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Von Plastikfolien und nackten Bananen

21.09.2012 | 18:29 |  MIRJAM MARITS (Die Presse)

Nachrichtentechnisch bleibt von dieser Woche vor allem eine Geschichte in Erinnerung, die man den großen Bananenschalenskandal nennen könnte.

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Nachrichtentechnisch bleibt von dieser Woche vor allem eine Geschichte in Erinnerung, die man den großen Bananenschalenskandal nennen könnte. Weil der Mensch nicht alle von der Natur vorgegebenen Verpackungen uneingeschränkt schätzt, gibt es jetzt also bereits geschälte Bananen im Supermarkt zu kaufen. Eine logische Entwicklung nach den vorgekochten Kartoffeln (gibt es wirklich) und den harten Eiern (die immerhin originalverpackt mit Schale).

Umgekehrt muss man sagen, dass der Mensch auch die eine oder andere schlaue Verpackung erfunden hat. Tupperware, den Rucksack, die Flasche. In anderen Bereichen stockt die Entwicklung seit Generationen: Immer noch hat niemand eine Plastikhülle erfunden, aus der man CDs befreien kann, ohne dass nicht mindestens ein Fingernagel bricht und/oder man beim brachialen Entfernen der Hülle mit der Schere das Cover beschädigt. Und immer noch gibt es keine gelungene Variante dieser Frischhaltefolien, in denen man Lebensmittel, nun, frisch halten kann. Könnte. Praktisch ist es nämlich so gut wie unmöglich, ein nicht unendlich zerwutzeltes Stück Folie in angemessener Größe von der Rolle abzureißen. Auch der von manchen Herstellern mitgelieferte Zackenrand ermöglicht den Abreißprozess keineswegs. Im Internet – Sie sehen, ich recherchiere auch für diese kleine Kolumne gewissenhaft – gibt es zig Foren, in denen Hausfrauen über ihren „Frust mit fiesen Folien“ klagen. Manche bewahren diese im Kühlschrank auf, weil sie hoffen, dass sie sich gekühlt besser reißen lassen. (Tun sie nicht.) Ganze Physikertruppen wurden darauf angesetzt, unter den in Westeuropa verbreiteten Frischhaltefolien die beste zu finden. Ergebnis: alle gleich schlecht. Interessanterweise muss es aber irgendwo eine geheime Frischhaltefolien-Fabrik geben, die exklusiv die Billa-Bananenabschäler beliefert. Denn die Folien, in die die nackten Bananen gehüllt sind: Erste Klasse. Habe ich gehört.

 

E-Mails an: mirjam.marits@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.09.2012)

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