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Will ich Du zu Ihnen sagen?

04.02.2012 | 16:23 |  Von Erich Kocina (Die Presse)

Du oder Sie? Die gegenseitige Anrede ist ein komplexes Problem und geradezu ein Minenfeld zwischenmenschlicher Kommunikation. Derzeit gilt das »Du« gesellschaftlich als wünschenswerter – ist das berechtigt?

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Es soll grau melierte Erwachsene geben, die regelmäßig in Studentenlokale gehen. Vor allem deswegen, weil dort jeder Gast mit Du angesprochen wird – das schmeichelt. Unangenehm wird es allerdings, wenn man selbst in dieser dogmatisch duzenden Umgebung doch gesiezt wird. Denn spätestens dann ließe sich der Glaube, graue Schläfen seien ohnehin nur ein kleiner Makel einer ansonsten durch und durch jugendlichen Erscheinung, nicht länger aufrechterhalten. Das „Sie“ wirkt wie ein Brandzeichen, mit dem man der Herde der etablierten Erwachsenen zugewiesen wird.

Aber es geht auch umgekehrt. Meist so um den 35. Geburtstag herum – plus minus fünf Jahre – beginnen manche Menschen, es als unpassend zu empfinden, wenn sie von Unbekannten ganz selbstverständlich geduzt werden. Gefühlsmäßig stimmt dann etwas nicht mehr, im Koordinatensystem der sprachlichen Distanz hat sich eine Grenze verschoben – und das „Du“ hat plötzlich den Nimbus der Respektlosigkeit. Tatsächlich gehört der korrekte Einsatz von „Du“ und „Sie“ zu den komplexeren Problemen der deutschen Sprache, ist die korrekte Anrede geradezu ein Minenfeld zwischenmenschlicher Kommunikation.

Immerhin, es gibt einige Fälle, in denen das Duzen obligatorisch ist. Dann nämlich, wenn man von Dingen spricht („Liebe Sonne, schein doch endlich“), wenn Verstorbene angesprochen werden („Du warst ein wahrhaftiger Christ“) und schließlich auch im Zwiegespräch mit Gott (aber auch mit Jesus, Maria oder anderen Heiligen) – zumindest haben Gebete, die mit dem förmlichen „Sie, Herr Gott“ eingeleitet werden, einen eher exotischen Charakter. Abgesehen davon kann man davon ausgehen, dass man Personen, zu denen man eine gewisse Nähe und Vertrautheit hat, ebenfalls duzt, seien das Familienangehörige oder Freunde. Aber auch – und ab jetzt wird es kompliziert – Kinder werden in der Regel mit „Du“ angesprochen.

Eure Gnaden.
Kompliziert wird es nämlich dadurch, dass das Du-Wort in vielen Fällen nur einseitig gilt – denn Kinder haben fremde Erwachsene schließlich zu siezen, Experten sprechen von einer asymmetrischen Anrede. Genau dieser Asymmetrie begegnen wir auch bei einem Blick in die Vergangenheit, in der die Anrede soziale Ungleichheit auf der sprachlichen Ebene widergespiegelt hat. Denn während das gemeine Volk von Klerus und Adel geduzt wurde, mussten Vertreter gesellschaftlich höher gestellter Schichten speziell angesprochen werden.

Die Anrede mit dem Pluralis Majestatis kennt man heute nur noch aus Ritterfilmen. Dass ein König oder Fürst mit „Ihr“ angesprochen wird, war aber über Jahrhunderte hinweg üblich. Neben dem „Ihrzen“ kam um das 17. Jahrhundert auch noch das „Erzen“ in Mode, dass man also von besonders verehrungswürdigen Personen in der dritten Person Singular sprach. Doch bald verlor diese Anrede an Popularität – und wurde nach und nach durch die dritte Person Plural ersetzt. Das „Sie“ als respektvolle Anrede war geboren.

Doch das „Sie“ hatte Feinde. All jene republikanisch Orientierten im revolutionären Frankreich nämlich, die darin einen sprachlichen Beleg für eine gelebte Mehrklassengesellschaft sahen. Und so erließen sie 1793 ein „Duz-Dekret“ – wer damals nicht duzte, stellte sich selbst unter den Verdacht, die Ungleichheit der Menschen weiter propagieren zu wollen. „,Per Sie‘ kann man keine Revolution machen“, beschrieb Werner Besch in seinem Standardwerk „Duzen, Siezen, Titulieren“ dieses Phänomen.

Im deutschen Sprachraum waren es die Studentenrevolten der 1968er-Jahre, die eine regelrechte Du-Expansion mit sich brachten. Plötzlich war es üblich, alle und jeden zu duzen – inklusive Professoren an der Uni. Für einen weiteren Schub in der Verflachung sozialer und sprachlicher Hierarchien sorgte der Einzug amerikanischer Unternehmenskultur in europäische Firmen. Es ist längst keine Seltenheit mehr, dass Mitarbeiter mit dem Chef per Du sind. Und schließlich hat auch die digitale Revolution dem Du eine neue Dimension eröffnet – auf Social-Media-Plattformen wie Facebook ist man generell per Du. Und nimmt das auch in die Offline-Welt mit.

„Sie, Herbert!“ Allein, ganz ausgerottet haben all diese sprachlichen Revolutionen das Siezen nicht. Es kursiert nach wie vor und gilt in der Regel als höfliche Anrede von Erwachsenen, der üblicherweise der Nachname oder Titel einer Person folgen. Doch zwischen der klassischen Verwendung von Du und Sie haben sich mittlerweile noch einige Zwischenformen etabliert.

So kennt man etwa das sogenannte „Hamburger Sie“, das sich unter anderem bei TV-Talkshows durchgesetzt hat („Herbert, was haben Sie denn so erlebt?“). Ein Ableger davon ist die großelterliche bis spießige Variante, in der dem Vornamen einer jüngeren Person beim Siezen noch ein Herr oder Frau vorangestellt wird („Herr Peter, möchten Sie noch Salat?“). Umgekehrt ist das Duzen mit Nachnamen oder Funktion eher selten – und wenn es zum Einsatz kommt, hat es meist einen eher komischen Beigeschmack („Du, Frau Lehrerin?“).

In einer förmlichen Kommunikation, etwa im Kontakt mit Behörden, hat sich das „Sie“ als Anrede jedenfalls gehalten. Auch im beruflichen Kontakt mit Menschen ist man mit dem „Sie“ zunächst einmal auf der sicheren Seite – auf das „Du“ umstellen kann man ja immer noch. Das „Sie“ zeigt dem Gegenüber zunächst einmal eines: dass man es ernst nimmt. Ein Entzug des „Mündigkeits-Sie“ kommt dennoch häufig vor. Vor allem gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund hat sich dieses Verhalten eingebürgert, meist in Kombination mit primitiven Infinitiv-Konstruktionen („Du machen, Du putzen!“). Und natürlich kann ein Du auch gezielt als Unhöflichkeit eingesetzt werden, um jemanden spüren zu lassen, dass man in der sozialen Hackordnung über ihm steht – die Asymmetrie feudaler Zeiten lässt grüßen.

Zugegeben, eine verächtliche Wortmeldung wird nicht besser, wenn ihr mit einem „Sie“ der Anschein von Respekt verliehen werden soll. Doch glaubt man der These, dass Sprache Veränderungen in der Gesellschaft bewirken kann, macht das kleine Wort auf lange Sicht vielleicht doch einen Unterschied. Und das nicht unbedingt nur auf einer professionell-beruflichen Ebene. Schließlich sollen sich sogar Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir als Eheleute gesiezt haben, um ihren gegenseitigen Respekt zum Ausdruck zu bringen.

Vielleicht würde uns eine Renaissance des „Sie“ ja gut tun, würde das gegenseitige Gefühl für Respekt wieder auf ein neues Level heben. Zumindest könnte man sich das einreden, wenn man in einem Studentenlokal wieder einmal mit „Sie“ angesprochen wird.

Fakten und Kurioses
Duzen in Gruppen Aus teils ideologischen Gründen hat das Duzen innerhalb mancher Gruppen Tradition. So ist etwa unter Anhängern von Kommunismus und Marxismus das Du die übliche Anrede. Auch unter österreichischen Offizieren beim Bundesheer ist man üblicherweise per Du.

Duzen in Situationen In Gefahrensituationen wird häufig auf das Du umgeschaltet, weil es eine schnellere Kommunikation ermöglicht und Höflichkeit nur eine sekundäre Rolle spielt. Unter Golfspielern gibt es die Besonderheit des „Tages-Du“, das nur während des gemeinsamen Spiels gilt.

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55 Kommentare
 
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Gast: Zeitgeist1
05.02.2012 20:21
0 0

Nicht so leicht, dieses Thema

Nachdem ich mir alle Postings zu diesem Artikel durchgelesen habe (es waren auch einige sehr interessante dabei), möchte ich doch meine Meinung ein wenig revidieren.

Es ist sicher ein Unterschied wenn man in Wien lebt oder in einem kleineren Dorf am Land.

Wenn ich jmd. nicht mag, dann ist es mir auch lieber, bei dem Siezen zu bleiben, weils mehr Distanz schafft. Oder auch bei bestimmten Situationen (wie zb auf einer Bank) ist mir die Sieform lieber (ein Du wird da ohnehin kaum angeboten).

Auch ein Du ist dann nicht mehr leicht (oder eigentlich gar nicht) auf ein Sie zurückzuwandeln. Das Du hat auch m.E. den Nachteil, dass durch die (vorgetäuschte) Vertrautheit jmd. leichter gefühlsmässig zu manipulieren ist.

Antworten fefe
05.02.2012 20:49
1 0

Re: Nicht so leicht, dieses Thema

"Das Du hat auch m.E. den Nachteil, dass durch die (vorgetäuschte) Vertrautheit jmd. leichter gefühlsmässig zu manipulieren ist."

Ja, das finde ich eigentlich auch unfair beim Verhältnis Chef und Mitarbeiter. Ein paar hundert gratis Überstunden sind für einen Kumpel doch drinnen...

just4fun
05.02.2012 19:50
0 0

wär auch bei uns mal zeit für eine sprachreform

etwa schweden hats ja auch gemacht und das sie quasi abgeschafft. österreich könnt ja mal vorpreschen, vielleicht setzt sichs dann irgendwann im ganzen deutschen sprachraum durch.

Antworten fefe
05.02.2012 20:40
0 0

Re: wär auch bei uns mal zeit für eine sprachreform

Das Problem scheint darin zu liegen, dass die meisten einfach unsicher im Umgang mit Du und Sie sind. Genauso wie der Erfolg von McDonalds darin liegt, dass sehr viele nicht zivilsiert mit Messer und Gabel essen können udn sich daher nicht in ein Restaurant trauen.

Gast: Zeitgeist1
05.02.2012 18:15
1 4

(Posting verschwunden?)

Die Leute sollen sich allesamt weniger wichtig nehmen. Probleme mit dem du haben nur Leute, die recht eingebildet sind und sich wichtig vorkommen.

Die paar Jahrzehnte, die wir auf der Erde verbringen dürfen, da braucht man sich nicht aufzuplustern wie ein Pfau. Die Welt dreht sich auch ohne uns weiter.

Ich habe keine Problem damit, wenn mich jmd. duzt, den ich nicht kenne (und auch sonst).

Antworten fefe
05.02.2012 19:10
1 0

Re: (Posting verschwunden?)

Probleme mit dem Sie haben nur Leute, die sich notorisch unterlegen fühlen. Das ist jedenfalls meine Beobachtung.

Das Du beseitigt keinerlei Barrieren. Es ist genauso, wie jeden unter Facebook als Freund zu bezeichnen. Das wird durch inflationäre falsche Anwendung einfach bedeutungslos.

Antworten Antworten Gast: Zeitgeist1
05.02.2012 19:52
0 0

Aha, so so ...

>Probleme mit dem Sie haben nur Leute, die
>sich notorisch unterlegen fühlen. Das ist
>jedenfalls meine Beobachtung.

Darf ich das dann so auffassen: Leute, die eher zum duzen neigen, haben Probleme mit ihrem Selbstwert und versuchen das Gegenüber auf ein niedrigeres (was "Sie" meine, auf ein unterlegenes) Niveau zu ziehen?

Ist das so gemeint?

Trotzdem: Wenn jmd. gleich alt ist wie ich und auf Dauer auf die Sieform besteht, kann ich so jmd. nicht ernst nehmen, weil der/die für mich eingebildet und eitel ist.

Ich jedenfalls finde die englische Sprache besser: Hier kann man immer noch Mr/Mrs/Sir verwenden, um den Respekt zu zeigen und braucht dann nicht umständlich zwischen Du- und Sieform hin und herzuschalten. Würde auch das lernen von Deutsch erleichtern.

Antworten Antworten Antworten fefe
05.02.2012 20:31
0 0

Re: Aha, so so ...

Was ist daran umständlich manche mit Sie und manche mit Du anzusprechen. Ich verstehe dieses Problem nicht. Du und Sie drückt ja nicht die Rangordnung sondern die Nähe zum Gegenüber aus. Ein Fremder bleibt ja ein Fremder, egal wie ich ihn anspreche.

Mit der indirekten Anrede umgehen Sie übrigens Ihr Problem. Gibt es beispielsweise im Demel.

Antworten Antworten Antworten Antworten Alfie
05.02.2012 22:26
0 0

Re: Re: Aha, so so ...

Das Problem damit ist dass es kuenstlich sozialen Stress und Ungleichheiten ausloest.

Ein Beispiel aus meiner frueheren Arbeitsgruppe an der Uni: ueberall anders sind Mitarbeiter mit dem Professor auf Vornamen Basis. Nicht so in Wien, ein honoriger Professor wird dort prinzipiell von neuen und jungen Mitarbeitern mit "Sie" und "Herr Professor" angesprochen.

Ueber die Jahre wird aber dann manchen Mitarbeitern bei zufaelligen Gelegenheiten das "Du", inkl. Vornamen "Karl" angeboten. Man hat also damit eine kuenstliche Zweiklassengesellschaft geschaffen.

Das ganze wird ad absurdum gefuehrt weil englischsprachige Kollegen auf Englisch von Haus aus "you" und "Carl" verwenden, weil die mit so einem Konzept wie "Mr. Professor" ohnehin nichts anfangen koennen, weil—so wie das "Sie"—auch Titel eigentlich nur in Oesterreich verwendet werden. All das ist komplett unnoetig, wie man in vielen anderen Kulturen eindrucksvoll sieht.

Nicht umsonst sind Oesterreicher besonders obrigkeitshoerig, da spielt die Sprache schon eine grosse Rolle.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten fefe
05.02.2012 22:50
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Re: Re: Re: Aha, so so ...

Da sind wir eben unterschiedlicher Meinung. Meiner Meinung nach ist der Unschied zwischen Du und Sie nicht die Rangordnung sondern die Nähe oder Vertrautheit untereinander. Die ist entweder da oder nicht da resp. enger oder distanzierter, das ändert sich aber durch ein generelles Du auch nicht.

Gast: ZarvonWien
05.02.2012 16:37
2 0

unvollständig und unkorrekt

Was hier fehlt ist die Anrede per 1. Person Plural, die beispielsweise gerne von Wiener Hausmeistern gepflegt wird. "Na, hamma's heut' eilig?"

Unkorrekt ist der Einschub mit der amerikanischen Kultur. Den im Englischen ist das Du (thou) ausgestorben, es wird ausschließlich geihrzt (you). Höflichkeitsform werden etwa mit thanks / thank you unterschieden. Wer auf Englisch dutzen will muß auf altenglische Literatur bzw. Tolkien zurückgreifen "Thou shallst " ist dann eine Zukunftsform.

Antworten mako
06.02.2012 20:15
0 0

Re: unvollständig und unkorrekt

Ich glaub nicht, daß thanks die Du-Form ist. Hieße ja thank thee.

Antworten fefe
06.02.2012 02:59
0 0

Re: unvollständig und unkorrekt

Interessant, danke. Also die Ansprache so wie bei uns gegenüber Adeligen oder Kirchenfunktionären ist die lässige Englische Ansprache ;-)

Gast: NoSir
05.02.2012 13:31
3 1

Der Vergleich

mit englischsprachigen Usancen hinkt, da es ausser "you" keine andere umgangssprachliche Anrede gibt. Der Gebrauch des Vornamens ist auch nicht selbstverständlich. Ich lehne jedenfalls unaufgeforderte Anbiederung ab.

Antworten fefe
05.02.2012 19:14
0 0

Re: Der Vergleich

Das wird oft verwechselt von Leuten, die Englisch nur aus der Schule kennen. Im Englischen wird das "Sie" anders ausgedrückt.

In Wien gab es einmal jemanden, der hat seinen Hund gesiezt. Irgendein Literat glaube ich.

Antworten Ko34580192
05.02.2012 14:08
2 2

Re: Der Vergleich

Mit Gott bist du schon per du, oder?
Geben sie uns unser tägliches Brot, da käme vielleicht der Bäcker, wenn es noch einen gibt.
Vergeben sie uns unsere Schuld, ist auch gut. Die Griechen wenden es eben mit Erfolg an.

Antworten Antworten NoSir
05.02.2012 16:02
2 1

Re: Re: Der Vergleich

Da ich keine Gespräche mit Fabelwesen führen kann, erübrigt sich diese Frage, Sie Schlaumeier!

Antworten Antworten Antworten Ko34580192
05.02.2012 18:05
0 1

Re: Re: Re: Der Vergleich

Schlaumeier wollten sie sagen, im Wörterbuch nachschauen ist manchmal schlauer, wenn man nicht per du ist mit der Rechtschreibung

Antworten Antworten Antworten Antworten NoSir
05.02.2012 18:19
0 0

Re: Der Vergleich

Schade, Sie haben den Schlaumeier nicht verdient, Sie verhinderter Oberlehrer!

Antworten Antworten Gast: NoSir
05.02.2012 15:52
1 1

Re: Re: Der Vergleich

Da ich keine Gespräche mit Fabelwesen führen kann stellt sich die Frage nicht, Sie Schlaumaier!

Antworten Antworten otuet
05.02.2012 15:06
3 0

Re: Re: Der Vergleich

Was ist so schwer daran, jedem die Anrede zukommen zu lassen, die er sich erwartet, mit der er sich am wohlsten fühlt? Wenn Sie darauf Wert legen, werde ich Sie beispielsweise gerne duzen, erwarte mir aber im Gegenzug von Ihnen trotzdem weiter gesiezt zu werden. Es muss ja nicht unbedingt wechselseitig die gleiche Anrede sein, Menschen sind eben, nicht nur in der Beziehung und ich glaube unbestritten verschieden.
Für die von Ihnen praktizierte Einstellung gibt es, so sie nicht revidierbar ist, zwei wunderbare und kurze Definitionen: die Distanzlosigkeit des Primitiven oder andererseits Intoleranz. Das gilt für Sie natürlich nur, wenn Ihnen das vorher geschriebene nicht zu Denken gegeben hat und Sie auch noch weiterhin Ihre Umgangsart anderen aufzwingen möchten.
Mit freundlichen Grüßen GS

Gast: Han
05.02.2012 11:20
0 0

Ein ständisches Denken

kommt mit der Anrede in der 3. Person zum Ausdruck.

Wir sind es allerdings gewöhnt erst bei einer gewissen Vertrautheit das Du zu verwenden und es fällt uns auch nicht auf jemand mit dem Sie anzusprechen.

Vielleicht könnten wir mit dem demokratischen Du das Auslangen finden, wie in den englischssprachigen Ländern?


Gast: w.d.
05.02.2012 11:14
1 1

Plural-Du

und was ist mit dem "Plural-Du" zB des Bischofs bei veschiedenen Gelegenheiten gegenüber Erwachsenen, seinerzeit besonders penetrant von Bischof Krenn bei Diskussionen verwendet, zB "Wenn ihr meint......."
Gezielt anmaßend, und man merkt es zunächst gar nicht.
w.d.

Gast: schreker
05.02.2012 11:05
5 1

Du + Nachname

Also, die Form "Du, Frau Huber" und "Du, Herr Doktor" ist in Oberösterreich aber sehr üblich, und es gilt dort bestimmt nicht als komisch.

Gast: sergeant pepper
05.02.2012 09:07
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beim öbh gibt es seit ewigen zeiten das phänomen, ...

... dass ältere offiziere (bzw. offiziere mit höherem dienstgrad) die jüngeren offiziere mit "du" ansprechen, während umgekehrt das "sie" erwartet wird. eine unart sondergleichen!


Antworten Gast: der antwortet
05.02.2012 17:56
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Re: beim öbh gibt es seit ewigen zeiten das phänomen, ...

Richtig, das was da im Artikel (im Kastl) steht, das stimmt nur bedingt, denn das Du gilt nur von oben nach unten. In der Monarchie vielleicht üblich, heutzutage aber völlig unpassend dieses arrogante Gehabe!

 
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