieber in ihre Schönheit, als in ihre Ausbildung oder in die Altersvorsorge investiert hat. Denn Larissa hat die Schule abgebrochen und ist in Karenz, danach möchte sie Grafikerin werden. Trotzdem sieht sie mit dem reparierten Äußeren ihrer Zukunft jetzt sehr positiv entgegen. „Ich kann jetzt wieder rausgehen, ohne mich zu schämen“, sagt sie. Vor dem Spiegel hat sie jetzt die Augen immer offen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.06.2011)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

42 Kommentare
 
1 2
1 0

da hat die gesundheits"industrie" wider mal ganze arbeit geleistet

und sich mit genuegend propaganda eine neue kundengruppe herangezuechtet, die in den medien ganz genau vorgehalten bekommt, wie man heute "auszusehen hat" um wer zusein

und wie immer stehen nur die wenigsten auf und sagen - mit mir nicht, da laufen die schafe in der herde alle in eine richtung

wo ist die jugend mit rueckgrad - gibt es sowas ueberhaupt noch??

mr. vain17
22.06.2011 22:54
0 0

Einfach ausgedrückt: Wenn man gut aussieht steht eben jede Tür offen!

Mal ganz abgesehen davon gibt's sogar eigene Online-Partnerbörsen die nur hübsche Leute aufnehmen.

Fall's es jemanden interessiert anbei der Link.

http://www.beautifulpeople.com/

Antworten just4fun
24.06.2011 11:07
0 1

Re: Einfach ausgedrückt: Wenn man gut aussieht steht eben jede Tür offen!

klar, dene nsteht sicher jede tür offen...

vergleich mal den prozentuelle anteil von studentinnen mit silikonbusen und nagelpflegerinnen mit silikon, trotzdem ist die einzige tür die letzteren offensteht nur das hosentürl von nem 1night stand.

Gast: Hello
20.06.2011 10:35
0 1

Sicherlich ein wichtiges Unterschichtenthema

Bitte demnächst berichten über:
Tattoos
Fußnägeldesign
Klingeltöne
Nasenringe

Gast: Pedro
19.06.2011 11:56
0 4

Wir legen viel Wert aufs Äussere

gut so. Danach kommen die inneren Werte, automatisch - fad.

Gast: Claudi
19.06.2011 11:46
1 2

....

ich denke...
wenn jemand wirklich darunter leidet wieso nicht ?
mittlerweile ist das kein tabu thema mehr !
also hier nicht über soetwas urteilen sondern sich selbst in den spiegel schauen !!!

Horst
19.06.2011 11:25
2 2

Alle Frauen

die kleinere Brüste haben als C sind minderwertig!!!!!

würd ich nie angreifen

bin halt ein echter selbstbewußter mann!!!!!

Antworten Austrian
20.06.2011 10:49
2 0

Re: Alle Frauen

Das kann doch nur sarkastisch gemeint sein, oder?

Wenn nicht, wäre es nicht nur entlarvend, sondern auch noch köstlich ironisch. ^^

Antworten Gast: A-Cup
20.06.2011 08:40
2 0

Re: Alle Frauen

Na von so einer Intelligenzbestie wie Sie möchte ich mich auch niemals angreifen lassen

Antworten Antworten Horst
20.06.2011 09:27
0 2

Re: Re: Alle Frauen

Wird eh ned der foi sei, wennst kloana ois c bist
hehehe

Horst
19.06.2011 11:23
2 1

D-cups

für alle

...wer braucht schon nespresso

Antworten Gast: Nicht-D-Trägerin
19.06.2011 20:58
4 0

Re: D-cups

Erst selber ausprobieren, dann weiterempfehlen!
Große Brüste sind eine Plage, stören beim Laufen, machen Rückenschmerzen, sehen Scheiße aus, wenn sie nicht zu den restlichen Proportionen passen... Alles was bleibt, ist, sie in einen Minimizer zu quetschen...
Übrigens: Wußten Sie, dass Brustimplantate nach einiger Zeit erneuert werden müssen?

Antworten Antworten Gast: D-Cup
20.06.2011 16:16
2 0

Re: Re: D-cups

"Alles was bleibt, ist, sie in einen Minimizer zu quetschen..."
Ich bin D-Cup-Trägerin - alles Natur, keine OP - und ärgere mich seit Jahren darüber, dass es für große Brüste kaum vernünftige, hübsche Unterwäsche gibt.
Warum sollen Frauen mit großen Brüsten in Liebestöter-Geschirren unterwegs sein????

Antworten Antworten Antworten Horst
21.06.2011 09:19
0 1

Re: Re: Re: D-cups

Liberte de Möpse!!!!!!!!

...raus mit den dingern!

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Femme
24.06.2011 10:47
0 0

Re: Re: Re: Re: D-cups

Na supa. Aber wenn die schweren Dinger dann hängen, ists euch auch nicht recht.

Sagt ihnen das Thema Schwerkraft irgendetwas?

kommt mir falsch vor

Als mir kommt das falsch vor, aber möglicherweise liegt meine eigene Jugend schon zu lange zurück um die aktuellen Trends der Jugendlichen zu verstehen.

Auf jeden Fall sollte die Brust zur Frau passen. Eine schlanke Frau mit D-Körbchengrösse wird nicht ganz passend sein.


1 1

Re: kommt mir falsch vor

Dummerweise kann man sich die Körbchengröße nicht aussuchen!

Re: Re: kommt mir falsch vor

soweit ich weiss ist das Thema hier Brustoperation - da kann man sich die Grösse eben schon aussuchen.

Gast: IMO
19.06.2011 08:58
3 0

Schöne neue Welt

Das sind dieselben Typen, die sich tätowieren, mehrere Piercings stechen und ab dem Alter von 30 erstmals das Gesicht liften lassen.

An jedem Finger einen Ring; Ketterl, wohin man schaut und das Gesicht bunt bemalt.

Die Ergebnisse kann man sich auf einschlägigen Seiten im Internet ansehen: das reinste Horrorkabinett.

Kleine Frankensteins eben.

Antworten Mr.Punch
19.06.2011 11:18
3 4

Re: Schöne neue Welt

...und am allerschlimmsten sind die charakterschwachen Feiglinge, die anonym im Netz posten...

Antworten Antworten Gast: IMO
19.06.2011 11:44
3 0

Anonym?

Meinen Sie mit Ihrem Posting sich selbst? Oder steht "Mr.Punch" auch in Ihren amtlichen Lichtbildausweisen?

Abgesehen davon ist NIEMAND im Netz anonym.


Antworten Antworten Antworten Mr.Punch
19.06.2011 12:57
0 2

Abgesehen davon ist NIEMAND im Netz anonym

Wenn man will schon...

Antworten Antworten Antworten Antworten Austrian
20.06.2011 10:50
3 0

Re: Abgesehen davon ist NIEMAND im Netz anonym

Träumen's weiter...

Gast: BeobachterderFrauen
19.06.2011 07:48
9 2

Liebe Frauen und Maedchen

Nicht nur ich, sondern auch viele ander Maenner stehen auf KLEINE Busen. Gerollte Oestrogen-weiber gibt es genug. Bitte bitte nicht zerstoeren!

Antworten hwolf13
19.06.2011 09:27
8 1

Re: Liebe Frauen und Maedchen

Stimmt ;)

Aber noch was liebe Frauen und Mädchen ... definiert Euch bitte nicht nur über das Äußere und lauft einem von aussen suggerierten Ideal nach. Menschen, denen Ihr wichtig seid interessiert es nicht ob Ihr A, B oder was weiß ich für ein Cup habt ... und falls dem doch so ist verdienen Sie Euch nicht!

Gast: Lutz Berger
19.06.2011 05:42
4 0

Die Kosten

Abgesehen von der "Notwendigkeit" dieser Operationen stellt sich eine andere Frage ?
Wer zahlt die evtl. Folgekosten der "Verschönerungs-" Operationen ?
Daß z.B. der Einbau von körperfremdem Material ohne gesundheitliche Folgen für die Operierte in der Zukunft sein soll, verschließt sich mir.
Die hierdurch entstehenden Kosten sollten der Versicherten-Gemeinschaft nicht auferlegt sondern von den "Verschönerten" selbst voll übernommen werden.
Das ist bisher nicht der Fall. (verunglückte Schönheitsoperationen etc.)

 
1 2