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Professor Bahbily Fode macht's wieder gut

31.07.2012 | 18:33 |  OLIVER GRIMM (Die Presse)

Wenn man nicht mehr weiterweiß, hilft in Brüssel noch immer der westafrikanische Wunderheiler.

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Der Sommer ist verregnet, der Euro bröselt, Markus Rogan redet wieder einmal zu viel und trainiert zu wenig: Man könnte verzweifeln angesichts der Fährnisse des Lebens. Umso größer war unsere Erleichterung, als wir neulich eine Annonce von „Prof. Bahbily Fode“ in unserem Brüsseler Briefkasten fanden. Besagter Professor Fode, seines Zeichens nicht nur dank seines (uns leider nicht näher bekannten) Großvaters von Geburt an mit gar großer Spiritualität ausgestattet, sondern auch ein „direkter Nachfahre des Gründers von Touba“, dem bekanntlich „größten Ort der okkulten Wissenschaften“, bietet Rat im Umgang mit allerlei Problemen an. Täglich „zwischen acht und 20Uhr“, ist er im Einsatz gegen Prüfungsangst, Impotenz, betriebliche Schwierigkeiten; auch wenn es bloß einen Dämonen auszutreiben gilt, darf man sich vertrauensvoll an ihn wenden.

Das fanden wir toll, zumal eine rasche Internetrecherche ergab, dass besagtes Touba jener Ort in Senegal ist, der seit der französischen Kolonialzeit von der Sekte der Mouriden beherrscht wird. Vor ein paar Jahren, bei einem Besuch dieses interessanten Landes, hörten wir gar Erstaunliches über die Mouriden-Bruderschaft. Man könne zum Beispiel ohne ihre Unterstützung nicht Präsident werden. Dafür bieten sie äußerst gute politische Beratung an. So sollen sie dem früheren Präsidenten Abdoulaye Wade eingeredet haben, den nationalen Flughafen von der Hauptstadt Dakar 150 Kilometer landeinwärts nach Touba zu verlegen. Eine Topidee, die leider von den westlichen Geldgebern der Regierung Senegals abgewürgt wurde.

Während wir dies niederschreiben, bricht ein Sonnenstrahl durchs Brüsseler Grau. Vorerst muss Professor Fode also doch nicht ausrücken. Seine Telefonnummer behalten wir aber. Man kann ja nie wissen.

 

E-Mails an: oliver.grimm@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.08.2012)

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