Die "Vogue" verzichtet auf Magermodels

03.05.2012 | 15:41 |   (DiePresse.com)

Als eine der einflussreichsten Magazine der Modewelt verbannt die "Vogue" ab sofort essgestörte und U-16-Models von ihren Seiten.

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Die "Vogue" will künftig auf Magermodels verzichten. Alle internationalen Ausgaben der Modezeitschrift haben sich mit einer "Gesundheitsinitiative" einen Sechs-Punkte-Kodex verordnet, demzufolge sie nicht mit essgestörten Models und Mädchen unter 16 Jahren zusammenarbeiten wollen - zumindest "nicht wissentlich". "Als eine der einflussreichsten Stimmen der Modewelt sieht sich 'Vogue' in der Verantwortung, ihr Gewicht in die relevanten Themen und Diskussionen der Branche einzubringen", teilte der Conde Nast Verlag am Donnerstag in München mit.

Gesundheit ist schön

"'Vogue' ist davon überzeugt, dass Schönheit und Gesundheit zusammengehören", erklärte der Vorsitzende von Conde Nast International, Jonathan Newhouse. Die Initiative startet weltweit mit den Juni-Ausgaben, nur die japanische "Vogue" steigt erst einen Monat später ein

Einlass erst ab 17 Jahren

Laut Sechs-Punkte-Plan will die "Vogue" sich für gesundheitsbewusste Arbeitsbedingungen einsetzen und ausschließlich mit Models zusammenarbeiten, "die, objektiv betrachtet, gesund sind und dazu beitragen, ein gesundes Körperbild zu fördern". Außerdem will man sich bei Castings, Modenschauen und Kampagnen die Ausweise der Models zeigen lassen, um sicherzustellen, dass keine Unter-16-Jährigen beschäftigt werden.

Mentoren für Anfänger

Zudem soll es ein Mentorenprogramm geben, bei dem erfahrene Models ihren jüngeren Kolleginnen zur Seite stehen. Die Modezeitschrift werde außerdem an Designer appellieren, "die Folgen unrealistisch kleiner Mustergrößen ihrer Kleidung zu bedenken".

Mit einer solchen Idee ist die Modebibel "Vogue" nicht die erste. Die deutsche Frauenzeitschrift "Brigitte" hatte bereits 2009 dürren Models mit Kleidergröße "Null" eine Absage erteilt.

(APA/dpa)

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Lesen Sie hier weiter zum Thema:

  • Karolina Kurkova klagt Magerwahn an

    Beim "A well balanced Life"-Forum in New York erzählte das Victoria's Secret Topmodel vom Druck immer mehr abzunehmen und von einer Schilddrüsenerkrankung, durch die sie mit 24 in die Menopause kam.

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7 Kommentare
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Brigitte

Und die Presse hat sich unnötigerweise schön lustig gemacht über Brigittes Vorstoß.

http://diepresse.com/home/leben/mode/kolumnezumtag/531034/Revolution-Ach-bitte-Brigitte?from=suche.intern.portal

Der Druck der wohlbeleibten Mehrheit

Verbot schlanker Schaufensterpuppen in Spanien, Mindest-BMI für Mannequins in Italien und gerichtliche Sperrung von Internetservern mit „Pro-Ana“- Seiten in Deutschland zeigen ein Bild der derzeitigen Stimmung. In Boulevardzeitschriften gibt es eine Art Wettkampf, wer schlanke Prominente am besten diffamiert. Sie werden als gestört oder magersüchtig verdächtigt. Keine Frage, Magersucht ist eine ernste und schlimme Krankheit. Ganz offensichtlich dient dieses Warnen vor Anorexia aber nur als Vorwand, sich die Gunst der Leser und Leserinnen zu sichern, die selbst an Übergewicht leiden. Das alles in einer Zeit, in der hierzulande Übergewicht (inkl. Fettsucht) schon ca. 350 mal so häufig vorkommt wie Magersucht. Lt. Statistik Austria besitzen heute 10,2% der Frauen zwischen 15 und 30 einen BMI unter 18,5. Jedoch sind die allermeisten davon nicht von Magersucht betroffen, sondern nur 0,4 bis 0,6%. Es ist also Unsinn, sich bei jeder wirklich schlanken Frau „besorgt“ zu zeigen. In den meisten Fällen ist dies ohnehin nicht eine Sorge, dass sie krank ist, sondern dass sie attraktiver ist.
Genau in diesem Sinn sehe ich die eigentliche Ursache für den Schwenk von Vogue.

Re: Der Druck der wohlbeleibten Mehrheit

Glaube ich nicht. Der Schwenk war längst überfällig. Hier geht es nicht um schlanke Frauen, sondern um Magermodelle, welche ihre eigene und die ihrer jungen Nachahmerinnen Gesundheit massivst gefährden.
Ich finde, die Verantworlichen für diese schreckliche "Magerphase" in der Modewelt wären härtest zu bestrafen.
In meinen Augen sind das Verbrecher.

Gast: Wie schön!
03.05.2012 19:49
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Und der Rest macht Photoshop?

Damit passen auch Frauen mit Lebengewicht "jenseits" des gesunde Gewichtes in die Zeitung und das bei Kleidergröße 0!

Allerdings, ich gehe jetzt mal davon aus das Vogue, tatsächlich sich um die Gesundheit kümmert, das Problem halt ist wo beginnt Magersucht und wo endet Sie, ist ja nicht so das Frau mit 45 kg Magersüchtig sein muß, gibt einige die das sogar dann haben wenn sie einen Scheunendrescher als Gabel verwenden....

Gut auch die Mentor-Idee, bleibt zu hoffen das hier auch gesagt wird, für die Meisten, 99% beginnt und endet der Laufsteg für diverse Kataloge, zumindest finanziell geht dann nur mehr, wenn man sich auch für unkonventionelle Dinge hergibt, da sollte man halt klar sein ob man das will, oder nicht.

und da wundern sich

alle das es immer mehr Männer zu den selbigen hinzieht

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hinzieht?

zu schlank oder zu üppig zieht sie´s hin?

Re: und da wundern sich

zu welchen "selbigen" ? Zu den Magermodels? Es dürfte nicht viele Männer geben, die sich nicht mit Schrecken, Grausen und Abscheu abwenden.

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