20.05.2013 05:53 Merkliste 0

Breivik-Prozess: Ein Protokoll des Grauens

16.04.2012 | 18:17 |   (Die Presse)

In Oslo begann das Verfahren gegen den Rechtsextremen Anders Breivik, der vorigen Juli 77 Menschen tötete. Die detaillierte Anklageschrift kündete von den Horrorszenen, Breiviks Gesicht jedoch von Stolz.

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Es sind Aufnahmen, die das Grauen des 22. Juli 2011 wieder wach werden lassen. „Hier wird geschossen, viele sind verletzt“, flüstert eine vor Angst fast erstickte Mädchenstimme im Notruf der Polizei, und als der Beamte in der Alarmzentrale ruhig versucht, mehr zu erfahren, folgt der Aufschrei: „Er kommt herein!“

Schüsse sind zu hören, Beate Tårnes hat sich auf der Toilette eingeschlossen und wagt kaum zu atmen. Mit starrem Blick sitzt der Mann, der diese Angst verursachte, jetzt auf der Anklagebank in Oslos „Tingsrett“ und hört der Wiedergabe des Notrufs äußerlich unberührt zu. Anders Behring Breivik, der 77 Menschen auf dem Gewissen hat, bereut nichts, das hat er stets betont, er kneift nur die Augen zusammen, als er hört, wie Beate haucht: „Jetzt ist es still.“ Gleich darauf knallt es wieder. Es sind die Schüsse, die in jenen Minuten sieben ihrer Freunde töteten.

Im Gerichtssaal 250 bekommen die Opfer Namen. In juristisch trockener Sprache, aber mit einer Stimme, die vom Druck der Gefühle überwältigt zu werden droht, trägt Inga Bejer Engh die 18-seitige Anklage gegen den 33-jährigen rechtsradikalen Attentäter vor. Sie wirft ihm „sehr ernsthafte Verbrechen in einem Umfang, wie wir sie in Friedenszeiten in unserem Land nicht gesehen haben“, vor: die Bombe im Osloer Regierungsviertel, die acht Menschen tötete und Dutzende verletzte, und das Massaker im Ferienlager auf der Insel Utøya, wo 69 Menschen, großteils Jugendliche starben.

 

Schicksal für Schicksal

Namen für Namen, Schicksal für Schicksal nennt Bejer Engh die Opfer. Da ist die Älteste, die damals 61-jährige Hanne Marie Endresen, die im Empfangsbereich des Regierungsgebäudes stand und von der Druckwelle zerfetzt wurde. Da ist Sharidan Meegan, der Breivik Lunge und Hauptschlagader durchschoss, und die verblutete, kurz bevor sie 14 werden sollte. Mit drei Schüssen tötete Breivik die 17-jährige Andrine Espeland, nur Minuten, ehe er sich verhaften ließ. Er schoss Fliehenden nach, lockte Jugendliche dank seiner falschen Polizeiuniform aus ihren Verstecken, und wenn er sie getroffen hatte, schoss er nochmals, damit sie wirklich tot waren. 70 Minuten dauert die Auflistung der Opfer, unterbrochen nur, wenn die Anklägerin ein Taschentuch oder etwas Wasser braucht. Das ist etwa so lange, wie Breivik benötigte, all diese Menschen umzubringen.

Vom Angeklagten durch eine schusssichere Glaswand getrennt, sitzen Überlebende und Hinterbliebene. Vorn thront Breivik emotionslos. „Nicht schuldig“, sagt er. Zwar habe er getan, was man ihm vorwerfe, aber Strafschuld sehe er nicht. Notwehr macht er geltend, wegen der „Islamisierung Europas“. Überdies erkenne er die Legitimität eines Gerichts nicht an, das von Parteien eingesetzt wurde, die Multikulturalismus förderten.

 

Die Faust zum Gruß geballt

Im schwarzen Anzug mit braunem Schlips, pomadigem Haar und pedantisch gestutztem Bart hatte er das Gericht betreten und, als die Handschellen abgenommen waren, die rechte Faust zu einem „rechtsradikalen Gruß“ geballt. Manchmal grinst er, wenn Svein Holden, der zweite Ankläger, den Werdegang Breiviks beleuchtet: Wie er mit dem Handel mit Schwindeldiplomen ein Vermögen machte, dann aber mittellos zu seiner Mutter zog; wie er ein ganzes Jahr lang nur Computer spielte, meist „World of Warcraft“; wie er seine Uniform zusammenkaufte, mit dem Emblem des „Marxistenjägers“, das ihm erlaubte, „Multikulti-Verräter“ zu töten; wie er Waffen beschaffte und den Hof mietete, wo er die Bombe baute.

Ohne Anflug von Bedauern sieht er zu, als man Filme von Überwachungskameras vorspielt, die die Explosion zeigen. Eine Frau geht am von Breivik geparkten Kleinlaster vorbei. Ein Feuerball. Dann fehlen von Auto und Frau jede Spur. Breivik lächelt, fast stolz.

 

Weinender „Kreuzfahrer“

Weniger cool bleibt er, als der Staatsanwalt ein zwölfminütiges Video zeigt, das Breivik vor der Tat ins Internet gestellt hatte. Holden nennt es Kurzfassung des 1800-seitigen „Manifests“, das Breivik (angeblich im Auftrag eines „Tempelritterordens“) über den „vorbeugenden Krieg“ gegen Europas „islamische Kolonisierung“ schrieb. Der Film ist ein Pamphlet aus 99 Standbildern, unterlegt mit sentimentaler Musik und Hetztexten, doch als Breivik sich in Uniform mit „Kreuzfahrern und Freiheitshelden“ wie Richard Löwenherz und El Cid, Johann Sobieski und Vlad Tepes („Dracula“ genannt) sieht und der Kampfruf „Onward, Christian Soldiers!“ kommt, da übermannen den kalten Mann Gefühle. Er wischt sich über die Augen und versucht, Tränen zu unterdrücken.

Als Holden zum Horror von Utøya kommt, hat sich Breivik wieder gefangen. Der Staatsanwalt dokumentiert jeden Mordplatz, listet auf, wo er wen erschoss. Breivik hört zu, als folge er einer Vorlesung, die ihn nichts angeht. Er reagiert kaum, als man die zwei Telefonate abspielt, in denen er sich als „Kommandant der antikommunistischen Widerstandsbewegung gegen die Islamisierung Europas vorstellt“, angibt, man habe eine „Operation vollführt“ und wolle sich ergeben. Dann legte er auf und schoss weiter. Fünf Menschen starben nach dem zweiten Telefonat.

Die Verteidigung lud 29 Zeugen, darunter Islamisten. Der Prozess wird fortgesetzt, ein Urteil wird für Juli erwartet. Die Anklage will Breiviks Verwahrung in der Psychiatrie beantragen, behält sich aber vor, für Haft zu plädieren, sollte sich die Beweislage ändern. Verteidiger Geir Lippestad will die Straffähigkeit seines Klienten herausstreichen. Siehe auch S. 23

Auf einen Blick

Der Prozess ist für mehrere Monate anberaumt, mehr als 150 Zeugen sind geladen. Ein Urteil wird für Juli erwartet. Breivik droht die Höchststrafe von 21 Jahren – falls er aber für unzurechnungsfähig erklärt wird, kommt er in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher, in der er theoretisch den Rest seines Lebens verbringen könnte.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.04.2012)

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242 Kommentare
 
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Ja, Schade

die Presse war immer eine Zeitung mit Niveau.

Ich verwende das Forum, um Reaktionen von dieser von ihnen gennanten Gruppe zu"stimulieren" und einmal wissenschaftlich zu verwerten. Eine Goldmine!

Interessanter Link (site von Dr. Muzicant).

http://www.kellernazisinderfpoe.at/

Gast: Brillenaffe
16.04.2012 13:26
6 11

"ich erkenne die Taten an, aber nicht die Schuld"


"Ich erkenne an, dass ich Breivik heiße, aber nicht, dass ich es bin."


Re: "ich erkenne die Taten an, aber nicht die Schuld"

Seine Aussage widerspricht sich in juristischer Hinsicht nicht! Was natürlich in KEINER Weise eine Rechtfertigung für sein Tun sein soll.

Gast: Hemingway
16.04.2012 13:03
4 12

Jemand, der 77 Jugendliche tötet, kann nicht normal sein - auch wenn die gescheiten Psychiater u Psychologen vielleicht das Gegenteil behaupten.


Re: Jemand, der 77 Jugendliche tötet, kann nicht normal sein - auch wenn die gescheiten Psychiater u Psychologen vielleicht das Gegenteil behaupten.

woher kommen die 10 roten Stricherl? Hemingway hat in der Hinsicht schon irgendwo recht, finde ich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein geistig gesunder Mensch zu Massenmorden in der Lage ist (macht die Sache nicht besser).

Ich persönlich erachte mich selbst ja als geistig recht normal und wäre, soweit ich das beurteilen kann, nie in der Lage einen Menschen zu töten. Ich denke, dass das durchaus ein Ausdruck von geistiger Gesundheit ist, oder nicht?

Wie sehen das die Schreiber, die hier negativ bewerten? (ernsthafte Diskussion erbeten, denke nicht, dass es hier ein Richtig oder Falsch gibt).

1 0

Re: Re: Jemand, der 77 Jugendliche tötet, kann nicht normal sein - auch wenn die gescheiten Psychiater u Psychologen vielleicht das Gegenteil behaupten.

Er ist nicht "normal" in dem Sinne, dass er sich so verhält, wie es Menschen im allgemeinen tun. Er ist aber schuldfähig, d.h. prinzipiell in der Lage, erkennen zu können, was er da getan hat.

Re: Jemand, der 77 Jugendliche tötet, kann nicht normal sein - auch wenn die gescheiten Psychiater u Psychologen vielleicht das Gegenteil behaupten.

Sollte man stattdessen Ihnen - einem (wie ich annehme) Laien - das rechtspsychiatrische Gutachten überlassen?

0 0

Re: Re: Jemand, der 77 Jugendliche tötet, kann nicht normal sein - auch wenn die gescheiten Psychiater u Psychologen vielleicht das Gegenteil behaupten.

Meinen Sie jetzt die Laien, die im Falle eines Falles als Geschworene verpflichtet werden können und sich dann genau wie der obige Poster Gedanken über die Stichhaltigkeit solcher Gutachten machen müssen?

Gast: phj
16.04.2012 13:03
7 10

Die Schuld ist eingestanden

Dieser Gewaltverbrecher verdient einen langen Prozess nicht.
Er hat jahrelang auf seine Taten hin gearbeitet.
Am Besten wäre es morgen das Urteil zu verkünden. Ohne Pardon.
Einzelhaft und 78 mal 21 Jahre.


Re: Die Schuld ist eingestanden

Glücklicherweise haben Menschen wie Sie in einem Rechtsstaat nichts zu sagen.

0 1

Re: Re: Die Schuld ist eingestanden

Stattdessen hatten Menschen das Sagen, die dafür gesorgt haben, dass Breivik aufgrund der Deckelung des Strafmaßes pro Mord gerade einmal ein Quartal lang sitzt. Das ist besser?

Ist das nicht der Gruss

der Linken und Komunisten??

Wie kommt man da auf rechtsradikal?

Antworten Gast: Lasse
16.04.2012 14:08
8 6

Re: Ist das nicht der Gruss

Weil der rechtsextreme Terrorist selbst der dümmlichen Meinung ist, einen neuen Gruß erfunden zu haben.

2 3

Re: Ist das nicht der Gruss

Nein, der rechte Unterarm wird erhoben!
P.S. War diese Feststellung ernst gemeint oder haben Sie sich nicht über die Äußerungen des Angeklagten ein wenig informiert?

17 32

Naja

wenn man die diversen Hetz-Statements liest, wie z.B "Heimatliebe statt Marokkaner-Diebe", darf man sich nicht wundern, wenn dann manche Elemente ausrasten und agieren..

Brevik in der extremsten Form - aber es gibt ja andere Element, die sich im Xenophobie ueben und latent eine Gefahr darstelllen

Re: Naja

Sie vergleichen die Politik einer österreichischen Partei mit einem 77-fachen Massenmörder?

Nein, das habe ich nicht.

Bitte lesen Sie meinen Kommentar. Und Sie werden sehen, dass die Statements aus dieser (oder jeglicher) Partei ungewollte xenophone Reaktion (z.B das konkrete Ausrasten) ausloesen oder stimulieren koennen - auch bei anderen rechtslastigen Elementen, die keine Massenmoerder sind.
Also, genau lesen und dann schreiben (und nicht umgekehrt)

1 0

Re: Nein, das habe ich nicht.

Ihr Modell beruht auf der Annahme, dass die Menschen komplett fremdgesteuert sind. Dann sind aber auch diejenigen, die so etwas plakatieren, selbst fremdgesteuert gewesen, und zwar von anderen, die ihrerseits... Muß wohl Adam gewesen sein.

typo

xenophob (nicht xenophon)

Antworten Gast: otto100
16.04.2012 15:32
5 1

Re: Naja

Ja,ja mein liebes Nikoläuschen!

Um die Diebe machst du dir Sorgen,die Opfer sind dir gleichgültig!


Ich kann mich nicht entsinnen,

mit einem Herrn Otto per-du zu sein. Nochdazu, einem Herrn Otto, dem es nicht gelingt, seine Umgebung adaequat anzusprechen.

Also, lernen Sie doch einmal, sich ordentlich auszudruecken und ich dann koennen Sie mit einer Antwort von mir rechnen. :-)

Laut TV Berichten ist seit den Morden in Norwegen eine Diskussion im Gange dass man Verbrecher nicht wegen psychischer Schäden

über kurze Zeit in eine Heilanstalt steckt, von wo sie zu rasch nach "Gesundung" wieder freikommen; dies im Sinne alter sozialistischer Doktrin, dass der Arme, familiär "unterprivilegierte" nicht ein echter Verbrecher wäre. Nein, dieser Breivik ist schuldig und seine fanatischen Thesen wird er vortragen müssen. Kommentare gab es zu diesem im Vorfeld bereits.

Gast: großeTochter
16.04.2012 11:44
30 4

Wenn man fordert das auch jeder fanatische Islamist

das Recht hat seine abscheuliche Tat zu rechtfertigen,
dan kann man Breivik nicht verwehren,das auch er sich für seine abscheuliche Tat rechtfertigt!

Re: Wenn man fordert das auch jeder fanatische Islamist

welcher islamistische terrorist wurde bislang vor gericht gestellt, tv-kameras inklusive, und erhielt die möglichkeit zur rechtfertigung?

sie versuchen, durch hetze die tat eines ihnen ideologisch nahestehenden zu bagatellisieren!

Antworten Gast: kleisterhaft
16.04.2012 13:02
7 11

Re: Wenn man fordert das auch jeder fanatische Islamist

es gibt keine rechtfertigung für solch eine tat, oder gibt es für sie umstände die dies rechtfertigen würden?

Re: Re: Wenn man fordert das auch jeder fanatische Islamist

Darum geht es nicht. Es geht darum, dass wir in einem Rechtsstaat leben und gleiches Recht für alle gilt! Dass wir alle größte Verachtung für diesen Menschen empfinden, ist etwas ganz anderes.

Gast: medien
16.04.2012 11:24
3 15

medienlogik

ich verstehe die logik der medien nicht, die einem derart entschiedenen verbrecher an den menschen so umfrangreich raum für seine geisteskranken ideologien geboten wird. medien wissen doch das alles was in die kommunikation gelangt soziale realität wird. ich vermisse themen in den medien die lösungen und innovationen im sozialen bewirken oder bewirkt haben - solche sind nicht weniger interessant für die leser, auf solches mediale experiment warte ich - berichte über breivik sind eine absolute belästigung, sie verleiden es weiter zeitungen zu lesen.

Typische Skandinavische Naivitaet

alles ist GUT, SOZIAL, GERECHT etc. etc. Jedem muss eine 2. Chance gegeben werden.

Die in Europa zutreffende Strafe ist simpel 'Lebenslaenglich', und zwar ohne vorzeitige Entlassung und ohne oeffentliches Forum fuer dieses radikale Hetz-Auftreten

Herzliches Beileid an die Hinterbliebenen (Muetter und Vaeter), die ein m.E. ein 2. Mal Opfer sind.

Gast: vito c
16.04.2012 11:17
17 1

schlimm

wenn ich so quer über die kommentare lese, könnt mir schlecht werden. prinzipien wie rechtsstaatlichkeit und färer proress sind scheinbar nicht bei der breiten masse angekommen. völlig egal was jemand getan hat, die strafprozessordnung und die gesetze gelten in einem rechtsstaat für alle gleichermaßen. da ist kein platz für sonderregelungen für straftaten die durch die öffentlichkeit als besonders schlimm empfunden werden. der mann hat 77 morde zugegeben. er wird verurteilt werden. aber er hat wie jeder andere täter auch das recht auf gehör. je besser und genauer er nach geltendem recht behandelt wird, je geringer sind seine aassichten wegen verfahrensrechtlichen fehler frei zu kommen. das ist ein prozess wieder jeder andere, und nur wenn man ihn behandelt wie jeden anderen durchkreuzt man seine ziele. er wil etwas besonderes sein. werden wegenn ihm gesetze gebrochen oder nur gebeugt, dann ist das eine bestätigung seiner thesen.

Re: schlimm

Ganz genau, endlich mal ein sinnvoller Kommentar hier.

Antworten Gast: muatibberl
16.04.2012 13:01
1 3

Re: schlimm

es muss mit ihm gleich verfahren werden wie mit allen terroristen.....und die bekommen auch keine möglichkeit ihre hetzpredigten weiterzuführen, da dies teil des verbrechens ist.

Gast: Saiffenstayn
16.04.2012 11:14
4 16

die Medien haben ihr "Futter" ...

jetzt werden 6 Wochen lang oder noch länger alle Sender des ORF - im Fernsehen und im Radio stündlich - und alle Zeitungen täglich
über den Herrn Breivik berichten .....

UND die Ergüsse eines Geisteskranken so oft geht über die Bevölkerung verbreiten .....

WÄRE nicht "TOD-SCHWEIGEN" die bessere und auch gerechtere Strafe ....

als dem Narren eine Bühne für die ganze Welt zu bieten .....

Er wird jetzt zum Ansporn und Vorbild für viele seiner Gesinnung .... und das sollte nicht sein !!!

Gast: verstehichnicht
16.04.2012 10:58
3 26

Unverständlich

Wieso wird ihm überhaupt der Prozess gemacht?
Solche Taten gehen doch weit über das in Europa gängige Höchststrafmaß hinaus!

Antworten Gast: weldi211
16.04.2012 17:40
1 1

Re: Unverständlich

Wenn man ihre Forderung moralisch betratchtet, so haben sie wahrscheinlich Recht.
Sie sollten jedoch bedenken, dass die Verfassung über der Moral steht.
Auch wenn es hart klingt, rein rechtlich gesehen verdient jeder Mensch seinen gerechteten Prozess. Da hätte Breivik auch 3000 Menschen töten können...

Re: Re: Unverständlich

Seit wann sind Rachegedanken moralisch?

Antworten Antworten Antworten Gast: weldi
17.04.2012 12:51
0 0

Re: Re: Re: Unverständlich

Was meinen Sie genau mit Rachegedanken. Die vom anderen Poster geforderte Strafe?
Ich wollte damit nur auf die unterschiedlichen Sichtweisen in bezug auf das Strafmaß hinweisen...

Re: Unverständlich

Was schlagen Sie vor? Ab in die Ecke und Hinrichtung mittels Kopfschuss?

Mir wird richtig schlecht, wenn ich so eine geistige Sch**** lese. Ich möchte nicht in einem Staat leben, wo willkürlich Menschen hingerichtet werden, weil die Öffentlichkeit der Meinung ist, sie hätten keinen fairen Prozess verdient.

17 1

Re: Unverständlich

Interessant ist es immer wie bei solchen außergewöhnlichen Taten viele Leute fordern, Menschenrechte und die Verfassung, auf die das gesamte Zusammenleben beruht, in Frage zu stellen und "Ausnahmen" einzubauen. Die Gerichtsbarkeit ist in jedem Rechtsstaat ein unglaublich wichtiger Punkt!
Solche Prozesse zeigen wie stark der Rechtsstaat wirklich ist, weil die Tat natürlich die Grenzen der Gesetze zeigen. Solche Taten hat sich während des Gesetzesentwurfs niemand auch nur annähernd vorstellen können.
Trotzdem wäre Blutrache oder Folter absolut keine Option!

Antworten Antworten Gast: bananabone
16.04.2012 11:50
0 3

Re: Re: Unverständlich

Das ist auch für mich unbestritten, denn die Verfassung und der Rechtsstaat darf nicht infrage gestellt werden. Jedoch würde ich gerne wissen, ob die Verfassung für solche Taten eine passende Strafe hat?!

Re: Re: Re: Unverständlich

Wie das norwegische Gesetz das handhabt, weiß ich nicht. In Österreich wäre die dafür vorgesehene (und sinnvolle) Strafe die lebenslange Haftstrafe. Und lebenslang bedeutet wirklich lebenslang, nicht - wie vielfach fälschlich angenommen - 20 Jahre.

bei dem Foto

bekommst es mit der Angst zu tun. Schaut genauso aus, wie du dir einen rechten Recken vorstellst (inkl. Pose) Dem schießt der Wahnsinn fast schon aus den Augen!

Der Gruß der Linken ist

"die demonstrativ zum Kampfesgruß erhobene geballte Faust der Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts. Nach ihrer Spaltung in Kommunisten und Sozialdemokraten haben – so wird überliefert – die Kommunisten mit der rechten, die Sozialdemokraten mit der linken Faust gegrüßt. Für Anfang der 1930er ist eine Unterscheidung belegt, wonach die Kommunisten den Arm im rechten Winkel hielten mit der Faust in Kopfhöhe, während Sozialdemokraten den Arm durchstreckten." Quelle: Wikipedia

Re: Der Gruß der Linken ist

Hochinteressant. Dass man sowas nicht mehr in der Schule lernt... ;)

Is mir doch egal, welche Zugehörigkeit seine Handbewegung signalisiert, der Typ ist gestört und sein Auftreten angsteinflößend.

Was ist an meinem Posting zu kritisieren? Wenn ich rechter Recke sage, mein ich die Wahnsinnigen, die tatsächlich glauben, dass der Braunauer ein super Typ war. So vom Schlag KZ Wärter.

Fühlt sich da wer angesprochen? Hoffe nicht!

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Re: bei dem Foto

"Crazy Eyes" (!)

Weg mit dem.

Kleiner Gerichtssaal, keine Presse, keine Kameras, lebenslänglich und keiner weiß wo. Das wäre meiner Meinung nach richtig und recht. Dann kann er sich seine Show schenken, die eh niemand sehen sollte.

Re: Weg mit dem.

Glücklicherweise haben Menschen wie Sie in einem Rechtsstaat nichts zu sagen.

Re: Re: Weg mit dem.

Aha gut. Und was haben sie nicht verstanden? Oder sind sie der Meinung er sollte freigesprochen werden? mehr Kameras bekommen? vielleich in einer Talkshow über seine ehrenhaften Ziele sprechen? Sie haben die Aufgabe eines Rechtsstaats scheinbar nicht verstanden, der ist nämlich da, um für Recht zu sorgen und nicht für Sensationsgeilheitund Rummel.

Antworten Gast: nicholasblarney
16.04.2012 11:51
11 1

Re: Weg mit dem.

Nicht der Täter inszeniert die Show. Er nützt lediglich die Bühne, die ihm geboten wird.

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Höchststrafe 21 Jahre

Die Höchststrafe für dieses Verbrechen beträgt in Norwegen 21 Jahre. (Bei Zurechnungsfähigkeit) Breivik ist 33, also ist er spätestens im Alter von 54 wieder ein freier Mann.


0 0

Re: Höchststrafe 21 Jahre

Das ist im Vergleich eine lächerlich geringe Zahl. Man muss bedeken, dass z.B.: der Inhaber von Megaupload 20 Jahre Haft absitzen darf. Dabei wurde niemand getötet, sondern lediglich den reichen Lobbyisten, die in den Rechtsstaaten das Sagen haben ihr Verdienst an den Downloads verwährt.
Und auf der anderen Seite steht ein Massenmörder, der 77 Menschen getötet hat mit 21 Jahren Haft.
Kommt es nur mir so vor oder ist diese Aufteilung der Jahre etwas unpassend?
Naja immerhin stört es den Lobbyisten ja reichlich wenig wenn jemand umgebracht wird, hauptsache die Gelder stimmen.

Lebenslang ist in Europa fast nie Lebenslang

Siehe z.B.: Österreich

 
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