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Mein Freitag

28.06.2012 | 16:15 |  Friederike Leibl (DiePresse.com)

Ein Sommer wie im Traum: federleicht, heiß und hell Es gibt ja (erwachsene) Menschen in meiner Umgebung, die es noch schaffen, in den Tag hineinzuleben.

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Ein Sommer wie im Traum: federleicht, heiß und hell
Es gibt ja (erwachsene) Menschen in meiner Umgebung, die es noch schaffen, in den Tag hineinzuleben. Oder, besser, in den Sommer hineinzuleben. Die nun unbeschwert in die schönsten, unendlich langen, heißen, hellen Wochen eintauchen und sich, wie von Meereswellen getragen, mal hierhin, mal dorthin treiben lassen. Und dann gibt es jene, deren Gesichtspartie schon leicht zu zittern beginnt, wenn die obligate Frage rund um den Schulschluss-Kehraus kommt: „Im Sommer sehen wir uns sicher mal am Wochenende?" Ja, klar, stammeln sie und zerbrechen sich den Kopf, wie sich alles, was man im Sommer tun wollte und sollte, eigentlich ausgehen so
Da wären einmal die ins Ländliche ausgewanderten Freunde, die man schon seit vergangenem Sommer nur sehr selten gesehen hat. Sie laden zum Grillen ein, mit Übernachtung, denn zum Grillen gehört die Lässigkeit, nicht auf die Uhr schauen zu müssen und nur Sodawasser zu trinken. Da die Freunde nicht alle untereinander befreundet sind, ist es natürlich nicht mit einem einzigen Grillfest getan. Zur Wahl steht: die langsame Entfremdung zuzulassen oder den Sommer zwischen Gablitz und Enzersdorf aufzuteilen. Die Aufforderung an die Freunde, doch zu einem gemeinsamen Besuch eines städtischen Freibads nach Wien zu kommen, wird übrigens nicht ernst genommen.

Dann gilt es noch eine Hochzeit in Kärnten und Besuche bei den Großeltern einzuplanen. Dazwischen findet der eigene Urlaub statt, der aus sehr komplizierten Gründen zur Hauptreisezeit stattfinden muss, sehr teuer wird und die Teilnahme an einer Taufe und einem Gartenfest (ohne Grillen) verhindert. Es gibt acht Wochenenden im Sommer (der September kann, muss aber nicht Sommer sein).
In den Geschäften läuft der Sommerschlussverkauf auf Hochtouren. Es ist Ende Juni und der Sommer wirkt nicht federleicht, sondern bleischwer.

E-Mails an: friederike.leibl-buerger

 

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