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Drucken Sie noch oder fluchen Sie schon?

13.07.2012 | 18:30 |  MIRJAM MARITS (Die Presse)

Mörbisch, der Regen und unser Riesendrucker.

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Auf Mörbisch ist halt noch Verlass. Spätestens zur Premiere der dortigen Seefestspiele sind die Ferien nämlich immer noch kalt und nass geworden, die schicken Kleider von unschicken Regenpelerinen versteckt worden. Das war voriges Jahr so, das war am Donnerstag so, das wird immer so sein.

Nicht verlassen – entschuldigen Sie den plumpen Übergang – kann man sich auf die Technik. Wir haben in der Redaktion seit einiger Zeit einen mehrstöckigen, multipel programmierten Riesendrucker, der wirklich alles kann: scannen, USB-Daten verwalten, faxen, Fingerabdrücke überprüfen (okay, das war erfunden), Raumduft versprühen (das stimmt wirklich). Nur das mit dem Drucken, das klappt eher nicht so gut. Bei einem zweiseitigen PDF (nicht in Farbe, wo denken Sie hin) gibt unser Drucker für mehrere Stunden w.o. und ist weder durch gutes Zureden, wütendes Fluchen noch hysterisches An- und Ausschalten zur Wiederaufnahme seiner Tätigkeit zu überreden. Am nächsten Morgen überrascht er dann gern mit Ausdrucken, die am Vortag in Auftrag gegeben wurden. Danach begibt er sich für den Rest des Tages in eine träge Stand-by-Siesta, aus der er sich auch mittels gelegentlich auftauchender IT-Experten nur selten wieder wecken lässt. Die Überlegung, den Drucker auf dem Mexikoplatz zu verchecken, wurde von einem einschlägig erfahrenen Kollegen verworfen, weil „die sich dort ja auskennen und das Gerät testen, bevor sie es kaufen“. Einige Kollegen geben nun am Vortag jene Dokumente in Auftrag, die sie am nächsten Tag brauchen. Andere (ich) versuchen immer noch, das Ding zum Laufen zu bringen. Kollegin D. meint dann stets: „Das ist ein Kampf Mensch gegen Maschine. Und die Maschine gewinnt immer. Darüber solltest du einmal eine Kolumne schreiben.“ Na sicher, liebe D.: So weit kommt's noch.

 

E-Mails an: mirjam.marits@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.07.2012)

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