New york. Der glanzvolle „Ball Viennese“ im Hotel Waldorf-Astoria hat seinen festen Platz im New Yorker Wohltätigkeitskarussell. In diesem Jahr geht der Erlös an die Feed-Stiftung von Lauren Bush. Die Enkelin des ersten und Nichte des zweiten US-Präsidenten George Bush, Exmodel und Schwiegertochter von Ralph Lauren, engagiert sich im Kampf gegen den Hunger. „Leider konnte sie nur ganz kurz bleiben“, bedauert Marcie Rudell, die „Ballmutter“ des 57. Wiener Opernballs in New York, der am Freitag stattfand.
700 Gäste aus Wirtschaft, Diplomatie und Politik gaben sich davon unbeeindruckt dem hin, was man in New York unter Wiener Flair versteht: Pferde auf dem Tanzparkett, Mozart, Debütantinnen, Mitternachtsquadrille und dem Kommando „Alles Walzer“. „Natürlich ist auch ein kleines bisschen Klischee dabei“, kommentierte Thomas Mayr-Harting. Der österreichische Diplomat vertritt als Botschafter die Europäische Union bei den UN und hat Kollegen aus aller Welt zum Ball eingeladen. Auch Dieter Beintrexler von Raiffeisen, der Präsident des Exekutivkomitees, nutzte den Ball für Berufliches. Er habe zwanzig Tische reserviert, wird gemunkelt. Dabei kostet eine Ballkarte fast 1000 Dollar, ein Tisch bis zu 25.000 Dollar.
Der neue Botschafter Österreichs in Washington, Hans Peter Manz, kam mit seiner Tochter, der jüngst nach New York versetzte UN-Botschafter Martin Sajdik mit Gattin Malika. Der höchste österreichische UN-Beamte Thomas Steger swingte ebenso wie Generalkonsul Peter Brezovszky noch morgens um vier in der Tanzbar.
Viele der Ballgäste haben ihre familiären Wurzeln in der ehemaligen Donaumonarchie. Vizebürgermeisterin Renate Brauner – ist in New York dabei, weil die Stadt Wien den Ball sponsert – hat mit dem Exsenator der Staates NY, Franz Leichter, einen gebürtigen Wiener als Ehrengast geladen. Er floh als Neunjähriger vor den Nazis in die USA und machte Karriere als demokratischer Politiker.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.02.2012)
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