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Kärnten? Korrupt? Kennen Sie Klimt?

26.07.2012 | 18:14 |  MAGDALENA KLEMUN (Die Presse)

Meischi, Birni, Alfi, Uwi – stet genug ist der Tropfen, um das Image gehörig auszuhöhlen. Ideen für Österreich-PR im Ausland.

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Abgesehen von der inner-österreichischen Aufarbeitung der Causa Carinthia (wobei...) könnte Auslandsösterreicher und Urlauber auch eine Frage beschäftigen: Wie sehr hat sich die verwegen-südländische Neigung, es mit der Vergabe von Geldern nicht zu genau zu nehmen, im Außenbild manifestiert? Oder: Muss man wieder einmal den hohen Anteil von Wasserkraft an der heimischen Stromerzeugung oder die Kulturstadt Wien mit rhetorischen Schwergewichten belasten, um halbwegs positiv dazustehen?

Meischi, Birni, Alfi, Uwi – stet genug ist der Tropfen, um das Image gehörig auszuhöhlen. Denn Österreich erweist sich am internationalen Terrain oft als weniger unbeobachtet als gedacht: „Don't you have a problem with right-wing parties?“, fragte der Kollege aus Simbabwe (!) in einer britischen Firma bald, nachdem mit dem Nachmittagstee auch die Höflichkeitsfloskeln zur Neige gegangen waren. Von der Party, der Partei, war es nicht weit zur Party, dem (WKR-) Ball: „It's really in a castle downtown?“

Not anymore in the Hofburg, konnte der Mann informiert werden. Und ließ sich mit der Erwähnung Geert Wilders' und Marine Le Pens westwärts (ab-)lenken, mit „common European problem“ erklärt sich derzeit so einiges. Aber was, wenn künftig weniger diplomatisch gefragt wird? Etwa, ob es sich in der Steuerberatung in Österreich wirklich so gut verdiene? Ob diese dezenten Geldflüsse wegen der christlichen Tradition des Landes an Weihnachts-/Osterfeiern sowie Kuverts gebunden seien? Ob es also alpenländisch stilsicher sei, etwa für eine Staatsbürgerschaft (Schokolade-)Osterhasen mit Philharmoniker-Münzen zu füllen? Auch Kärntner Kasnudeln müssten sich nicht nur ob des banalen Topfens wölben, man könnte doch Wertvolleres...

Wer dann Thema wechseln will, kann Gustav Klimt und sein Jahr bemühen. Die Frage „What was his Leistung?“ bleibt da meist aus. Außer vielleicht in Kärnten.

 

E-Mails an: magdalena.klemun@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.07.2012)

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