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Orangenpressen wie wir

02.08.2012 | 18:23 |  REGINA PÖLL (Die Presse)

Der Irrtum mit den Namen – Serienteil 137. Auch als „Presse“ hat man es nicht immer leicht.

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Ich bin von der Presse“, das ist nicht immer ganz verständlich, okay. Darum sagen wir auch gern von Haus aus: „Von der Zeitung Die Presse.“ Weil, sonst heißt es wieder: „Von welcher Presse denn?“ Und da wollen wir ganz bestimmt keine Missverständnisse aufkommen lassen.

Und eben weil wir uns mit unserem Produkt so eng verbunden fühlen und mindestens genauso mit unseren Leserinnen und Lesern und all jenen, die es noch werden könnten, verstört uns dann auch ein Satz wie der eines Trafikanten in Klagenfurt (nein, jetzt kommt keine Scheuch-Scheuch-Anspielung) ganz besonders: „,Die Presse‘? Das ist zu anspruchsvoll für unsre Kunden. Glaub ich halt.“ Also wir glauben das nicht. Wir glauben an Sie! Wir vertrauen und wir hoffen auf Sie. Auf Sie alle, jeden Tag von Neuem. Lesen Sie uns, bleiben Sie uns gewogen. Oder lernen Sie uns kennen – wenn Sie uns denn noch nicht kennen sollten.

Dass sie uns tatsächlich überhaupt nicht kennt, konnte man zunächst von der Verkäuferin in einem großen Supermarkt nahe dem Salzburger Hauptbahnhof annehmen. Ich bin auch nur ein bisschen böse, dass sich ausgerechnet eine Salzburgerin eine gewisse, nun ja, Blöße in der Sache gegeben hat, ich bin nämlich aus Salzburg. Fragt also eine Kollegin, gerade auf Durchreise in der Stadt, unmittelbar vor dem Zeitungsständer stehend, die Verkäuferin: „Haben Sie auch eine ,Presse‘?“ Und was antwortet die Verkäuferin? „Eine Orangenpresse?“

Der Kollegin haben natürlich die Worte gefehlt.

Es war dann aber doch nicht so schlimm und nur ein momentaner Aussetzer der Verkäuferin – „wegen der großen Hitze, und ich war so durstig“, wie sie offenbar glaubhaft vermittelte: „Na klar kenn ich ,Die Presse‘. Ist aber schon ausverkauft heute.“

Na bitte. Was dachten Sie denn?

 

E-Mails an: regina.poell@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.08.2012)

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