Allein glücklich: Die Offensive der Singles

14.04.2012 | 18:37 |  von Erich Kocina und Doris Kraus (Die Presse)

Dem Leben ohne Partner haftete lange Zeit ein Makel an. Doch zunehmend entwickeln Singles ein positives Selbstbild: Freiheit schlägt Geborgenheit, Individualität siegt über Gemeinsamkeit.

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Nicholas Bettschart hat alles, was er braucht. Viele Freunde, eine eigene Wohnung, einen Job in einer PR-Agentur, ein Faible für Kunst und Literatur und zwischendurch auch einmal Zeit, um auf Reisen zu gehen. Nur eine Beziehung hat der 25-Jährige nicht. Braucht er aber auch nicht. „Das ist nicht mein Ideal.“ Es lässt sich auch so gut leben, schließlich hat man ohne Partner mehr Zeit, mehr Freiheiten und generell mehr Optionen. Nicholas Bettschart ist Single. Und auch überzeugt davon. „Man muss sich nicht in eine Beziehung zwängen, nur weil die Gesellschaft das erwartet“, meint er. Bei einigen Freunden bemerke er, dass es nicht passt – und die Partnerschaft dennoch aufrechterhalten wird. Er jedenfalls will da nicht mitmachen.

Nicholas Bettschart steht stellvertretend für eine immer größer werdende Zahl von Menschen, die Beziehung und Partnerschaft nicht mehr als gesellschaftlich erstrebenswerte Normalität betrachten. Und die das Lebensmodell als Single nicht als ein Defizit verstehen – im Gegenteil. Ohne fixe Partnerschaft zu leben wird zunehmend als attraktiv wahrgenommen.


Going solo. Die Erkenntnis, wie weit verbreitet diese Einstellung mittlerweile ist, sorgt zurzeit für einige Aufregung. Mit hervorgerufen hat sie Eric Klinenberg, Soziologe an der New York University und Bewohner der „Single“-Hochburg der Welt: Manhattan. Klinenberg und sein Team interviewten in den letzten sieben Jahren mehr als 300 allein lebende Menschen und stellten fest, dass die Idee von „Singles“ als frustrierten, vereinsamten Menschen mit ausgeprägtem Neidkomplex vis-á-vis glücklich Gepaarten ein Ding der Vergangenheit sei. Immer mehr Menschen zögen die Alleinherrschaft über ihre eigenen vier Wände allen Alternativen vor – so Klinenbergs Fazit, das er in seinem (bisher nur auf Englisch erschienenen) Buch „Going Solo“ präsentiert.

Die Zahlen sind tatsächlich verblüffend. 1950 lebten in den USA vier Millionen Menschen allein. Heute sind es 31 Millionen. In Manhattan wird einer von zwei Haushalten von nur einer Person bewohnt, in den „Single-Grätzeln“ New Yorks kann dieser Anteil bis zu 70 Prozent betragen. Weltweit, so die Schätzung, leben 277 Millionen Personen allein – mehr als je zuvor in der Geschichte. Die Entwicklung in Österreich hat mit dem weltweiten Trend durchaus Schritt gehalten: Rund 1,3 Millionen Menschen leben in Ein-Personen-Haushalten, rund 744.000 davon sind Frauen.

Alle diese Zahlen sind allerdings mit etwas Vorsicht zu genießen. Schließlich können alleinstehende Menschen ja auch noch bei den Eltern wohnen, in Wohngemeinschaften oder auch in Pflegeanstalten und Heimen – und gerade verwitwete ältere Menschen passen nicht unbedingt in die Singlekategorie.

Allerdings leben etwa alleinerziehende Mütter oder Väter mit Kind nicht allein – und passen im Hinblick auf einen fehlenden Partner unter Umständen trotzdem ins Singleschema. Umgekehrt muss nicht jeder Mensch, der allein lebt, ein Single sein – das Lebensmodell der LATs (Living apart together) steht etwa für Partner, die trotz ihrer Beziehung weiter ihre getrennten Wohnungen behalten. Idealtypisch definiert man den Begriff Single jedenfalls als eine Person, die ohne eine feste Bindung an einen Partner lebt, stark auf Beruf und Freizeitkonsum ausgerichtet ist – und womöglich auch noch Ehe und Elternschaft ablehnt.

Strukturelle Singles. Wie auch immer das Spiel mit den Zahlen ausgeht, die strukturellen Bedingungen für die explosionsartige Zunahme allein lebender Menschen liegen relativ klar auf der Hand. Klinenberg nennt vor allem drei (siehe Interview rechts): den gestiegenen Wohlstand, den sozialen Aufstieg und die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Frauen sowie die Kommunikationsrevolution. Etwas schwammiger, wenn auch interessanter, sind die emotionalen Gründe. Roman Braun, der als „Master-Coach“ unter anderem Mediatoren und Supervisoren ausbildet und sich mit dem Thema Singles gerade intensiv im Rahmen der Recherche zu einem Buch beschäftigt, macht die zunehmende Individualisierung der Gesellschaft dafür verantwortlich.

„Es wird in westlichen Kulturen immer schwieriger, Beziehungen erfüllend zu leben. Nach ein, zwei oder mehr Versuchen, in denen man durch ,Trial and Horror‘ lernt, kommen viele dann zu dem Schluss, dass sich der damit verbundene Aufwand für sie nicht mehr auszahlt“, sagt Braun. Scheidungsraten von 66 Prozent allein in Wien sprächen da eine klare Sprache. Genauso klar wie die Absage vieler Menschen an „Verzweiflungsgemeinschaften“: „Wir sind nicht egoistischer geworden“, sagt Braun. „Aber kompromissloser.“

„Kompromiss“ ist auch ein Wort, das Anna sehr oft in den Mund nimmt. Meistens gefolgt von einem „Nein, danke“: „In meiner Umgebung gibt es ziemlich viele Kompromiss-Beziehungen, das ist das Schlimmste“, sagt sie. „So etwas hatte ich auch, und so etwas möchte ich nie wieder.“ Anna ist keine romantisch-verträumte 25-Jährige, sondern realistische 36 Jahre alt. 17 davon verbrachte sie in Beziehungen, seit ein paar Monaten ist sie solo – und findet das „super“: „Zum ersten Mal seit Langem kann ich tun und lassen, was ich will. Ohne mich um die Befindlichkeiten eines anderen kümmern zu müssen und mich zu sorgen, ob das gemeinsame Programm eh in alle Zeitpläne hineinpasst.“

Diese Kompromiss-Verweigerung wurde offenbar zum Markenzeichen einer Generation, die im Glauben an die Unantastbarkeit ihrer eigenen Individualität und ihrer Bedürfnisse erzogen und sozialisiert wurde. Das äußert sich nicht nur in solchen Kleinigkeiten wie den ganzen Tag unbehelligt im Pyjama in der Wohnung herumzuspazieren. Da geht es mittlerweile um Fundamentaleres, wie um die uneingeschränkte Kontrolle über die eigene Zeit und die Lebensentwürfe. Denn diese sind nicht mehr fix, sondern veränderlicher denn je. Die globalisierte (Arbeits-)Welt verlangt von ihren Besten und Erfolgreichsten ein Maximum an Flexibilität und Zuwendung. Wirklich reibungslos lässt sich so ein Leben nur bewerkstelligen, wenn kein Nebenbuhler mit konkurrierenden Ansprüchen daheim wartet.

Ob Anna es für immer bei ihrem Singledasein belassen will, kann sie allerdings selbst nicht sagen. Einsam fühlt sie sich zwar nicht – auch deshalb, weil ihre täglichen sozialen Bedürfnisse von der WG, in der sie lebt, aufgefangen werden –, aber für immer auf die Nähe eines Partners verzichten will sie auch nicht. Auch Klinenberg betont, dass dieser Zustand bei den wenigsten Menschen für die Ewigkeit konzipiert ist. Die vergleichsweise kleine Gruppe an Hardcore–Singles, die einer Partnerschaft grundsätzlich eine Absage erteilen, wurde daher auch umgehend mit einem ins Lächerliche gehenden Etikett beklebt: „Quirkyalones“ (schrullige Einzelgänger). Bei allem Bekenntnis zur Individualität und zum Wunsch nach dem Ausleben eines persönlichen Autonomie-Bedürfnisses findet sich bei vielen, die allein leben, der Wunsch nach Geborgenheit. „Das ist in uns Menschen verankert“, meint Nicholas Bettschart. Und so kommen gelegentlich schon Momente, in denen er denkt, dass es jetzt schön wäre, jemanden an seiner Seite zu haben.


Single-Industrie. Für Bettschart gehen solche Momente schnell vorüber, wie er meint. Und am Ende siegt dann doch die Freiheit über die Geborgenheit. Laut einer Ifes-Studie im Dezember 2010 ist gerade der Wunsch nach Unabhängigkeit auch die stärkste Triebfeder – 36 Prozent von 1000 befragten Singles gaben das als Grund für ihr Singledasein an.

Doch für viele Singles ist die Freiheit eine unfreiwillige – und sie arbeiten vehement daran, wieder zu zweit zu sein. Aus diesem Wunsch und aus der großen Zahl unzufriedener Singles hat sich mittlerweile eine ganze Industrie entwickelt – im Internet kämpfen unzählige Partnerbörsen darum, Kontakte anzubahnen und Singles zusammenzuführen. Sei es für eine lange Beziehung, sei es auch nur für kurzfristige Bekanntschaften und Abenteuer abseits von Romantik und Partnerschaft.

Auch Nicholas Bettschart ist Mitglied bei einem dieser Dating-Portale. Und offen für alle Optionen, die sich dadurch ergeben können – im Extremfall sogar für eine längerfristige Beziehung. Denn wie gesagt, das Bekenntnis zum Singleleben muss nicht ewig gelten. Und so wie es das geflügelte Wort des Lebensabschnittsgefährten gibt, kann man das Singledasein ja auch als eine Lebensabschnittsform verstehen, die man so lange pflegt, wie es passt. Fix ist jedenfalls, dass das Alleinleben den Geruch des Zweitbesten abgestreift hat und für viele Menschen zur besten Lebensform geworden ist – zumindest bis zum nächsten Partner.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.04.2012)

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56 Kommentare
 
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Gast: glücklicher single
19.04.2012 09:05
0 1

wer allein glücklich ist -


wer allein glücklich sein kann, kann auch zu zweit glücklich sein.

Gast: Dr. BLD
18.04.2012 20:03
0 0

ein etwas anderer blickwinkel:

drbld.blogspot.com

Gast: Dozent Grinberg
16.04.2012 10:42
1 0

Nichts Neues!

Schauen Sie sich die Eliten im 19. Jh. an: zumindest für die Männer galt: Hochzeit standesgemäß und pro forma - aber gelebt haben sie ein Single-Leben!
Familie war Schein...

Gast: TA
16.04.2012 09:35
3 0

Heiße Luft

Dieser Artikel ist ein weiterer kopfiger Versuch, aus einem Dilemma einen hippen Lebensstil zu kreieren. Dabei löst sich das evidente Thema (um nicht zu sagen: Problem) westlicher Gesellschaften "Single und Kinderlosigkeit" ganz von selbst - es bringen halt andere Kulturen Kinderreichtum hervor und bestehen damit weiter. Wenn angebliche Höherentwicklung dazu führt, dass eine Gesellschaft die simple Wahrheit "Die Kinder sind unsere Zukunft" verleugnen (will), ist es besser, unterentwickelt und rückständig zu bleiben.

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singelleben hat eine ganz,

ganz, grosse zukunft. wetten? mehr noch: das wird DIE übliche lebensform sein. für was braucht man noch (klassische) partner? wegen kinder? einkommen? fürsorge? absicherung? um sich ein bisserl liebkosen muss man ja nicht gleich ständig auf einander picken.

Gast: Gut informiert
15.04.2012 19:10
4 8

Ab 40 in Begleitung von Hund oder Katze

Das blueht allen diesen Hedonisten, die sich mit ihrem Egoismus selber einsperren.

Re: Ab 40 in Begleitung von Hund oder Katze

Ich bin nicht für vorschnelle Bindungen und befürworte es grundsätzlich, das Leute lieber als Single leben sollten als sich an i-jemanden zu binden wie es die Vorgängergeneration vorgezeigt hat und vielfach daran gescheitert ist.

Ihre Beobachtung teile ich jedoch!
Wenn es soweit ist, dass man in Begleitung eine Hundes oder einer Katze ist hat man damit vielfach die Tür für eie Beziehung geschlossen. Und das ist schade!

Re: Ab 40 in Begleitung von Hund oder Katze

So ein Bledsinn. Das gilt vielleicht für Sie.

Es gibt Singles, die haben so viele Freunde, dass sie froh sind, wenn sie ein paar Stunden keine Leute sehen müssen.

Es gibt Singles, die haben so viele Freunde, dass sie froh sind, wenn sie ein paar Stunden keine Leute sehen müssen.

Ja, ich würde die Singles auch nicht als Egoisten bezeichnen.

Kinder in eine völlig übervölkerte Welt zu setzen,

beschleunigt nur die Vernichtung derselben.

Singles sind ein Zukunftsmarkt....


.....insbesondere ältere, für Psychiater und der Pharmaindustrie (Psychopharmaka).

sozialsystem

Hiermit zerfällt das Pensionssystem.

Antworten Gast: Gastritis
15.04.2012 17:40
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Re: sozialsystem

Na und?

Ist sowieso nur ein Ponzi-Schema.

:-)

Gast: Katechon
15.04.2012 14:46
1 0

Alte philosophische Weisheit

Ein Mensch ist kein Mensch!


Re: Alte philosophische Weisheit

Gebe Ihnen gerne Recht, nur ist Ein Mensch dann auch vielmehr eine Person, die kein Mensch ist. Von wen stammt diese Weisheit?

Alte philosophische Weisheit:

Einsam zu zweit!

Bei allem Bekenntnis zur Individualität und zum Wunsch nach dem Ausleben eines persönlichen Autonomie-Bedürfnisses findet sich bei vielen, die allein leben, der Wunsch nach Geborgenheit.

Es gibt Beziehungen in der eben die Individualität des einen und des anderen nicht gefährdet wird. Beziehungen mit Kompromisssen haben wir schon viel zu viele und sind eigentlich furchtbar zu managen. Die Beziehung erfordert dann ein Management, das meist eh nur von der Frau wahrgenommen wird.
Eine Beziehung "hat" man nämlich nicht wie eine Uhr auch, wenn oft glaubt eine solche zu haben.

Die große Kunst ist es für die Begegnung aller Begegnungen offen zu sein. Individualität schließt eine Eihnheit von Mann und Frau nicht unbedingt aus. Und dennoch kann ich in dieser Einheit erst ganz werden, jedoch nicht dadurch, dass ich mich selbst aufgebe.

4 0

Re: Bei allem Bekenntnis zur Individualität und zum Wunsch nach dem Ausleben eines persönlichen Autonomie-Bedürfnisses findet sich bei vielen, die allein leben, der Wunsch nach Geborgenheit.

sehr richtig!

Selbige freut das!


Hier werden persönliche Tragödien ...

... zu neuen Lebensformen hoch stilisiert. Die kinder- und partnerlose Frau, die irgendwo in der Konzern-Hierarchie fest steckt ist kein Erfolgsmodell. Vielmehr wird den Menschen das flexible Single-Dasein von der Wirtschaft aufgezwungen. Und die "uneingeschränkte Kontrolle über die eigene Zeit und die Lebensentwürfe" ist ein moderner Mythos, der mit der Realität nichts zu tun hat.

Antworten Gast: hyeres
15.04.2012 14:20
1 4

Re: Hier werden persönliche Tragödien ...

Ihre Meinung sei Ihnen unbenommen.
Der JAhre nach sind Sie aber das ausgemusterte Auslaufmodell.

Gast: sunshinefx
15.04.2012 12:15
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Endlich klare Worte...

...wobei hier - mmn - eindeutig die Erwähnung fehlt, dass das heutige Leben schneller geworden ist. Der Mensch stößt immer mehr an seine persönlichen und psychischen Grenzen, da der wirtschaftliche Druck für sehr viele Menschen auch mehr Einsatz im Berufsalltag bedeutet. Hier entwickelt sich mit der Zeit der Gedanke an Relation und Sinnhaftigkeit mit wenig Freizeit in einer Beziehung zu leben und damit wissend einem potenziellen Partner nicht ausreichend Aufmerksamkeit zukommen lassen zu können. Entweder vollkommene Beziehung oder eben keine. Als absolut falsch erkenne ich daher, die Ablehnung von sogenannten Kompromissen oder gar, die erwähnte Unbekümmertheit zwischenmenschlicher Belange. Die moderne Zeit erlaubt uns, dass man mit Job und einer Singlewohnung sehr gut leben kann, was noch vor 30 Jahren weitaus schwieriger gestaltet war im gesellschaftlichen System. Aus all diesen Gründen ergibt sich Zeitnot, mehr Bewusstsein für sich selbst und weniger Notwendigkeit sich zusätzlichen Belastungen auszusetzen. Die Belastbarkeit ist höher geworden, die Belastung allerdings auch. Die Gesellschaft wird damit egozentrischer und verliert die Fähigkeit zur konstruktiven Kommunikation in jederart Beziehung (Familie, Freunde, Kollegen etc.) Der Zusammenhalt ist nicht mehr notwendig. Glück bedeutet in diesen Fällen, mehr Verantwortung für sich selbst und weniger für alle anderen Dinge zu übernehmen.

Antworten Gast: Lia
15.04.2012 13:08
1 0

Re: Endlich klare Worte...

ganz genau auf den punkt gebracht - danke

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bin ich hier der einzige...

...der nicht verstehen kann warum in dem artikel dauernd gesagt wird man hätte in einer beziehung keine freiheit mehr?

Re: bin ich hier der einzige...

weil der Beruf schon derart viele Anforderungen stellt will man möglichst zu sich selbst kommen und nicht andauernd auf einen Partner Rücksicht nehmen müssen. Wenn Sie Beziehung und Freiheit haben dann haben Sie entweder so eine gute Beziehung, dass Sie das nicht als Einschränkung empfinden, oder bei Ihnen gibt es in der Freizeit wenig Gemeinsames.

Ich glaube, dass wir noch in einer Zeit gelebt haben in der wir vom Kindergarten angefangen aufwärts so gedrillt wurden doch aufeinander Rücksicht zu nehmen, und das ist augf Dauer anstrengend. Und da verstehe ich schon, dass man einmal gerne alleine sein will (meine Generation hatte das vlt. in der Kindheit noch erlebt, weil sie nicht ausschließlich in dieser Weise sozialisiert wurde).
Man muss ja auch einmal zu sich kommen dürfen. Der eine sagt sich: Ich kann das in meiner Partnerschaft auch, der andere möchte nicht andauernd Rücksicht nehmen müssen. Fragt sich halt, was man unter Beziehung/Partnerschaft grundsätzlich versteht/verstehen will.
Unsere Gesellschaft bringt sich durch die vielen gesellschaftlichen Normen und Prioritäten von "Fleiß" und "An-Stand" (im Sinne von "Wo anstehen/feststehen" um ihr eigenes Lebensglück!

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Re: Re: bin ich hier der einzige...

ich muss zugeben in meiner beziehung ist es so, dass ich sowohl mit partner als auch allein auftanken kann. irgendwie funktioniert das einfach und ist nicht anstrengend. zumindest nicht im dem sinne, dass das rücksicht nehmen belastend ist. aber ich denke sie haben da recht und vielleicht habe ich einfach nur glück.

 
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